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Solarenergie: Japan sorgt für kräftigen Schub für die Solar-Branche

Solar  

Kräftiger Schub für die Solar-Branche

30.07.2008, 19:12 Uhr | sky, AFP, t-online.de

Schub für Solaranlagen (Foto: ddp)Schub für Solaranlagen (Foto: ddp) Die Hoffnungen auf eine neue Rallye bei den Solar-Aktien haben neue Nahrung erhalten: Zunächst sorgten zwei Großaufträge des italienischen Versorgers Enel für Euphorie. Ferner schob die japanische Regierung mit einem Bekenntnis zum Ausbau der Solarenergie die Solar-Aktien an. Auch in Spanien zeichnet sich Bewegung bei der für die Branche negativen Limitierung der Subventionen ab. Allerdings ist hier noch lange nicht das letzte Wort gesprochen.

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Japan setzt verstärkt auf Solar-Energie

Kräftige Kursgewinne bei den Solar-Aktien an der Wall Street: Japan will den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2050 um 80 Prozent reduzieren. Sein Land müsse seine Führungsrolle in Umweltfragen unter Beweis stellen, erklärte Ministerpräsident Yasuo Fukuda. Das Kabinett verabschiedete einen Plan, wonach der Einsatz von Solar-Energie bis 2020 verzehnfacht werden soll; bis 2030 soll 40mal mehr Solar-Energie verwandt werden.

Enel vergibt Großaufträge

Am Dienstag legten insbesondere Trina Solar um neun Prozent zu, Suntech Power gewannen sechs Prozent. Beide Firmen meldeten je einen Großauftrag mit dem italienischen Energieversorger Enel. Demnach wird Suntech in diesem und im kommenden Jahr Solarmodule für die Erzeugung von 30 Megawatt (MW) Strom liefern. Trina wird mit der Lieferung von Modulen von 17 Megawatt noch in diesem Jahr beginnen. Konkrete Zahlen über den Auftragswert wurden nicht genannt. Der Kontrakt hat jedoch Signalwirkung für die Branche: Enel gilt als führender Großkonzern in der erneuerbaren Energie. Das Unternehmen will bis zum Jahresende 2012 rund 7,4 Milliarden Euro in alternative Energiequellen stecken.

Solar-Aktien im Plus

Die Nachrichten schoben am Dienstag auch andere Solar-Aktien an der Wall Street an: LDK Solar gewannen sieben Prozent auf 34,99 Dollar, Sunpower kletterten ebenfalls um rund sieben Prozent auf 77,13 Dollar. Die Bewegung setzte sich am Mittwoch in Deutschland abgemildert fort: Am Mittag notierten Solarworld mit vier Prozent im Plus bei 28,81 Euro, Q-Cells gewannen zwischenzeitlich vier Prozent auf 58,32 Euro, bevor die Titel wieder nachgaben. Conergy legten um mehr als acht Prozent auf 8,67 Euro zu.

Hoffnung auf Kehrtwende in Spanien

Nun richten sich die Blicke von Firmen und Anlegern nach Spanien - dort gibt es neue Entwicklungen, die auf einen Kompromiss bei der Kappung der Subventionen hindeuten. Das Sonnen-Land ist einer der wichtigsten Märkte der Branche. Die Pläne der Iberer halten die Solar-Aktien seit geraumer Zeit am Boden. Der spanische Generalsekretär für Energie, Pedro L. Martín Uribe, legte am 18. Juli einen Gesetzesentwurf vor, der erhebliche Einschränkungen beim Bau von Photovoltaik-Anlagen und bei der Einspeisevergütung für Solarstrom vorsieht.

Senkung der spanischen Subventionen

Der Photovoltaik-Einspeisetarif soll demnach abhängig vom Anlagentyp um bis zu 35 Prozent sinken, erklärte die Wirtschaftskanzlei Rödl & Partner. Außerdem soll die geförderte Gesamtkapazität auf 300 MW pro Jahr sinken, der bürokratische Prozess werde erschwert. Trete das Gesetz wie geplant in Kraft, drohten der Solar-Industrie in Spanien erhebliche Schwierigkeiten. Davon seien dann insbesondere auch die bisher erfolgreichen Investoren aus Deutschland betroffen.

Kompromiss für dieses Jahr

Nun zeichnet sich offenbar zumindest eine Milderung der Einschnitte ab: Am Mittwoch gab die für die zuständige Regierungskommission eine Stellungnahme zum Vorschlag des Industrieministeriums ab, wie Georg Abegg, Rechtsanwalt und Partner bei Rödl & Partner Madrid im Gespräch mit t.online.de/wirtschaft erläuterte. Demnach empfiehlt die Energiekommission, für Anlagen, die zwischen dem 30. September und dem 31. Dezember dieses Jahres ans Netz gehen, auf eine Deckelung zu verzichten. Die vorgeschlagene Kappung der Einspeise-Vergütung trete jedoch in Kraft, auch die später vorgesehene Deckelung der Maximal-Förderung von 300 MW bleibe bestehen.

Rechtssicherheit für laufende Projekte

Damit könnten schon projektierte Vorhaben mit Rechtssicherheit abgewickelt werden, betonte Abegg. Die neue Regel werde im Übrigen nur die Zwischenhändler treffen und sei für die großen Solarkonzerne langfristig sogar positiv: Dadurch würden diese gezwungen, ins Projektgeschäft vorzustoßen und sich als Kraftwerksbauer mit langfristigen Lieferbeziehungen zu positionieren. Zum Hintergrund der Kappung erläuterte Abegg, Spanien versuche, die Teuerung auch mit der Senkung der Energiepreise in den Griff zu bekommen. Denn sämtliche Tarifverträge im Land seien an die Inflation gekoppelt.

Kampf der Lobbygruppen

Nun beginne das Ringen der diversen Lobbygruppen um die Endfassung der Neuregelung, betonte Theo Kitz, Analyst bei der Privatbank Merck Finck, auf Anfrage von t.online.de/wirtschaft. Eigentlich sollte das neue Gesetze ab 1. September in Kraft treten, vielleicht werde es noch eine Übergangsregelung geben. Besonders negativ wäre eine Deckelung der Subventionen bis 300 MW installierte Leistung, betonte der Analyst.

Positive Faktoren auch aus den USA

Kitz wies aber auf einen anderen positiven Faktor für Solar-Aktien hin: In den USA deute sich ein Boom für die Solar-Energie an, der erst nach den Präsidentschaftswahlen im November beginne. Sowohl der demokratische Kandidat Barack Obama als auch der republikanische Herausforderer John McCain hätten bereits ihren Willen bekräftigt, verstärkt auf erneuerbare Energien zu setzen.

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