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Moratorium: RWE-Chef Großmann verteidigt Klage gegen Atomstopp

Moratorium  

RWE-Chef verteidigt Klage gegen Atomstopp

04.04.2011, 13:09 Uhr | dapd, dpa, dapd, dpa, t-online.de

Moratorium: RWE-Chef Großmann verteidigt Klage gegen Atomstopp. RWE-Chef Jürgen Großmann (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

RWE-Chef Jürgen Großmann (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

RWE-Vorstandschef Jürgen Großmann hat die Klage seines Unternehmens gegen das Atom-Moratorium der Bundesregierung verteidigt. Er berief sich dabei auf das Aktienrecht. Demnach müsse ein Konzernvorstand Vermögensschäden vermeiden und habe daher kaum eine andere Möglichkeit als zu klagen. Das sagte Großmann dem Deutschlandfunk. Die Höhe einer Schadenersatzforderung bezifferte er nicht, es gehe aber um einen "fühlbaren Betrag". RWE hat beim Verwaltungsgerichtshof Kassel Klage gegen die vorläufige Abschaltung des Kernkraftwerks Biblis A eingereicht.

Großmann sagte, RWE sei schon jetzt in Deutschland der größte Investor in erneuerbare Energien. Der Vorstand versuche, den Energiekonzern so umzustrukturieren, dass er den Zielen der Gesellschaft auch künftig entspreche. "Das heißt also, aus der Kernenergie weg in Erneuerbare reinzugehen. Aber dafür möchten wir natürlich unser Vermögen zusammenhalten", sagte Großmann.

Großmann: Sicherheit muss das Kriterium sein

Der RWE-Chef versicherte, beim Betrieb der Kernkraftwerke und ihrer jetzt anstehenden Überprüfung habe die Frage der Sicherheit Priorität. "Wenn da nichts sicher ist und wenn da eine Gefährdung für Leib und Leben ist, dann werden wir das nicht betreiben." Es dürfe aber keine vorschnellen Festlegungen über endgültige Stilllegungen von Kernkraftwerken geben. Die Sicherheitsüberprüfungen sollten vielmehr für alle europäischen Kernreaktoren gleichermaßen gelten und anhand von Kriterien erfolgen, "die nicht so weit von internationalen Standards abweichen, dass sie unerfüllbar sind." Wenn dies gewährleistet sei, sollten die Atommeiler, die die Kriterien nicht erfüllen, auch nicht wieder ans Netz gehen. "Aber die, die sie erfüllen, die sollte man nicht nur deshalb abschalten, weil man damit einer vorherigen politischen Forderung gerecht wird", sagte Großmann.

Der Manager sagte, die Kernenergie werde auch in Deutschland noch einige Jahre eine Rolle spielen und forderte darüber einen gesellschaftsübergreifenden Konsens. Einen vollständigen Verzicht auf die Kernenergie schloss Großmann dabei nicht aus. Es müsse aber auch über die Kosten eines Ausstiegs gesprochen werden.

Seehofer fängt Atombefürworter ein

CSU-Chef Horst Seehofer mahnte derweil seine Partei zum Festhalten an der Wende in der Atompolitik. "Es gibt auch in meiner Partei einige Leute, die jetzt nach der Wahl gerne wieder alles rückgängig machen würden", sagte Seehofer der Zeitung "Welt am Sonntag" laut Vorabbericht. Das sei mit ihm aber nicht zu machen.

"Auf Wortbruch steht die politische Höchststrafe", warnte Seehofer. Das Moratorium sei nicht wegen der Wahl in Baden-Württemberg erfunden worden, sondern wegen des Reaktorunglücks Japan. "Dass ein Naturereignis oder eine menschliche Ursache zum gleichzeitigen Ausfall aller Sicherheitssysteme führen kann, das ist die Lehre aus dieser Katastrophe", sagte der Parteichef.

Proteste gegen Atomenergie

Am Samstag hatten erneut bundesweit mehr als 10.000 Menschen friedlich gegen Atomenergie demonstriert. Mehr als 6000 Atomkraftgegner zählte die Polizei in Bremen. In Essen gingen nach Polizeiangaben rund 3000 auf die Straße, in Regensburg 1000. Ebenfalls 1000 Demonstranten versammelten sich vor dem atomaren Zwischenlager Gorleben. Sie forderten, es dürfe in der aktuellen Debatte nach der Katastrophe in Japan nicht nur um die Sicherheit der Reaktoren gehen. Wichtig sei auch eine Neubewertung der Endlager.

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