"Im Westen nichts Neues": Deutscher Beitrag ist einer der großen Oscar-Favoriten

Von ella, dpa24.01.2023, 17:17

Zu den großen Oscar-Favoriten in diesem Jahr zählt der deutsche Beitrag "Im Westen nichts Neues" von Regisseur Edward Berger. Neben der Topsparte "Bester Film" und der Kategorie "International Feature Film" ist der Film für sieben weitere der begehrten Academy Awards nominiert. Das teilte die Filmakademie am Dienstag in Los Angeles mit. Nur der Science-Fiction-Film "Everything Everywhere All at Once" erhielt mit elf Nennungen mehr Nominierungen.

t-online aktuell 24.01.2023

Zusammen mit "Im Westen nichts Neues" sind auch vier weitere Filme im Rennen um den sogenannten Auslands-Oscar, darunter "Argentina, 1985" (Argentinien), "Close" (Belgien) und "EO" (Polen). Weitere Nominierungen holte das deutsche Antikriegsdrama in den Sparten Kamera, adaptiertes Drehbuch, Make Up & Hairstyling, Produktionsdesign, Sound und visuelle Ausstattung. Für seine Filmmusik wurde zudem der deutsche Komponist Volker Bertelmann nominiert.

In "Im Westen nichts Neues" hat Bertelmann – ebenfalls unter dem Künstlernamen Hauschka bekannt – das Kriegsgrauen eindringlich untermalt. Gemeinsam mit seinem US-Kollegen Dustin O'Halloran war er bereits 2017 für den Soundtrack zum Film "Lion" für einen Oscar nominiert. Damals gingen sie bei der Verleihung jedoch leer aus.

Nach der Buchvorlage von Erich Maria Remarque aus dem Jahr 1929 zeigt "Im Westen nichts Neues" aus der Sicht eines jungen Soldaten das Grauen im Ersten Weltkrieg. Der Österreicher Felix Kammerer spielt die Hauptrolle.

Deutschland hatte vor einem Jahr die Tragikomödie "Ich bin dein Mensch" ins Rennen um den sogenannten Auslands-Ocar geschickt, dem Film von Regisseurin Maria Schrader gelang der Sprung in die Endrunde jedoch nicht. Deutschlands bis dato letzter Erfolg in dieser Oscar-Sparte liegt über 15 Jahre zurück: 2007 gewann Florian Henckel von Donnersmarcks mit dem Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" die begehrte Auszeichnung.

"Everything Everywhere All at Once" von Dan Kwan und Daniel Scheinert handelt von einer Waschsalonbesitzerin (Michelle Yeoh) mit einem chaotischen Alltag, die sich beim Finanzamt wegen ihrer Steuererklärung mit der Steuerprüferin (Jamie Lee Curtis) anlegt. Sie hat zudem Probleme mit ihrer Tochter und ihr Ehemann (Ke Huy Quan) will die Scheidung einreichen. Dabei wird ihr Universum völlig auf den Kopf gestellt, sie wirbelt durch Parallelwelten mit Action- und Kung-Fu-Elementen. In der Kategorie bester Film, beste Regie und beste Hauptdarstellerin ist der Film unter anderem nominiert.

Auch die Tragikkomödie "The Banshees of Inisherin" bekam wie "Im Westen nichts Neues" neun Nominierungen. Steven Spielbergs jüngstes Werk "The Fabelmans" mit autobiografischen Zügen schaffte es sieben Mal auf die Liste. "Top Gun: Maverick" erhielt sechs Nennungen, "Black Panther: Wakanda Forever" kam auf fünf. James Camerons "Avatar" kann auf vier Nominierungen blicken.

In drei Kategorien geht die als bester europäischer Film des Jahres ausgezeichnete Satire "Triangle of Sadness" über eine Luxuskreuzfahrt ins Rennen, darunter als bester Film und beste Regie. Dabei setzt sich die vom Schweden Ruben Östlund erzählte Geschichte nicht nur kritisch, sondern auch komisch mit Kapitalismus und moderner Gesellschaft auseinander.

Geplant ist die 95. Oscar-Verleihung für den 12. März im Dolby Theatre in Hollywood.

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