Fia-Präsident Mohammed Ben Sulayem unter Druck

Von ella, dpa24.01.2023, 17:41

Der Streit zwischen der Formel 1 und dem Automobil-Weltverband Fia eskaliert. Die Motorsport-Königsklasse und ihr Eigentümer Liberty Media kritisierten nach Medienberichten in einem Brief am Dienstag, die Äußerungen von Fia-Präsident Mohammed Ben Sulayem (61) zu einem angeblichen milliardenschweren Übernahmeangebot aus Saudi-Arabien würden "in nicht zu akzeptierender Weise in unsere Rechte eingreifen". Weiter hieß es: "In dem Maß, in dem diese Kommentare den Wert der Liberty Media Corporation schädigen, kann die Fia dafür haftbar gemacht werden."

t-online aktuell 24.01.2023

Ein vom saudi-arabischen Staatsfonds im vergangenen Jahr erwägtes Übernahmeangebot für die Formel 1 in Höhe von mehr als 20 Milliarden US-Dollar (rund 18,4 Milliarden Euro) war von Ben Sulayem angeblich als überhöht bezeichnet worden. Rund 4,4 Milliarden US-Dollar hatte der aktuelle Formel-1-Eigentümer Liberty Media im Jahr 2017 bezahlt. Zudem formulierte Ben Sulayem Ratschläge für potenzielle Käufer.

Im Rahmen eines Vertrags über 100 Jahre sei der Formel 1 "das ausschließliche Recht zur Verwertung der kommerziellen Rechte an der Fia F1 Weltmeisterschaft" zugesichert worden, heißt es in dem an die Fia scharf formulierten Brief. "Die Fia hat unmissverständlich zugesagt, dass sie nichts unternehmen wird, was den Besitz, das Management und/oder die Verwertung dieser Rechte" beeinträchtige.

Weiter hieß es, die Umstände, unter denen die Fia bei einer möglichen Änderung der Beteiligungsverhältnisse innerhalb der Formel-1-Gruppe eine Rolle spielen würde, "sind sehr begrenzt".

In der Vergangenheit hat der Fia-Boss immer wieder für Ärger bei der Formel-1-Geschäftsführung gesorgt. Er unterstützt etwa öffentlich eine Erweiterung des Starterfelds um das US-Projekt von Michael Andretti und Cadillac. Doch die Mehrheit der zehn aktuellen Rennställe will die wachsenden Milliarden-Einnahmen nicht mit Neuzugängen teilen. Die Bosse der Rennserie wollen die bestehenden Teams wiederum nicht vor den Kopf stoßen.

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