Soziale Netzwerke: Britische Kinder und Jugendliche geben sich fälschlicherweise als Erwachsene aus

Von ella, dpa29.11.2022, 17:44

Bei mehr als 1,6 Millionen Konten in Sozialen Netzwerken haben sich Kinder und Jugendliche in Großbritannien einer Untersuchung zufolge fälschlich als Erwachsene ausgegeben. 93 Prozent der 11- bis 17-Jährigen besitzen bei Facebook, Instagram, Snapchat, Tiktok und Twitch mindestens einen Account, wie die britische Medienaufsicht (ASA) am Dienstag mitteilte. Sie hätten zu Unrecht ihr Alter in mindestens 11 Prozent der Fälle mit mindestens 18 angegeben. Sie seien dadurch deutlich häufiger altersbeschränkter Werbung ausgesetzt gewesen als Nutzer, die sich mit dem korrekten Alter angemeldet haben. Bei der Untersuchung wurden rund 1000 Kinder und Jugendliche befragt.

t-online aktuell 29.11.2022

ASA-Chef Guy Parker sagte: "Da sich viele Kinder mit einem falschen Alter in sozialen Medien registrieren, ist es wichtig, dass Vermarkter von altersbeschränkten Anzeigen ihre Medienwahl überdenken". Werbung nur auf der Grundlage von Altersdaten zu schalten, reiche kaum noch aus.

Im Durchschnitt haben Kinder und Jugendliche laut der Studie Accounts in drei sozialen Netzwerken. Dies bedeute bei schätzungsweise gut fünf Millionen 11- bis 17-Jährigen in Großbritannien mehr als 15 Millionen Konten. Kinder melden sich der ASA-Untersuchung zufolge immer früher bei Social Media an. Außerdem gebe es durch Eltern kaum Kontrolle: 94 Prozent nutzten für den Zugang sogar eigene Geräte und in drei Vierteln der Fälle meldeten sich Jugendliche ohne Aufsicht an.

Eine Reaktion zur britischen Untersuchung gab es von deutschen Medienregulierern. Marc Jan Eumann, Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) bei den Landesmedienanstalten, teilte der Deutschen Presse-Agentur mit: "Für Kinder ist es kinderleicht, sich durch einen Klick älter zu machen. Kaum ein soziales Netzwerk führt eine wirksame Altersüberprüfung durch." Zugleich verwies er auf einen derzeitigen Test einer großen Plattform, bei dem es um eine von der Kommission als positiv bewertete Altersüberprüfung gehe – diese arbeite mittels künstlicher Intelligenz.

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