Dax startet lethargisch und bröckelt ab

Von ella, dpa08.12.2022, 12:51

Der Dax ist nach den jüngsten Verlusten auch am Donnerstag nicht in Schwung gekommen. Der deutsche Leitindex bröckelte nach einem lethargischen Auftakt etwas ab – um die Mittagszeit lag er 0,29 Prozent im Minus bei 14 220,40 Zählern. Damit blieb er unter der für einen kurzfristigen Trend wichtigen 21-Tage-Linie, die er zur Wochenmitte zum ersten Mal seit Mitte Oktober wieder unterschritten hatte. Am Donnerstag verlor der MDax der mittelgroßen Unternehmen nur 0,04 Prozent auf 25 253,04 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex Eurostoxx 50 betrug das Minus 0,22 Prozent auf 3912,43 Punkte.

t-online aktuell 08.12.2022

Mit 14 584 Punkten hatte der Dax erst am Freitag wieder einen weiteren Höchststand seit Juni erreicht. Bei 14 149 Punkten rückt nun angesichts der Verluste seither zunehmend ein nächstes Zwischentief in den Fokus. Das Börsenbarometer scheint nach Angaben von Analysten der Landesbank Helaba in eine Korrekturphase einzutreten. Bei den Marktteilnehmern dominiere aktuell eine abwartende Einstellung. Auf der Agenda stünden aber auch keine wichtigen Konjunkturdaten. Allerdings könnten am Freitag "die Erzeugerpreise in den USA für etwas Marktbewegung sorgen, denn sie liefern eine Indikation für die Inflationszahlen im November".

Marktbeobachtern der Fuggerbank zufolge dürfte es in der nächsten Woche spannend werden, wenn ab Dienstag innerhalb von drei Tagen die US-Inflationsdaten für November und die letzten Zinsentscheidungen der US-Notenbank Fed sowie der Europäischen Zentralbank (EZB) im laufenden Jahr veröffentlicht werden. Die Zinserhöhungserwartungen hätten zuletzt etwas zugenommen, obwohl die Inflationserwartungen nicht weiter gestiegen seien, heißt es dazu von der Helaba.

Am Donnerstag gab es von den US-Börsen erneut keine positiven Impulse für den Dax. Erneut war an den asiatischen Märkten keine gemeinsame Richtung zu beobachten. Die chinesischen Festlandbörsen kamen kaum von der Stelle, während der Hongkonger Hang-Seng-Index dank der Hoffnung auf zusätzliche Corona-Lockerungen einen Sprung nach oben machte. In Japan gab es moderate Einbußen.

Unternehmensnachrichten waren vorerst nicht in Sicht. Auch kursbewegende Analystenkommentare waren rar – abgesehen von einer BMW-Abstufung durch die Bank of America (Bofa), woraufhin die Aktien mit minus 1,9 Prozent zu den größten Dax-Verlierern zählten.

Bofa-Analyst Horst Schneider bewertet den Münchener Autobauer inzwischen als einen der am wenigsten attraktiven Werte der Branche. Er setzt für 2023 vor allem auf Volkswagen (VW), Mercedes-Benz und Renault. Mit Kursverlusten von 0,6 bzw. 1,2 Prozent hielten sich die Anteilsscheine der Stuttgarter und Wolfsburger Konkurrenten etwas besser als die BMW-Titel. VW wurden indes ein wenig durch die Abstufung der französischen Investmentbank Exane BNP Paribas belastet, deren Auto-Experten Druck auf die Margen im Elektroautobereich befürchten.

Nach dem Absturz zum Wochenbeginn setzte sich die Konsolidierungsphase bei Flatexdegiro weiter fort. Die Aktien des Online-Brokers gehörten zuletzt mit einem Kursplus von 3,4 Prozent auf 6,438 Euro zu den stärksten Titeln im Nebenwerte-Index SDax. Vom Bewertungsniveau über der 10-Euro-Marke vor der Gewinnwarnung sind sie damit jedoch noch weit weg – ganz zu schweigen vom Rekordhoch von knapp 30 Euro im Sommer 2021.

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