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Erneuerbare Energie: Stromkonzerne produzieren kaum Ökostrom

Stromkonzerne  

Große Stromversorger produzieren kaum Ökostrom

16.04.2009, 16:23 Uhr | bv, dapd, t-online.de

Wasserkraftwerk am Baldeney-See in Essen (Quelle: imago images)Wasserkraftwerk am Baldeney-See in Essen (Quelle: imago images) Die vier großen Versorger E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW haben einer neuen Greenpeace-Studie zufolge bisher nur einen minimalen Anteil am rasanten Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland. Auch die Ökostrom-Ziele der großen Konzerne bis 2020 seien weniger ehrgeizig als die der Bundesregierung. Demnach kommen die großen Konzerne nur mit Hilfe teils jahrzehntealter Wasserkraftwerke auf nennenswerte Anteile von Strom aus erneuerbaren Energien.

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Ohne Wasserkraft kaum nennenswerter EE-Anteil

In Deutschland produzierte Marktführer E.ON diesen Zahlen zufolge insgesamt 7,2 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energien (EE); ohne Wasserkraft waren es aber nur 1,4 Prozent. Bei RWE waren es 2,4 Prozent insgesamt und 0,4 Prozent ohne Wasserkraft, bei EnBW 11,4 Prozent mit und nur 0,1 Prozent ohne Wasserkraft, bei Vattenfall 1,2 Prozent insgesamt und 1,1 Prozent ohne Wasser.

Ausbau fast nur durch den Mittelstand

Damit lagen alle großen Erzeuger deutlich unter dem Durchschnittswert für Deutschland. Denn insgesamt hatte Ökostrom 2007 bereits 14,2 Prozent Marktanteil. Während der Anteil von Wasserkraft bundesweit seit Anfang der 90er Jahre weitgehend stabil ist - das Potenzial gilt als ausgereizt - wuchsen vor allem die Anteile neuer Technologien wie Windräder, Biomasse und Photovoltaik teilweise rasant. Laut Studie geschah dies aber fast nur durch Investitionen des Mittelstands und nahezu ohne die großen Versorger. Greenpeace-Energieexperte Andree Böhling kritisierte das geringe Engagement der Großkonzerne, die zusammen mehr als 90 Prozent des deutschen Stroms produzieren. Klimaschutz- und Ausbauziele seien ohne Investitionen der "großen Vier" nicht zu schaffen.

Ziele der großen Erzeuger bleiben unambitioniert

Die Großkonzerne kündigen seit 2007 ein verstärktes Engagement in die klimafreundlichen Energien an und haben teilweise eigene Unternehmensteile dafür abgespalten. Allerdings liegen laut Studie auch die Ausbauziele der "großen Vier" hinter den Vorgaben der Bundesregierung, die von 30 Prozent Ökostrom 2020 ausgeht. E.ON ziele auf einen Anteil an Erneuerbaren von 15 Prozent, sagte Studienleiter Bernd Hirschl vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung. Bei RWE seien es zwölf Prozent. Nur Vattenfall (33 Prozent) und EnBW (21 Prozent) kommen wegen ihrer bereits vorhandenen Wasserkraftwerke an die Zielwerte der Regierung heran.

Deutlich mehr Atom- und Kohlestrom

Weit größere Steigerungsraten als beim Ökostrom planten E.ON, Vattenfall und RWE beim Atomstrom ein, nämlich ein Plus von 50 bis 60 Prozent bis 2030 durch Zubau neuer Anlagen in Europa. E.ON, Vattenfall und EnBW wollten eigenen Planungen zufolge bis 2030 zudem deutlich mehr Kohlestrom produzieren. Hirschl hat für die Studie nach eigener Darstellung Konzernangaben ausgewertet.

Erneuerbare Energien stören Rentabilität herkömmlicher Kraftwerke

Böhling erklärte die Zurückhaltung mit wirtschaftlichen Interessen: Der Zubau von Erneuerbaren mache große Kohle- und Atomkraftwerke unwirtschaftlicher. "Aus unserer Sicht haben die Konzerne kein Interesse an einem forcierten Ausbau", sagte er und forderte, die "monopolartigen Strukturen" auf dem Strommarkt "umgehend zu zerschlagen". Die Großkonzerne müssten ihre Netze an eine unabhängige Netzgesellschaft abgeben. RWE und E.ON, die zusammen mehr als die Hälfte des Strommarkts beliefern, müssten zudem Großkraftwerke und die Beteiligung an Stadtwerken abtreten, verlangte der Umweltschützer.

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