Studie: Hilfsbereitschaft gegenüber Geflüchteten könnte schwinden

Von ella, dpa05.12.2022, 15:32

Die Menschen in der Europäischen Union zeigen sich einer Studie zufolge hinsichtlich einer weiteren Hilfsbereitschaft gegenüber Geflüchteten aus der Ukraine gespalten. In Zukunft könnte sie wegen der Folgen der Energiekrise womöglich weiter nachlassen. 40 Prozent der Europäerinnen und Europäer sind dafür, die Ukraine zu unterstützen, und würden in diesem Zusammenhang auch negative Konsequenzen hinnehmen, wie aus einer aktuellen Untersuchung des Mercator Forums Migration und Demokratie (MIDEM) der Technischen Universität Dresden hervorgeht.

t-online aktuell 05.12.2022

Nahezu der gleiche Anteil – 39 Prozent der Befragten –ist hingegen der Auffassung, dass die Unterstützung wegen der ökonomischen und sozialen Auswirkungen eher reduziert werden sollte. In den nächsten Monaten könne somit womöglich ein Stresstest für die Solidarität mit der Ukraine anstehen, erklärte MIDEM-Direktor Professor Hans Vorländer am Montag bei der Vorstellung der Untersuchung. Eine Mehrheit stimmt vor allem in Ostdeutschland, Tschechien und Ungarn für Beschränkungen.

Nach Angaben der Studie möchte mehr als die Hälfte der Europäerinnen und Europäer (55 Prozent) die Zuwanderung von Ausländern begrenzen. Rund zwei Drittel der Befragten stimmten demnach dafür – vor allem in Ländern wie Schweden, die bisher als besonders offen gegenüber Flüchtlingen galten. In die entgegengesetzte Richtung entwickle sich die Tendenz etwa in Ländern, die bislang weniger Erfahrungen mit Geflüchteten hatten, wie etwa Polen. So stimmten dort 42 Prozent – und damit so wenig wie in keinem anderen europäischen Land – für eine Begrenzung.

Den Forschern und Forscherinnen zufolge belegt die Umfrage allerdings auch, dass die Solidarität nicht für alle Flüchtlinge gleichermaßen gilt. Während die Aufnahme- und Hilfsbereitschaft für ukrainische Geflüchtete groß sei, überwiege die Skepsis gegenüber Geflüchteten aus anderen Krisenregionen, erklärt Vorländer. Groß seien die Vorbehalte vor allem gegenüber Zugewanderten aus den islamisch geprägten Ländern.

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