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Carbonexperte SGL kauft Rotorblatt-Hersteller

Windenergie  

Carbonexperte SGL kauft Rotorblatt-Hersteller

07.08.2008, 10:30 Uhr | fre, dpa, t-online.de

Windrad-Hersteller profitieren von der Energiekrise (Foto: dpa)Windrad-Hersteller profitieren von der Energiekrise (Foto: dpa) Der MDAX-notierte Kohlenstoff-Spezialist SGL Group, der bisher Carbonfasern und Verbundwerkstoffe für die Windkraft-Industrie lieferte, will künftig ganze Rotorblätter selbst produzieren. Mit 51 Prozent werde der Wiesbadener Konzern die Mehrheit an dem Rotorblatthersteller Abeking & Rasmussen Rotec übernehmen, teilte SGL mit. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Durch den Kauf baut der Konzern sein Geschäft mit Carbonfasern und Verbundwerkstoffen (CFC) weiter aus, für das er in den nächsten Jahren ein kräftiges Wachstum erwartet.

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Zweistelliges Umsatzplus

Insgesamt strotzt der Wiesbadener Konzern vor Zuversicht: Der SGL-Chef sagte, er rechne auch dank der Preiserhöhungen bei den Kernprodukten im nächsten Jahr mit einem zweistelligen Umsatzplus und einer unveränderten Marge - allen gesamtwirtschaftlichen Risiken zum Trotz.



SGL erwartet großes Wachstum bei neuer Sparte

SGL machte 2007 einen Umsatz von 1,4 Millarden Euro und beschäftigt etwa 5900 Mitarbeiter. A&R Rotec erwartet für 2008 einen Umsatz von etwa 50 Millionen Euro und beschäftigt 300 Mitarbeiter am Standort Lemwerder bei Bremen. Mit dem neuen Gemeinschaftsunternehmen, das "SGL Rotec" heißen wird, wagt sich die SGL Gruppe in einen für sie neuen Bereich vor. "Wir haben bis dato Vorprodukte für die Windenergiebranche geliefert, jetzt gehen wir in die nächste Veredelungsstufe und machen die Rotorblätter selbst", sagte Koehler im Gespräch mit dpa-AFX. Der SGL-Chef sieht in dem neuen Bereich großes Wachstumspotenzial. A&R Rotec erwarte für dieses Jahr einen Umsatz von etwa 50 Millionen Euro - mittelfristig könnten sich diese Erlöse "verdoppeln und verdreifachen".

Die Zukunft gehört den Hochsee-Windfarmen

Experten erwarten, dass die zweistelligen Zuwachsraten der Windenergie-Branche auch in den kommenden Jahren anhalten werden. Neben dem Export ruhen die Hoffnungen der Branche auf dem Bau von Windrädern vor der deutschen Küste, da auf dem Land geeignete Standorte knapp werden. Der Betrieb der Anlagen auf hoher See birgt allerdings auch Risiken, da es bislang kaum Erfahrungen damit gibt, wie Wind und Wasser auf die Windräder wirken. Als mögliche Schwachpunkte gelten vor allem die Rotoren und Getriebe, da diese auf See stärker beansprucht werden.

Internationale Expansion geplant

Da die Fabriken dort entstehen sollen, wo die Kunden die Rotorblätter brauchen, rechnet Koehler damit, dass zum bisherigen Standort Lemwerder für SGL Rotec innerhalb der kommenden Jahre "durchaus ein halbes Dutzend" neuer Produktionsstandorte dazukommen könnte. Zielregionen seien vor allem die USA, China und Indien, aber auch die iberische Halbinsel oder die Türkei.



Auch Flugzeugbauer schätzen leichte Carbonfasern

A&R Rotec hat laut SGL langfristige Lieferverträge mit führenden Herstellern von Windenergieanlagen. Zudem hält das Unternehmen eine Beteiligung an Powerblades, einem Joint Venture mit REpower zur Produktion von Offshore-Rotorblättern mit Längen von über 60 Metern. Kunden sind zudem die Flugzeug- und Autoindustrie. SGL setzt mit dem Wachstumssegment CFC auf den zunehmenden Einsatz leichterer Werkstoffe. Bis 2012 will die SGL die Produktionskapazität von Carbonfasern auf 12.000 Tonnen verdreifachen.

"Keine Wolke am Himmel"

Allein in diesem Jahr soll die Carbonfaser-Sparte beim Umsatz um rund 30 Prozent zulegen und damit die Mittelfristprognose von mehr als 15 Prozent übertreffen. Für den Gesamtkonzern rechnet SGL mit Zuwächsen bei den Erlösen von 10 bis 15 Prozent, der operative Gewinn (EBIT) soll um rund 20 Prozent steigen. Der Start ins dritte Quartal belege die Zuversicht. "Wir sehen im Moment keine Wolke am Himmel", sagte Koehler.

Mehr Investitionen als geplant

Der konjunkturelle Abschwung treffe SGL derzeit nicht. Die weltweiten Infrastrukturinvestitionen kompensierten mögliche Ausfälle. Um die steigende Nachfrage nach den Kathoden und Graphitelektroden befriedigen zu können, baut SGL in Malaysia ein neues integriertes Werk, das Anfang 2011 an den Start gehen soll. Der Bau laufe schneller als geplant, sagte Koehler. Die Investitionen für dieses Jahr beziffert Koehler nun auf insgesamt rund 220 Millionen Euro - bisher waren 200 Millionen Euro angepeilt.

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