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Gas-Überangebot: Gas koppelt sich vom Ölpreis ab

Überangebot: Gas koppelt sich vom Ölpreis ab

17.12.2010, 13:59 Uhr | dapd, dapd, t-online.de

Gas-Überangebot: Gas koppelt sich vom Ölpreis ab. Gasverflüssigung in Russland: Auf dem Gasmarkt ist ein Überangebot entstanden (Foto: imago)

Gasverflüssigung in Russland: Auf dem Gasmarkt ist ein Überangebot entstanden (Foto: imago) (Quelle: imago images)

"Bei Gas sieht es gut aus." Holger Krawinkel, Energieexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, ist sicher: Kunden werden Gaspreis-Erhöhungen, wie sie derzeit Verbraucher mit Ölheizungen erleben, in nächster Zeit erspart bleiben. Zumindest dann, wenn sie bereit sind, den Gasanbieter zu wechseln. Der Grund: Es gibt auf dem deutschen Markt ein bislang beispielloses Überangebot an Gas. Und das drückt auf die Preise. Mit unserer Übersicht sehen Sie sofort, welcher Anbieter in Ihrer Nähe die Preise erhöht, und wer das günstigste Angebot parat hält - klicken Sie sich rein.

Ausgelöst wird die Gasschwemme nach Auskunft der Verbraucherschützer vor allem durch neue Fördertechniken in den USA. Sie ermöglichen die Ausbeutung bislang unzugänglicher Reserven und haben die Vereinigten Staaten innerhalb kürzester Zeit zum größten Gasproduzenten der Welt gemacht. Die Folge: Für die USA vorgesehenes Flüssiggas aus der Golfregion wird, statt nach Nordamerika, nach Europa verschifft und sorgt in Deutschland für ein Überangebot.

Kunden können um Gaspreiserhöhungen herumkommen

Für die Verbraucher kommt diese Entwicklung gerade noch rechtzeitig. Bisher war der Gaspreis an den Ölpreis gekoppelt und vollzog dessen Entwicklung mit einer Verzögerung von etwa sechs Monaten nach. Die Gaskunden hätten also nach der üblichen Praxis wohl auch schon bald tiefer in die Tasche greifen müssen. Doch jetzt bleibt ihnen das voraussichtlich erspart.

"Wir erleben einen dramatischen Philosophiewandel auf dem Gasmarkt - weg von der Ölpreisbindung und von den bislang üblichen Langfristverträgen. Das ist ein gutes Zeichen für den Wettbewerb", sagte erst kürzlich der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth. Und auch Krawinkel findet: "Im Gasmarkt ist Musik drin." Für die Verbraucher sei es interessant, jetzt sehr genau die Preise zu vergleichen.

Schnäppchen für Wechselwillige

Denn die Preisentwicklung ist uneinheitlich und bietet dem wechselbereiten Verbraucher manche Möglichkeit zu einem Schnäppchen. Nach einer aktuellen Marktübersicht des Verbraucherportals Verivox erhöhen zum Januar zwar 73 Gasversorger die Preise, doch 26 andere verbilligten gleichzeitig ihr Angebot. Durch einen Wechsel zu einem günstigen Anbieter könnten Millionen Verbraucher nach Berechnungen der Bundesnetzagentur jährlich durchschnittlich mehr als 120 Euro sparen.

Wie lange die goldenen Zeiten für Gasverbraucher andauern werden, ist allerdings unsicher. Deutschlands größter Gasimporteur E.ON Ruhrgas geht immerhin davon aus, dass das Überangebot an Gas in Europa und damit der Druck auf die Preise noch einige Jahre anhalten wird. Der Höhepunkt der Gasschwemme werde erst in den nächsten Jahren erreicht, sagte Unternehmenschef Klaus Schäfer kürzlich. Manche Experten rechnen sogar mit einem Jahrzehnt billigen Gases.

Wettbewerb auf dem Gasmarkt nimmt zu

Denn nicht nur die neuen Fördertechniken sorgen für ein größeres Angebot. Gleichzeitig drängen auch verstärkt neue Anbieter wie das Emirat Katar auf den Markt, die ihre Produktion als Flüssiggas (LNG) mit Tankern nach Europa transportieren. Und eine ganze Reihe geplanter oder im Bau befindlicher neuer Pipelines dürfte in den kommenden Jahren das Angebot an Gas in Europa noch weiter erhöhen.

Derweil stieg der Heizölpreis kurz vor Weihnachten auf den höchsten Stand des Jahres. Im Bundesdurchschnitt kostete der Brennstoff nach Angaben des Hamburger Fachdienstes "EID" diese Woche 75 Cent pro Liter bei Abnahme von 3000 Litern. "2010 war für die Kunden insgesamt ein teures Heizöljahr", sagte "EID"-Chefredakteur Rainer Wiek. Ursache für den Preisanstieg jetzt seien gestiegene Rohölpreise, aber auch eine stabile Nachfrage seit dem frühen Wintereinbruch Anfang Dezember.

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