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Solarindustrie: Deutschen Solarkonzernen droht Abstieg in die zweite Liga

Energie  

Deutschen Solarkonzernen droht Abstieg in die zweite Liga

30.12.2010, 15:08 Uhr | oca, dpa-afx, dpa-AFX

Solarindustrie: Deutschen Solarkonzernen droht Abstieg in die zweite Liga. Studie: Die deutsche Solarindustrie fällt im internationalen Vergleich immer mehr zurück (Foto: AFP)

Studie: Die deutsche Solarindustrie fällt im internationalen Vergleich immer mehr zurück (Foto: AFP) (Quelle: AFP)

Jahrelang waren deutsche Solarfirmen Weltmarktführer. Doch die goldenen Zeiten sind offenbar vorbei. Denn günstigere Hersteller aus China und den USA setzt die hiesige Solarbranche immer mehr unter Druck. Im Zukunftsmarkt Indien bekommen die deutschen Solarunternehmen einer Studie zufolge schon jetzt keinen Fuß auf die Erde. Bei allen 37 von der indischen Regierung in diesem Jahr ausgeschriebenen Projekten seien sie leer ausgegangen, berichtete der Solarexperte Wolfgang Hummel von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. "Das Ausschreibungsergebnis stellt Fragen nach der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen."

Viele Firmen seien nicht fit für den Weltmarkt. Dieser wird künftig immer wichtiger, da der deutsche Solarmarkt - bislang dank der höheren Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz mit Abstand der größte der Welt - künftig nach Brancheneinschätzung an Bedeutung verlieren wird. Die deutschen Hersteller hätten nicht die richtigen Angebote und konzentrierten sich zu stark auf den Heimatmarkt, sagte Hummel. "Die üppige EEG-Förderung in Deutschland macht satt und träge."

Inder und Chinesen greifen an

Indien hatte im Januar ein ehrgeiziges Solarprogramm aufgelegt, mit dem die Kapazitäten von nahezu Null auf 20 Gigawatt im Jahr 2022 - das entspricht einer Leistung von rund 20 Atomkraftwerken - ausgebaut werden sollen. In einem ersten Schritt schrieb die Regierung 2010 Photovoltaikanlagen mit einer Kapazität von 150 Megawatt und sieben Solarthermiekraftwerke mit zusammen 470 Megawatt aus. 301 Unternehmen beteiligten sich laut Hummel an den Ausschreibungen. Das Rennen machten, auch aufgrund der speziellen Ausschreibungsbedingungen, viele indische Unternehmen, aber auch chinesische Firmen wie Suntech.

"Praktikable und kostengünstige Lösungen"

Die Lage im indischen Solarsektor sei ähnlich wie beim deutschen Maschinenbau, sagte Hummel. "Inder wollen praktikable und kostengünstige Lösungen und keine anspruchsvollen teuren Hightech-Produkte." Gewinner der Ausschreibungen seien die Unternehmen gewesen, die robuste Anlagen zu niedrigen Kosten und geringem Wartungsaufwand anboten. "Indien wählt wie auch China bei Ausschreibungen Betreibermodelle mit Solarstromlieferungsverpflichtungen." Deutsche Solarunternehmen seien aber mehrheitlich nur auf Modul-Produktion, Verkauf und Installation ausgerichtet. "Dies wird den lokalen Anforderungen und Kundenwünschen nicht gerecht", monierte der Experte.

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