Sie sind hier: Home > Finanzen > Immobilien > Energie >

Gebäudesanierung: Merkel will Mieter beruhigen

Nach Mietschock: Merkel will Mieter beruhigen

29.10.2010, 09:16 Uhr | bv mit dpa, dpa-tmn, dpa, dpa-tmn, t-online.de

Gebäudesanierung: Merkel will Mieter beruhigen. Saniert oder nicht? Der Aufschlag zur Miete kann deutlich ausfallen (Foto: imago)

Saniert oder nicht? Der Aufschlag zur Miete kann deutlich ausfallen (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Deutschlands Mieter sind geschockt, jetzt versucht Bundeskanzlerin Angela Merkel die Nerven wieder zu beruhigen. Zuerst hatte Merkel die Mieter auf steigende Wohnkosten durch Gebäudesanierungen vorbereitet. Diese Aufwendungen können die Vermieter auf die Mieten umlegen. Jetzt betonte die Kanzlerin, dass es bei der geplanten Gebäudesanierungs-Offensive eine faire Lastenverteilung geben soll. "Es geht nicht darum, irgendwelche Preise in die Höhe zu treiben", sagte sie. Anreize sollten so gesetzt werden, dass es sich für Eigentümer von Häusern oder Wohnungen lohne, eine Wärmedämmung durchzuführen.

Zugleich gehe es darum, "dass klar wird, dass der Mieter, dadurch, dass er weniger Energiekosten hat, auch insgesamt eine geringere Warmmiete hat". Es müsse eine Balance geschaffen werden zwischen den Investitionen der Eigentümer und den Vorteilen für die Mieter, die sie aus der energetischen Sanierung ziehen. Zuvor hatte Merkel der "Süddeutschen Zeitung" gesagt, Hauseigentümer sollten künftig einen größeren Teil der Sanierungskosten auf die Mieter abwälzen dürfen.

Unter dem Strich oft keine Einsparung

Die Rechnung der Kanzlerin geht für die Mieter aber nicht auf. Denn wenn der Vermieter sämtliche Kosten auf den Mieter umlegt, wozu er berechtigt ist, steigt die Miete deutlich stärker als die mögliche Ersparnis bei den Heizkosten. Der Deutsche Mieterbund (DMB) rechnete vor: Wenn das Austauschen von Fenstern und das Dämmen der Wände beispielsweise 20.000 Euro gekostet haben, dürfe die Jahresmiete um bis zu 2200 Euro steigen. "Das macht im Monat stolze 183 Euro, die der Mieter mehr zahlen muss", so DMB-Sprecher Ulrich Ropertz. Die Heizkosten für eine 70-Quadratmeter-Wohnung liegen aber nur bei durchschnittlich 80 Euro.

Über einen besonders krassen Fall einer Mietsteigerung nach Sanierungsmaßnahmen berichtete am Mittwoch das "Hamburger Abendblatt". Im Stadtteil Eimsbüttel stieg die Kaltmiete für eine 50-Quadratmeter-Wohnung von 246 auf 846 Euro. Das Rentnerehepaar, das dort bisher wohne, müsse nun ausziehen, weil es sich die hohe Miete nicht leisten könne, hieß es.

Tipps vom Mieterbund

Gegen die Mietaufschläge nach einer Sanierung könnten sich die Mieter nicht wehren, erklärte der Mieterbund. Er riet Mietern dennoch, genau hinzusehen. Und zwar bestenfalls vor, während und nach der Modernisierung.

Vor den Modernisierungsarbeiten: "Wenn eine Sanierung ansteht, müssen Mieter darüber schon drei Monate vorher in Kenntnis gesetzt werden", erklärte Ropertz. Dabei müsse dem Mieter beispielsweise mitgeteilt werden, wie lange die Sanierung voraussichtlich dauert und welche Mieterhöhung erwartet wird. Ob die geplanten Maßnahmen rechtens sind, sollte der Mieter dann bereits prüfen lassen - etwa vom örtlichen Mieterverein.

Während der Bauarbeiten: Auch während der Sanierung hat der Mieter Ansprüche, fügte Ropertz hinzu. Wenn Mängel auftreten - zum Beispiel durch abgehängte Fenster oder starke Lärmbelästigung - könne der Mieter unter Umständen die Miete mindern.

Nach der Sanierung: Nach dem Abschluss der Sanierungsarbeiten flattert Mietern irgendwann die Modernisierungsmieterhöhung ins Haus. "Diese sollte der Mieter unbedingt checken lassen", riet der Mietexperte. Auch dabei könne eine Mieterorganisation helfen. Wird festgestellt, dass die Mieterhöhung nicht gerechtfertigt ist, wenden sich Mieter schriftlich an den Vermieter. "Die höhere Miete zahlt der Mieter natürlich vorerst nicht."

Akzeptiert der Vermieter diesen Einspruch, sei die Angelegenheit erledigt. Wenn nicht, bleibt ihm nur noch der Klageweg. Denn im Zugzwang ist dann der Vermieter: "Schließlich will er ja etwas vom Mieter - und nicht andersherum."

Hauseigentümerverbände fordern derweil, rechtlich zu verankern, dass Mietminderungen während der Bauarbeiten zur energetischen Modernisierung der Gebäude ausgeschlossen sind. Sonst könnten die Hauseigentümer wegen der zu erwartenden Einnahmenausfälle vor den Baumaßnahmen zurückschrecken.

Gebäude sollen kaum noch Energie verbrauchen

Mehr Energieeffizienz ist ein Herzstück im Energiekonzept der Regierung, das am Dienstag vom Bundeskabinett beschlossen worden war. Dessen Ziel ist es, alle 18 Millionen Gebäude in Deutschland bis 2050 so zu dämmen, dass sie kaum noch Energie verbrauchen - und wenn, dann am besten nur noch Öko-Energie. Anreize zum Sanieren sollen über spezielle Förderprogramme geschaffen werden, für 2011 stehen rund 950 Millionen Euro zur Verfügung.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Gas-Rechner
AnzeigeGaspreisvergleich
Gaspreise vergleichen

Jetzt Gaspreise vergleichen und Geld sparen


Jobsuche

Anzeige
 

Gas-Rechner
AnzeigeGaspreisvergleich
Gaspreise vergleichen

Jetzt Gaspreise vergleichen und Geld sparen


Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Finanzen > Immobilien > Energie

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe