Feuerwerkbranche hofft nach zwei Jahren mit Verkaufsverboten auf Lichtblick

Von ella, dpa29.11.2022, 17:37

Die Feuerwerkbranche hofft nach zwei Jahren mit Verkaufsverboten für dieses Silvester wieder auf einen Lichtblick. Gegner eines jährlichen Lichtspektakels wollen das Böllern aber verhindern. Gemeinsam mit Umwelt-, Ärzte- und Tierschutzverbänden forderte am Dienstag die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ein sofortiges Verbot  privater Silvesterfeuerwerke.

t-online aktuell 29.11.2022

DHU-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch erklärte: "Auch wir wünschen uns rauschende Silvesterfeste" – aber ohne Luftverschmutzung, Abfall und Krach. Neu ist die Debatte über ein Verbot nicht. Feuerwerksgegner heben immer wieder die Gefahren für Mensch, Tiere und Umwelt hervor. Laut Umweltbundesamt werden jährlich durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern etwa 2050 Tonnen Feinstaub freigesetzt, der größte Teil davon in der Silvesternacht. Das Einatmen von Feinstaub beeinträchtige zum Beispiel die Atemwege und gefährde die Gesundheit, warnt das Amt.

Dagegen wehrt sich der Bundesverband für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk (BVPK). Die Verbotsforderungen zielen ihm zufolge vorrangig darauf ab, eine kulturelle Praxis abzuschaffen. Der BVPK-Vorsitzende Ingo Schubert erklärte in einer Mitteilung, dass die erhöhte Feinstaub-Konzentration infolge von Feuerwerken nur räumlich begrenzt und für wenige Stunden auftrete. Die Vorwürfe seien eine Ablenkung vom Versagen in wichtigen Bereichen des Klimaschutzes.

Umwelt- und Klimaschutz seien für die Branche ein Anliegen, betonte Schubert. Es müsse dringend daran gearbeitet werden, die Produkte nachhaltiger zu gestalten. "Feuerwerksreste sind bereits jetzt zu 90 Prozent biologisch abbaubar ist [sic!] – wir wollen, dass es 100 Prozent werden", bekräftigte Schubert. Zuletzt teilte der Verband der pyrotechnischen Industrie mit, er wolle in Zukunft komplett auf Kunststoff verzichten. Neben dem Verpackungsmaterial arbeite man auch daran, die beim Abbrennen freigesetzte Menge an Feinstaub zu verringern.

Krankenhäuser sollten mithilfe des Verkaufsverbots für Feuerwerk in der Corona-Pandemie nicht zusätzlich mit Verletzungen durch Böllern überlastet werden. Viele pyrotechnische Betriebe mussten im Zuge dessen schließen und Personal entlassen, heißt es vom BVPK. Von den Umsätzen zum Jahreswechsel hänge es ab, ob die Branche sich von dem "Schock" erholen könne. Beim Verkauf von Raketen und Böllern erwartet der Verband der pyrotechnischen Industrie dieses Jahr einen Umsatz wie vor der Corona-Pandemie, wie er jüngst verlauten ließ.

Die Verbesserungsbestrebungen der Pyrotechnik-Industrie seien "substanzlos", meint Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe. Er sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Für mich ist es eine besonders dreiste Form des Greenwashings." Umwelt- und gesundheitsschädigende Schadstoffe wie Schwarzpulver oder Chemikalien, die bei der Verbrennung entstünden oder austräten, seien auch in als nachhaltig deklarierten Feuerwerkskörpern enthalten.

Zuletzt lagen die Importe für Feuerwerkskörper deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau. Nach Angaben des  Statistischen Bundesamts in Wiesbaden vom Dienstag wurden von Januar bis September 2022 rund 81 Prozent weniger Feuerwerkskörper nach Deutschland importiert als im selben Zeitraum des Vor-Corona-Jahres 2019. Die Exporte wuchsen dagegen kräftig.

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