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Energie: Strom aus Norwegens Wasserkraft für Deutschland

Energie: Strom aus Norwegens Wasserkraft

30.03.2011, 12:26 Uhr | dapd, dapd

Energie: Strom aus Norwegens Wasserkraft für Deutschland. Deutsche Energiepolitik: Strom könnte bald aus Norwegen kommen (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Deutsche Energiepolitik: Strom könnte bald aus Norwegen kommen (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Kommt der Strom bald aus Norwegen? Möglich wär's. Denn ein Nordseekabel soll Energie aus Wasserkraft nach Niedersachsen liefern. So soll das Kabel vornehmlich Strom bei Starkwind aus Deutschland nach Norwegen leiten und dort Wasser in Speicherwerken nach oben pumpen oder den Strom aus Wasserkraftwerken sparen. Das Landwirtschaftsministerium in Hannover schloss am Dienstag das Raumordnungsverfahren für das Stromkabel ab, wie NorGer berichtete. NorGer steht für Norway-Germany.

Trasse von Süd-Norwegen an Dänemark

Wenn dann in Deutschland Flaute herrscht, fließt das Wasser aus den norwegischen Pumpspeichern oder Stauseen herunter und erzeugt Strom. Der wird dann wieder nach Deutschland geleitet. Damit die Rechnung stimmt, fließt der Strom immer dorthin, wo er gerade teurer ist.

Die Kapazität des Kabels beträgt 1400 Megawatt, so viel wie ein großes Atomkraftwerk. Die Trasse von Süd-Norwegen an Dänemark vorbei wurde nun festgelegt. Anlanden soll das Kabel auf der Halbinsel Butjadingen zwischen Bremerhaven und Wilhelmshaven. Nach rund 50 Kilometern unter der Erde soll in der Nähe von Moorriem/Elsfleth in der Wesermarsch ein Umspannwerk entstehen.

Proteste gegen Umspannwert in Moorriem

Denn das Kabel arbeitet mit Gleichstrom, um die Transportverluste mit etwa fünf Prozent gering zu halten. Und aus dem Gleichstrom muss in dem Umspannwerk erst Wechselstrom für das deutsche Netz werden. An dieser Stelle allerdings hakt die Geschichte. Denn eine Anwohnerinitiative in Moorriem will das Umspannwerk nicht haben, weil es die dörfliche Fachwerk-Idylle am Moor stören würde.

NorGer könnte sich durchaus vorstellen, das Umspannwerk einige Kilometer weiter nördlich auf dem Gelände des E.ON-Atomkraftwerks Unterweser zu bauen, das derzeit vom Moratorium betroffen ist. Das würde auch das Erdkabel verkürzen. Doch der Netzbetreiber TenneT, früher E.ON, habe Moorriem bestimmt. Doch falls Unterweser endgültig abgeschaltet wird, will NorGer noch einmal verhandeln.

Milliardenprojekt soll allen Stromfirmen zur Verfügung stehen

NorGer beginnt davon unabhängig nun mit den Vorbereitungen für das Planfeststellungsverfahren für das Projekt, das 1,4 Milliarden Euro kostet. Hinter dem Kabel stehen Firmen aus Norwegen und der Schweiz. Sie wollen das elf Zentimeter dicke Kabel als Handelsverbindung nutzen, es also allen möglichen Stromfirmen zur Verfügung stellen.

Strom soll an der Leipziger EEX gehandelt werden

Wichtigstes Mitglied des Konsortiums ist seit vergangenem Sommer der staatliche norwegische Stromkonzern Statnett (50 Prozent), außerdem die Initiatoren Agder Energi AS, Lyse Produksjon AS und die Schweizer Elektrizitätsgesellschaft Laufenburg (EGL), die jeweils 16,67 Prozent halten. Der Strom soll an der Strombörse EEX in Leipzig und im skandinavischen NordPool gehandelt werden.

Die Bundesnetzagentur erteilte jedenfalls im Herbst schon für das Kabel eine Ausnahmegenehmigung. "Unsere Entscheidung setzt ein positives Signal für die Integration erneuerbarer Energien und leistet einen wichtigen Beitrag für die europäische Marktintegration", sagte dabei der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth.

Vor Beginn des Planfeststellungsverfahrens bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr muss NorGer noch verschiedene Untersuchungen, Studien und Gutachten beibringen. Auch beschäftigt sich das Konsortium jetzt mit Landerwerb, Durchleitungsrechten und Kompensationsmaßnahmen. 2015 oder 2016 soll das Kabel dann in der Nordsee vergraben sein und Strom liefern.

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