Dekra und PWC gründen Firma für Prüfung von KI-Produkten

Von ella, dpa01.12.2022, 15:18

Künstliche Intelligenz (KI) steckt beispielsweise in den Rasenmährobotern oder in Autonomen Fahrzeugen – um solche Produkte künftig zu testen und zu zertifizieren, tun sich der Prüfkonzern Dekra und der Wirtschaftsprüfer PWC nun zusammen. Wie beide Seiten am Donnerstag mitteilten, soll unter dem Namen "CertifAI" ein eigenständiges Unternehmen entstehen, das KI-Produkte von der Entwicklung bis zur Marktreife begleiten soll. Auch der Innovationsstarter Fonds Hamburg ist beteiligt.

t-online aktuell 01.12.2022

Der Chef von Dekra Digital, Kerim Galal, sagte, er wisse, dass es in der Gesellschaft noch Vorbehalte gegenüber KI-basierten Produkten gebe. "Als das Automobil eingeführt wurde, gab es ähnliche Sorgen und Ängste." Vielen Menschen begegne aber bereits jetzt KI im Alltag – etwa bei der Spracherkennungsfunktion auf dem Handy oder beim Mähroboter.

Wie Hendrik Reese von PWC sagte, soll der operative Startschuss – vorbehaltlich der Freigaben durch die Wettbewerbsbehörden – bereits zum Jahresbeginn 2023 fallen. Geplant sei, eine mittlere zweistellige Zahl an KI-Experten anzuheuern. "CertifAI" soll dann innerhalb der nächsten drei Jahre jährlich zweistellige Millionenumsätze erwirtschaften. Einen mittleren einstelligen Millionenbetrag investieren alle Gesellschafter zusammen. Die Unternehmen versprechen sich von dem globalen KI-Markt eine Verzehnfachung bis 2028 und ein Gesamtvolumen von 150 Milliarden US-Dollar (etwa145 Mrd Euro).

Reese sagte, sowohl von den Insassen als auch von anderen Verkehrsteilnehmern gebe es beim Autonomen Fahren ein großes Interesse daran, dass die Technologien abgenommen und geprüft sind. "Es gibt einen erheblichen Anspruch aus der Gesellschaft, dass diese Produkte sicher sind." Andererseits sollen Unternehmen dabei unterstützt werden, ihre Produkte schneller zur Marktreife zu bringen. Oft sei aktuelle Regulatorik noch nicht spezifisch auf KI ausgerichtet. Auch Galal mahnte dies an. Er forderte: "Die notwendigen Regulierungen als Grundlage für Prüfungen und Zertifizierungen müssen mit der rasanten Entwicklung im KI-Sektor Schritt halten." Nur so lasse sich Vertrauen in KI auf- und ausbauen und die Sicherheit der Nutzer gewährleisten.

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