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Solarbranche bringt weitere Vergütungskürzung ins Spiel

Erneuerbare Energien  

Solarbranche bringt weitere Vergütungskürzung ins Spiel

13.01.2010, 16:39 Uhr | dpa,dpa-AFX,bab, dpa, dpa-AFX, t-online.de

Solarverband schlägt Vergütungskürzung um fünf Prozent vor (Foto: imago)Die Förderung von Solarstrom sorgt weiter für Zoff (Foto: imago) Die Photovoltaik-Branche will der Bundesregierung anbieten, die Förderung der Einspeisung von Solarstrom zusätzlich um fünf Prozent abzusenken. Hintergrund sind Pläne des Bundes, die Einspeisevergütung stärker als geplant abzusenken. Nach einem Bericht des "Handelsblattes" plant das Bundesumweltministerium bereits Mitte Januar eine Anhörung in dieser Sache.

Fünf Prozent Spielraum

Carsten Körnig, der Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW), sagte der "Berliner Zeitung" (Dienstag): "Es gibt aus Sicht der Branche moderate Spielräume für eine Senkung der Solarstromförderung über das gesetzlich festgelegte Maß hinaus." Bei anhaltendem, starkem Marktwachstum sehe die Mehrzahl der Solarunternehmen in den nächsten zwei Jahren "einen Spielraum für eine zusätzliche Vergütungsabsenkung in Höhe von rund fünf Prozent".

Branche in Bedrängnis

Um sich weiteren Spielraum zu verschaffen hatte BSW-Präsident Günther Cramer zudem bereits vor Weihnachten vorgeschlagen, die für Anfang 2011 vorgesehene Absenkung um neun Prozent zur Hälfte schon zum 1. Juli 2010 wirksam werden zu lassen. Anfang 2011 würden dann die restlichen 4,5 Prozent Absenkung gültig. Für den Strom aus in diesem Jahr installierten Photovoltaik-Anlagen gibt es 20 Jahre lang maximal 43 Cent pro Kilowattstunde.

Bau-Boom zum Jahresende

Zum Jahreswechsel sinkt die Vergütung wie im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgeschrieben um 9 Prozent, 2011 ist bislang eine Degression in gleicher Höhe vorgesehen. In den letzten zwei Monaten des Jahres kam es deshalb noch einmal zu einem echten Boom beim Bau der Anlagen, der jedoch nicht nur für Freude sorgte. Ganz im Gegenteil: Die kritischen Stimmen unter den Energie-Experten wurden nur noch lauter. Zum Beispiel beim Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV), wo man sich seit langem um die Folgekosten des Ökobooms sorgt.

Bis zu 4000 Megawatt mehr

Die Verbraucherschützer fordern seit längerem größere Einschnitte als bislang vorgesehen. Sie warnen vor ausufernden Kosten durch den Boom der Solarenergie in Deutschland. Die Ausgaben für die Förderung der noch nicht wettbewerbsfähigen erneuerbaren Energien werden durch das EEG auf alle Verbraucher umgelegt, was den Strompreis auf Dauer in die Höhe treibt. Der Preisverfall von rund 30 Prozent bei stabilen Subventionen hat Solaranlagen zudem äußerst lukrativ gemacht. Das Marktforschungsinstitut Photon rechnet für dieses Jahr mit einer installierten Gesamtleistung von 3000 bis 4000 Megawatt – doppelt so viel wie 2008.

Verbraucherschützer fordern 30 Prozent Absenkung

Dem Bundesverband der Verbraucherzentralen geht das Angebot des BSW deshalb nicht weit genug. "Die Förderung muss noch viel kräftiger sinken. Wir fordern eine zusätzliche Absenkung um 30 Prozent so bald wie möglich", sagte VZBV-Energie-Experte Holger Krawinkel der Zeitung. "Wir werden bei der Anhörung klar machen, dass das Angebot der Solarbranche völlig unzureichend ist." Eine Vergütung von 28 Cent pro Kilowattstunde biete ausreichend Anreiz zum Bau von neuen Solaranlagen. Derzeit werden bei kleinen Anlagen 43 Cent gezahlt.

High Noon in Berlin

Krawinkel warf dem BSW vor, lange Zeit mit falschen Zahlen gearbeitet zu haben. "Der Verband hat 2008 bei der Neufassung des EEG behauptet, dass der Ausbau der Photovoltaik in Deutschland sehr langsam voranschreiten wird. Die Politik wurde reingelegt und hat deshalb viel zu hohen Vergütungen zugestimmt." Dieser Fehler müsse nun korrigiert werden, forderte Krawinkel, der Mitte Januar ebenfalls an der Anhörung im Umweltministerium in Berlin teilnehmen wird.

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