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Aktien Europa Schluss: Nach Rückenwind aus China kommt Gegenwind aus USA

Von dpa-afx
20.05.2022Lesedauer: 2 Min.
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PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die Gewinne an Europas Aktienmärkten sind am Freitag bis zum Handelsschluss merklich zusammengeschmolzen. Wurde zunächst die Senkung eines wichtigen Referenzzinses für langfristige Kredite durch die chinesische Zentralbank zur Stütze, kam am Nachmittag Gegenwind von den abermals schwächeren US-Börsen auf.

Der EuroStoxx 50 als Leitbarometer der Eurozone schloss 0,45 Prozent höher auf 3657,03 Punkten, woraus sich ein Wochenverlust von rund 1,3 Prozent ergibt. In Paris blieb dem Leitindex Cac 40 am Freitag ein Zuwachs von 0,20 Prozent auf 6285,24 Punkte. Der Londoner FTSE 100 gewann 1,19 Prozent auf 7389,98 Punkte.

Insgesamt stehen die Börsen weiterhin unter dem Eindruck der hohen Inflation und einer drohenden Rezession. "Angesichts der Fülle der aktuellen Herausforderungen erscheint eine schnelle Aufhellung der Großwetterlage unwahrscheinlich", warnte Chefstratege Bernd Hartmann von der VP Bank.

Luxusgüterwerte litten unter Richemont, die in Zürich um 13,1 Prozent einbrachen. Die Umsätze des schweizerischen Konzerns seien zwar solide gewesen, schrieb Analystin Chiara Battistini von der US-Bank JPMorgan. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern habe aber die Konsensprognose wegen höherer operativer Kosten klar verfehlt. Im EuroStoxx waren LVMH, Hermes und Kering hinten mit Abschlägen von bis zu 2,1 Prozent.

Deutliche Gewinne verbuchte der Sektor für Reise- und Freizeitwerte, der der stärkste in der Stoxx-600-Branchenübersicht war. Die Papiere des Glücksspielkonzerns Flutter setzten sich mit einem Plus von 3,4 Prozent an die EuroStoxx-Spitze.

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Auch Rohstoffwerte kamen voran. Analyst Carsten Fritsch von der Commerzbank verwies auf die "kräftige Preiserholung bei Gold, Silber und Platin". Dazu trage der schwächere Dollar bei. Zudem sei nach der jüngsten Schwächephase eine Erholung überfällig gewesen. Auch die Preise für Industriemetalle seien wieder merklich angezogen. Rio Tinto gewannen vor diesem Hintergrund 1,9 Prozent.

Unter den kleineren europäischen Werten fielen nochmals die Aktien des dänisch-deutschen Unternehmens Bavarian Nordic auf, diesmal mit einem Plus von mehr als 18 Prozent, womit sie an ihren Kurssprung vom Vortag anknüpften. Angesichts der sich mehrenden Fälle von Affenpocken in verschiedenen Ländern hatte das Unternehmen am Donnerstag einen Vertrag mit einem nicht näher genannten europäischen Land für die Lieferung eines Impfstoffs vermeldet.

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