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UN-Klimaexperte warnt vor neuen Kohlekraftwerken

Stromversorgung  

UN-Klimaexperte warnt vor neuen Kohlekraftwerken

20.11.2007, 10:22 Uhr | dpa / bab, t-online.de

Kohlekraftwerk (Foto: ddp)Kohlekraftwerk (Foto: ddp) Der UN-Klimaexperte Yvo de Boer hat sich kritisch zum Bau neuer Kohlekraftwerke in Deutschland geäußert. Der Leiter des UN-Klimasekretariats in Bonn lobte in der Berliner "Tageszeitung" (taz) und der "Frankfurter Rundschau" (FR) das Ziel der Bundesregierung, den Treibhausgas-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent zu senken. Er frage sich allerdings, wie dieses Ziel erreicht werden solle, wenn die in Deutschland geplanten 25 neue Kohlekraftwerke gebaut werden, sagte de Boer den Zeitungen am Rande einer Klimakonferenz in Tunis.

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Forderung nach mehr erneuerbarer Energie
Der jüngste Bericht des Weltklimarats lasse keinen Zweifel daran, dass schnell und entschlossen gehandelt werden müsse, um den Klimawandel noch zu verhindern, sagte de Boer der "taz". Dabei komme Europa eine entscheidende Rolle zu. "Wenn die Europäische Union den Anteil erneuerbarer Energien wie geplant bis 2020 auf 20 Prozent steigern will, dann dürfen in der EU ab sofort nur noch Kraftwerke mit erneuerbarer Energie gebaut werden." Die zurzeit größten Projekte in Deutschland sind die im Bau befindlichen Kraftwerke in Datteln (E.ON) und Grevenbroich (RWE). Mit einer geplanten Leistung von 2200 Megawatt gehört Grevenbroich zu den Prestigeprojekten von RWE. Das Werk von E.ON in Datteln soll 1100 Megawatt leisten.



De Boer: „Kohlendioxid muss einen Preis bekommen“
Der Klimaexperte der UN forderte deshalb eine komplett neue Investitionspolitik. Um die Klimawende zu erreichen, müsse das Energiesystem in den nächsten zwei Jahrzehnten komplett umgebaut werden, sagte de Boer der "FR". Es komme darauf an, die geplanten Investitionen in Kraftwerke in Höhe von rund 20 Billionen Dollar in Richtung erneuerbare Energien umzulenken. Werde weiter in Kohle, Öl und Gas investiert, werde der Kohlendioxid-Ausstoß weltweit bis 2050 nicht halbiert, sondern um 50 Prozent steigen. "Der Ausstoß von Kohlendioxid muss einen Preis bekommen", sagte de Boer. Sonst könnten Windkraft, Solarenergie und Biomasse-Kraftwerke sich gegen die fossile Konkurrenz nicht ohne Subventionen durchsetzen.

RWE, Vattenfall und E.ON größte Verschmutzer
Unter den europäischen Energiekonzernen stößt RWE einer Studie zufolge mit Abstand am meisten Kohlendioxid aus. Der zweitgrößte deutsche Versorger, der einen großen Teil seines Stroms aus Kohle gewinnt, verursachte im Jahr 2006 rund 142 Millionen Tonnen CO2, wie aus der Studie der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers hervorgeht, die das französische Fachblatt "Enerpresse" am Dienstag (20.11) veröffentlichte. Hinter RWE folgen die schwedische Gruppe Vattenfall (82 Millionen Tonnen), der deutsche Marktführer E.ON (77,5 Millionen Tonnen), die spanische Endesa (65 Millionen Tonnen) und der französische Konzern EDF (58 Millionen Tonnen).

CO2-Ausstoß bei der Stromerzeugung stabil
Die Anlagen von 23 für die Studie untersuchten Energiekonzernen, die für zwei Drittel der Stromerzeugung in der EU stünden, hätten im vergangenen Jahr 793 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen, heißt es in einer Studie. Dies seien sieben Millionen Tonnen mehr als im Jahr 2005. Bei der Vermeidung von CO2 habe es in der europäischen Energiebranche aber Fortschritte gegeben, hieß es. Demnach sank der CO2-Ausstoß bei der Stromerzeugung um ein Kilogramm pro Megawattstunde auf 372 Kilo pro Megawattstunde. Damit liege die europäische Stromwirtschaft deutlich besser als Länder wie Indien (874 Kilo je Megawattstunde) oder China (854 Kilo), wo im Verhältnis deutlich mehr Kohle mit entsprechenden Emissionen eingesetzt werde

Umweltausschuss bekräftigt Klimaziele
Die Vorsitzende des Bundestags-Umweltausschusses, Petra Bierwirth (SPD), widersprach unterdessen der Einschätzung der Umweltorganisation Greenpeace, dass Deutschland seine Klimaschutzverpflichtungen nicht halten könne. Der Bundestag werde voraussichtlich noch dieses Jahr die Verpflichtung zur 40-prozentigen Senkung des Klimagasausstoßes gemessen am Stand von 1990 sogar erhöhen und ein Reduzierung um 80 Prozent bis 2050 anstreben, sagte sie der "Thüringer Allgemeinen". Dazu beitragen würden die Maßnahmen, die am 5. Dezember vom Kabinett beschlossen werden sollen. Greenpeace hatte am Montag unter Berufung auf eine Studie darauf hingewiesen, dass die Treibhausgase mit den Regierungsplänen nur um maximal 30 Prozent verringert werden können.

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