Sie sind hier: Home > Finanzen > Immobilien > Energie >

Solarenergie: Boom führt zur Kostenexplosion für Stromkunden

Solarstrom  

Solar-Boom führt zur Kostenexplosion für Stromkunden

26.08.2009, 15:05 Uhr | mash, t-online.de, dpa

Solaranlagen gibt's momentan günstig wie nie (Foto: imago) (Quelle: imago images)Solaranlagen gibt's momentan günstig wie nie (Quelle: imago images) Solarstrom boomt in Deutschland. Die Anschaffung der Anlagen ist günstig wie nie und zusätzlich gibt es im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) Subventionen. Der Boom bringt jedoch auch Gefahren mit sich. Der Bundesverband der Verbraucher warnt jedoch vor ausufernden Kosten für alle Stromkunden und fordert eine deutliche Senkung der Einspeisevergütung.

Überblick - Die größten Energiekonzerne Europas
Video - Schott Solar eröffnet 100-Mio-Dollar-Fabrik in den USA
Preissturz - Solaranlagen bieten nette Rendite

Solar-Anlagen für Investoren lukrativ

"Die Diskrepanz zwischen der garantierten Vergütung und den tatsächlichen Kosten ist nicht mehr vertretbar", sagte der Energieexperte des Verbandes, Holger Krawinkel. In diesem Jahr sind wegen des heftigen Preisverfalls für Solarmodule einerseits und der garantierten Einspeisevergütung andererseits Photovoltaikanlagen für Investoren nach Expertenansicht so lukrativ wie nie. Mit 43 Cent wird jede von einer in diesem Jahr errichteten Dachanlage erzeugte Kilowattstunde Sonnenstrom vergütet, 20 Jahre lang. Das ist ein Vielfaches mehr als der aktuelle Strompreis.



Stromverbraucher zahlen drauf

"Je mehr Anlagen installiert werden, desto höher wird die von allen Stromverbrauchern zu zahlende Umlage", sagte Verbraucherschützer Krawinkel. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung rechnete jüngst bis 2013 mit Kosten von rund 77 Milliarden Euro für die Förderung der Solarenergie durch die Einspeisevergütung. Durch eine Regelung im EEG werden die Differenzkosten auf alle Stromkunden verteilt.

Preispolitik soll geändert werden

"Wir brauchen jetzt mehr Wettbewerb bei der Solarenergie", sagte Krawinkel. Als Anschubfinanzierung habe sich die Einspeisevergütung in den vergangenen Jahren bewährt. Doch inzwischen würden die Preise durch die Vergütung künstlich hochgehalten, bemängelte der Experte. Das EEG sieht für in den nächsten Jahren errichtete Photovoltaik-Anlagen eine Absenkung der Vergütung um jeweils rund neun Prozent vor. "Das ist viel zu wenig, wir brauchen eine Reduzierung im deutlich zweistelligen Prozentbereich."

Protektionismus ist altmodisch

Die Kosten für Solarmodule sind in diesem Jahr unter anderem wegen des Nachfrageeinbruchs im Ausland und weltweit deutlich gestiegener Kapazitäten um rund 30 Prozent zurückgegangen. Der Energieexperte kritisierte den Ruf nach Hilfen gegen Billigangebote aus China. "Die mittelalterliche Forderung nach Schutzzöllen wird der Branche nicht gerecht", sagte er. Denn auch deutsche Unternehmen exportierten ihre Technologie ins Ausland und profitierten von staatlichen Förderprogrammen.

Förderung langfristig bedenklich

Krawinkel bezeichnete die derzeitige Förderung von Solaranlagen auf längere Sicht als volkswirtschaftlich bedenklich. "Das hat an einigen Sommertagen bereits dazu geführt, dass wir an der Leipziger Strombörse negative Preise hatten", sagte Krawinkel. Es war also zu manchen Tageszeiten zu viel Strom vorhanden, so dass die Käufer Geld für die Abnahme bekamen.

Mehr Themen:
Billigkonkurrenz - Solarbranche fordert Staatsschutz gegen Asien
Solarbranche - Der Solarindustrie droht der Kollaps
Windenergie - China stürmt an die Windkraft-Weltspitze
Ökostrom - Mega-Projekt für Solarstrom aus der Wüste


Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Gas-Rechner
AnzeigeGaspreisvergleich
Gaspreise vergleichen

Jetzt Gaspreise vergleichen und Geld sparen



Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Finanzen > Immobilien > Energie

shopping-portal