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Aktien Frankfurt Schluss: Klare Verluste - Schwache US-Daten

Von dpa-afx
19.05.2022Lesedauer: 3 Min.
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(Berichtigt wird die Meldung vom 18.05.2022, 18.12 Uhr. Es muss im 3. Absatz, 1. Satz hei├čen: klare Verluste rpt. Verluste.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutlich fallende US-B├Ârsen haben den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch in Mitleidenschaft gezogen. Tr├╝be Nachrichten vom US-Einzelhandelssektor sowie negativ interpretierte Wirtschaftsdaten aus den Vereinigten Staaten lie├čen den Aufw├Ąrtsschwung nach dem starken Vortag erlahmen.

Der Dax , der mittags noch im Plus notiert hatte, sank im Schlussgesch├Ąft sogar kurzzeitig unter die viel beachtete Marke von 14 000 Punkten und verlor letztlich 1,26 Prozent auf 14 007,76 Punkte. F├╝r den MDax der mittelgro├čen Unternehmen ging es um 0,92 Prozent auf 29 101,48 Punkte nach unten.

Auch die anderen europ├Ąischen Leitb├Ârsen verbuchten klare Verluste. Der EuroStoxx 50 fiel um 1,36 Prozent auf 3690,74 Punkte. Der Cac 40 in Paris und der FTSE 100 in London b├╝├čten jeweils mehr als ein Prozent ein. Der New Yorker Dow Jones Industrial notierte zum Handelsschluss in Europa 2,4 Prozent im Minus.

Die US-Einzelh├Ąndler schockieren derzeit die Anleger mit K├╝rzungen ihrer Prognosen. Nachdem die Aktien von Walmart bereits am Vortag deshalb um mehr als elf Prozent eingebrochen waren, verloren am Mittwoch die Target-Papiere gar ein Viertel ihres B├Ârsenwertes nach einem eingetr├╝bten Ausblick des Discounters. "Wie bereits zuvor schon bei Amazon und Walmart zu sehen, geraten die Gewinnmargen der Einzelh├Ąndler durch die Inflation und die steigenden Transport- und Lohnkosten geh├Ârig unter Druck", kommentierte Analyst Konstantin Oldenburger von CMC Markets.

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In den USA gingen die Baubeginne im April zum Vormonat zwar weniger stark zur├╝ck als von Analysten erwartet. Allerdings wurde der moderate Anstieg im Vormonat in einen deutlichen R├╝ckgang revidiert. Zudem sank die Zahl der Baugenehmigungen im April noch etwas deutlicher als prognostiziert. Sie laufen den Baubeginnen zeitlich voraus und geben einen Hinweis auf die zu erwartende Baut├Ątigkeit.

"Es ist noch nicht an der Zeit, den Gesamtmarkt zu kaufen, und so kann sich die aktuelle Erholungsphase tats├Ąchlich schnell als Eintagsfliege erweisen", kommentierte Experte Andreas Lipkow. "Der Dax befindet sich in einer sehr wichtigen B├Ârsenphase in der es um Sekt oder Selters f├╝r die Marktteilnehmer in den kommenden Handelstagen geht."

Unternehmensseitig standen am deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte ├ťbernahmehoffnungen und Gesch├Ąftszahlen im Fokus. Dass Siemens Energy ├ťberlegungen einer Komplett├╝bernahme der spanischen Windkrafttochter Siemens Gamesa best├Ątigte, lie├č die Aktien des Energietechnikkonzerns im MDax um 1,3 Prozent steigen. Man erw├Ąge ein Kaufangebot in bar, um die Tochter im Anschluss potenziell von der B├Ârse zu nehmen, teilte Siemens Energy mit. Die Siemens-Gamesa-Aktien an der B├Ârse in Madrid waren zeitweise vom Handel ausgesetzt und gewannen am Ende 12,6 Prozent.

Von der Nachricht profitierten auch andere Papiere aus dem Bereich Alternativer Energien: Die Anteilscheine des Siemens-Gamesa-Konkurrenten Nordex gewannen im Nebenwerte-Index SDax 1,3 Prozent und jene des Windpark-Betreibers Encavis 3,3 Prozent. Der Dax-Spitzenreiter RWE verbuchte ein Kursplus von 3,2 Prozent. Dies reichte dem Energiekonzern f├╝r das h├Âchste Kursniveau seit 2011. Fantasie f├╝r langfristige Windkraftziele auf hoher See und ein Milliardenplan der EU f├╝r die Unabh├Ąngigkeit von russischer Energie galten als Treiber.

Bei der Commerzbank sorgte das Thema ├ťbernahme ebenfalls f├╝r R├╝ckenwind. Die Aktien gewannen als MDax-Spitzenreiter 3,1 Prozent, nachdem die "Financial Times" berichtet hatte, dass die italienische Unicredit vor Ausbruch des Ukraine-Kriegs einen Kauf der Konkurrentin und die Zusammenlegung mit der deutschen Tochter Hypo Vereinsbank erwogen habe. Einem B├Ârsianer zufolge ist das Thema zwar aufgeschoben, aber noch nicht vom Tisch: "Die Fusionsfantasie ist zur├╝ck."

Dagegen brachen Dermapharm-Titel nach Zahlen am SDax-Ende um 13,4 Prozent ein. Experte Alexander Thiel vom Analysehaus Jefferies attestierte dem Arzneimittelhersteller ein durchwachsenes erstes Quartal.

Au├čerhalb der deutschen Aktienindizes b├╝├čten Cropenergies-Titel ├╝ber 14 Prozent ein, nachdem der Biosprit-Hersteller seine Jahresbilanz vorgelegt hatte. Die Aktien des im SDax notierten Wettbewerbers Verbio verloren 8,2 Prozent. B├Ârsianer verwiesen auf konkretisierte Pl├Ąne der Bundesregierung zur Abschaffung von Biokraftstoffen.

Der Euro kostete zuletzt 1,0488 US-Dollar. Die Europ├Ąische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0523 Dollar festgesetzt.

Am deutschen Anleihenmarkt ging es bergab: Der Rentenindex Rex fiel um 0,44 Prozent auf 135,42 Punkte. Die Umlaufrendite stieg im Gegenzug von 0,84 Prozent am Vortag auf 0,91 Prozent. Der Bund-Future gewann 0,14 Prozent auf 152,77 Punkte./edh/he
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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