Klima-Proteste: "Letzte Generation" setzt Blockaden fort

Von ella, dpa05.12.2022, 17:20

Die Aktivisten der Klima-Protestgruppe "Letzte Generation" haben Anfang der Woche wieder den Verkehr zum Stillstand gezwungen und den Ärger der Politik und von Autofahrern auf sich gezogen. An mehreren Orten im Berufsverkehr kam es am Montag in Berlin zu Staus und Behinderungen. Vor dem Hauptbahnhof klebten sich die Aktivisten laut Polizei zunächst auf der Fahrbahn fest. Wenige Minuten später kam es zu weiteren Klebe-Aktionen in der Stadt.

t-online aktuell 05.12.2022

Aufgrund einer Aktion beim Autobahnkreuz München-Nord in Bayern musste die Polizei die A9 in Richtung München sperren. Auch auf Schilderbrücken auf der A96 hätten Klimaaktivisten ihren Protest durchgeführt, verkündete die Polizei. Es herrschte zudem eine Blockade in der Münchner Innenstadt. Die Gruppe berichtete zuvor über Aktionen in beiden Städten bei Twitter: "Zeitgleich steigen in München Menschen auf Schilderbrücken, während andere Straßenblockaden in Berlin durchführen."

Die Gruppe gab bekannt, dass sich unter den Teilnehmern zahlreiche befänden, die schon einen Monat im Gefängnis verbracht hätten und zum Teil zu hohen Geldstrafen verurteilt worden seien, hieß es von der Gruppe. Und später: "Die Aussicht auf Präventivhaft oder Strafen hält diese Menschen nicht ab".

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) vertritt die Meinung, dass der Staat bei den Klimaaktivisten der "Letzten Generation" sehr wachsam sein und nach einer eingehenden Prüfung möglicherweise eine härtere Gangart einlegen müsse. Der Staat könne nicht einfach zugucken und passiv bleiben, erläuterte Reul im Deutschlandfunk. Die Klimabewegung "Fridays for Future" sei anderer Natur, da deren Anhänger die gesetzlich vorgegebenen Grenzen in der Regel eingehalten hätten. Im Gegensatz dazu seien bei der "Letzten Generation" Grenzen übertreten. Bei einem Treffen der Innenminister von Bund und Ländern am vergangenen Freitag in München wurde deutlich, dass die Politik die Gruppierung bundesweit stärker beobachten wolle.

Von der Bundesregierung fordert die Gruppe "Letzte Generation" einen besseren Klimaschutz sowie unter anderem ein Tempolimit von 100 Kilometern pro Stunde auf Autobahnen und ein 9-Euro-Bahnticket für ganz Deutschland. Die Gruppe verursachte in den letzten Monaten immer wieder Straßenblockaden. Überdies wurden von ihr Kunstwerke angegriffen und beispielsweise in Berlin zeitweise der Hauptstadtflughafen BER lahmgelegt.

Börse von A-Z

Urheber dieses Inhalts ist die ella AG. Die Ströer Digital Publishing GmbH kann daher für deren Richtigkeit, Genauigkeit und Vollständigkeit keine Gewähr übernehmen.