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Atomenergie: Längere Laufzeiten der Atommeiler erschweren Endlagersuche

Strahlender Abfall  

Länger laufende Atommeiler erschweren Endlagersuche

05.08.2009, 12:26 Uhr | bv, dpa-AFX, t-online.de

Fass mit Atommüll - Endlagerfrage unbeantwortet (Foto: imago)Fass mit Atommüll - Endlagerfrage unbeantwortet (Foto: imago) Die Diskussion über längere Laufzeiten von Atomkraftwerken, wie sie von CDU und FDP geführt wird, erschwert offenbar die Suche nach einem Endlager für den Atommüll. Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, sagte: "Das Ganze wirft uns um Jahre zurück, weil nicht mehr über die Herausforderung der Endlagerung geredet wird, sondern über die Grundsatzfrage der Laufzeitverlängerung." Werde nach der Bundestagswahl durch Laufzeitverlängerungen das Tor für noch mehr Atommüll geöffnet, erschwere das die Endlager-Suche weiter.

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Menge des Atommülls beschränken

Akzeptanz bei der Bevölkerung für ein Endlager werde es aus seiner Sicht nur geben, wenn die Menge des Atommülls beschränkt bleibe. Die Herausforderung der sicheren Endlagerung gelte es "mit voller Transparenz und Offenheit" anzugehen, sagte König, der Mitglied der Grünen ist. Das gebe es nur mit dem unter Rot-Grün beschlossenen Atomausstieg.

Nicht nur Gorleben prüfen

König sprach sich dafür aus, die Suche nach einem Endlager nicht allein auf den Salzstock im niedersächsischen Gorleben zu beschränken. Auch andere Salzvorkommen sowie Ton und Granit-Felder - unter anderem in Baden-Württemberg - müssten einbezogen werden. Allein, damit nicht in 20 Jahren bei eventuellen Gerichtsverfahren der Vorwurf erhoben werden könne, dass gravierende formale Fehler begangen worden seien, weil man von Anfang an nur auf Salz als Wirtsgestein gesetzt habe. Nach einer Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover könnten Tongesteinsformationen im Raum Ulm/Riedlingen (Kreis Biberach) sowie im Landkreis Konstanz für ein Endlager infrage kommen.

BfS in der Endlagerfrage verantwortlich

Kritik kam postwendend aus dem baden-württembergischen Umweltministerium: Die radioaktiven Abfälle existierten bereits und müssten unabhängig von der Laufzeit der Kernkraftwerke entsorgt werden, sagte Ministeriumssprecher Karl Franz. Dabei stehe das BfS in der Verantwortung - daher müsse von ihm "ein zielgerichtetes Engagement bei der Lösung der Endlagerfrage erwartet werden". Nach Ansicht der CDU/FDP-Landesregierung gelte es, die Verkürzung der Laufzeiten sicherer Kernkraftwerke zurückzunehmen, zugleich müssten aber mindestens die Hälfte der dabei erzielten zusätzlichen Gewinne in den Ausbau erneuerbarer Energien, Energieeffizienz und Energieforschung investiert werden. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) gehört zu den Vorkämpfern für eine Laufzeitverlängerung nach der Bundestagswahl.

Atommüll wird immer mehr

Derzeit wachse die Menge hoch-radioaktiven Mülls Jahr für Jahr um 300 bis 400 Tonnen, berichtete der BfS-Präsident. Bleibe es bei den im Atomkompromiss vereinbarten Laufzeiten, gebe es bei der Abschaltung des letzten Atomkraftwerks in Deutschland 17.600 Tonnen stark strahlenden Abfalls. Zwar seien das nur zehn Prozent des Atommülls insgesamt, sie verursachten aber mehr als 99 Prozent der gefährlichen Strahlung, die es zu beseitigen gelte. "Wir haben die Verantwortung für einen Zeitraum von einer Million Jahren."

Endlagerfrage international noch ungelöst

International steht Deutschland bei der Suche nach einem Endlager nicht allein. Das Problem habe noch kein Land gelöst. Andere seien aber weiter: Die Schweiz etwa gehe bei der Suche viel zielstrebiger vor - übrigens nach einem Fahrplan, der nach dem Atomkonsens 2002 in Deutschland entwickelt worden sei. "Sechs bis sieben Jahre sind im Vergleich mit der Schweiz verloren worden."

Problem nicht ins Ausland abschieben

Als "schlechteste aller Lösungen" bezeichnete es König, dass Deutschland sein Müllproblem ins Ausland abschiebt: "Unsere Prämisse muss Sicherheit sein. Dass irgendwann andere Länder aus ökonomischen Interessen heraus den Atommüll aus Deutschland unter geringeren Sicherheitsstandards abnehmen, das kann und darf nicht sein."

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