Sie sind hier: Home > Finanzen > Immobilien > Energie >

Solarbranche fordert Staatsschutz gegen Asiens Billigkonkurrenz

Kampf gegen Billigkonkurrenz  

Solarbranche fordert Staatsschutz gegen Asien

24.08.2009, 12:44 Uhr | Spiegel Online, t-online.de, Spiegel Online

Muss die deutsche Solarbranche um ihre Zukunft fürchten? (Foto: dpa)Muss die deutsche Solarbranche um ihre Zukunft fürchten? (Foto: dpa) Die deutsche Solarbranche fordert staatliche Hilfe gegen asiatische Billighersteller. Der Chef des Herstellers Solarworld schlägt vor, dass die Regierung nur noch Unternehmen zu fördert, die hauptsächlich in Europa fertigen. Der Zunft droht durch Dumpingkonkurrenz eine beispiellose Pleitewelle.

Überblick - Die größten Energiekonzerne Europas
Testen Sie Ihr Wissen - Energie-Quiz
Video - Schott Solar eröffnet 100-Mio-Dollar-Fabrik in den USA
Video - Windkraft-Boom in China

Mühsam entwickelte Technologie verschwindet nach Asien

Die deutsche Solarbranche gerät durch Billigkonkurrenz aus China zusehends unter Druck - jetzt fordern die Unternehmen die Unterstützung vom Staat. "Es kann nicht im Sinne unserer Umwelt- und Wirtschaftspolitik sein, mit der Photovoltaik auch noch die Vorreiterrolle in der letzten großen Zukunftstechnologie, die man hier mühsam großgezogen hat, nach Fernost zu verlieren", sagte der Chef der Hamburger Firma Conergy, Dieter Ammer.

Solarworld ruft nach Protektionismus

Frank Asbeck, Chef bei Solarworld, regt sogar protektionistische Maßnahmen an: Er will erreichen, dass nur noch solche Solarfirmen staatlich gefördert werden, die zum maßgeblichen Teil in Europa fertigen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) müsse um eine entsprechende Klausel ergänzt werden, forderte Asbeck. "Die Produktion muss da stattfinden, wo gefördert wird." China und die USA hätten vergleichbare Regelungen.

Pleitewelle befürchtet

Der deutschen Solarindustrie droht der "Financial Times Deutschland" (FTD) zufolge eine beispiellose Pleitewelle. Nachdem zahlreiche Hersteller im ersten Halbjahr in die roten Zahlen gerutscht sind, fürchten Branchenexperten nun den Niedergang vieler Unternehmen.

China baut Stellung aus

Von staatlichen Fördermaßnahmen wie der Einspeisevergütung profitieren hauptsächlich die Betreiber der Anlagen, nicht an die Hersteller. Für die deutschen Solaranlagenproduzenten ist das doppelt ärgerlich: Viele der hierzulande aufgestellten Solarmodule werden in Asien produziert. Vor allem China hat seine Stellung bei der Solartechnik massiv ausgebaut. Binnen zwei Jahren stieg der Weltmarktanteil des Landes auf mehr als 30 Prozent. Und auch andere asiatische Staaten wie Taiwan, Südkorea und Indien holen auf.

Billigere Preise für Solarmodule

Chinesische Hersteller wie Suntech Power, Yingli Solar oder Trina Solar profitieren davon, dass sie deutlich günstiger arbeiten als ihre deutsche Konkurrenz. Nach aktuellen Berechnungen der Schweizer Großbank UBS bauen chinesische Unternehmen Anlagen mittlerweile um ein Drittel günstiger, berichtete die "Financial Times Deutschland". Zudem fördert die chinesische Regierung die heimische Branche. Die Preise für Solarmodule rutschen deshalb weltweit immer tiefer. Die einst gefeierten deutschen Hersteller können da nicht mehr mithalten.

Verband wirft Chinesen Preisdumping vor

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) prüft nun, ob die chinesische Konkurrenz ihre Solartechnik zu Preisen unter den Herstellungskosten verkauft. "Wir gehen dem Dumpingverdacht nach", sagte BSW-Geschäftsführer Carsten Körnig am Freitag. Er schloss nicht aus, dass die chinesischen Firmen wie ihre europäischen Rivalen infolge der Wirtschaftskrise auf hohen Lagerbeständen sitzen und diese über niedrige Preise loszuwerden versuchen.

"Sorgfältige Beobachtung"

Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums sagte, derzeit könne sie keine konkreten Fälle von wettbewerbswidrigem Verhalten nennen. Die Solarbranche werde aber die Billigkonkurrenz sorgfältig beobachten.

Solarbranche leidet unter Krise

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat dem Solarboom in Deutschland Ende vergangenen Jahres ein abruptes Ende gesetzt. Infolge des Nachfragerückgangs vor allem in Spanien, dem bis dahin wichtigsten Exportmarkt, brachen die Preise und damit die Umsätze ein. Viele Solarfirmen rutschten in die Verlustzone. Körnig und Asbeck zeigen sich allerdings überzeugt, dass die Krise im kommenden Jahr überwunden sein werde. 2010 werde die Solarbranche weltweit wieder um 40 Prozent zulegen, nachdem sie in diesem Jahr voraussichtlich nur um zehn Prozent wächst.

Mehr Themen:
Windenergie - China stürmt an die Windkraft-Weltspitze
Solarbranche - Der Solarindustrie droht der Kollaps
Preissturz - Solaranlagen bieten nette Rendite
"Finanztest" - Solarzellen lohnen sich mehr denn je


Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Gas-Rechner
AnzeigeGaspreisvergleich
Gaspreise vergleichen

Jetzt Gaspreise vergleichen und Geld sparen



Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Finanzen > Immobilien > Energie

shopping-portal