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Deutschland importiert zeitweise Atomstrom

Deutschland importiert zeitweise Atomstrom

05.04.2011, 11:00 Uhr | dpa, dapd, bv, dpa , dapd , t-online.de

Deutschland importiert zeitweise Atomstrom. Abgeschaltetes AKW Biblis: Mehr Stromimporte (Foto: imago) (Quelle: imago images)

AKW Biblis: Stromkonzerne wollen wegen Atomausstieg klagen (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Wegen der Abschaltung der ältesten Atomkraftwerke muss Deutschland zeitweise mehr Strom importieren als früher. Bereits vorher war die Bundesrepublik allerdings Strom-Importeur und -Exporteur gleichermaßen, wobei sie unter dem Strich mehr Elektrizität aus- als einführte. Dieses Verhältnis dürfte sich durch die Abschaltung der Atommeiler verschoben haben. Der Energiekonzern RWE teilte mit, der jetzt importierte Strom komme aus Frankreich und Tschechien und enthalte deshalb einen hohen Atom-Anteil.

Unter Verweis auf den Erzeugungsmix und die Börsenpreissituation sei es klar, dass besonders der aus Frankreich importierte Strom zu nahezu 100 Prozent aus Kernkraftwerken stamme, betonte RWE. Der Erzeugungsmix in Frankreich bestehe unter anderem aus 76,3 Prozent Kernkraft, 14,4 Prozent Wasser, und 4,2 Prozent Kohle. In Tschechien würde der Strom zu 51,8 Prozent Braunkohle, 31,8 Prozent Kernenergie und 6,1 Prozent Steinkohle sowie ein wenig aus Erdgas hergestellt.

Weniger Atomstrom im deutschen Netz

In Deutschland hatte der Atom-Anteil beim Strom vor dem Moratorium bei knapp 23 Prozent gelegen. Da der weggefallene deutsche Atomstrom durch ausländische Energie ersetzt wird, die nur zwischen 31,8 und 76,3 Prozent aus Kernenergie gewonnen wird, hätte sich der Atom-Anteil im deutschen Mix rein rechnerisch verringert.

Die Bundesregierung hatte wiederholt betont, dass Atomstromimporte aus dem Ausland nach Möglichkeit vermieden werden sollen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag in Berlin: "Die Bundesregierung prüft, welche Auswirkungen das Moratorium auf den deutschen Strommarkt hat." Die Sprecherin von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) sagte anders als RWE: "Wir bleiben Nettostrom-Exporteur".

Exportüberschuss bei deutschem Strom

Nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat Deutschland 2009 54,8 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom exportiert und 40,5 Milliarden kWh importiert. Der Exportüberschuss betrug demnach 14,3 Milliarden kWh. Von den Importen nach der Abschaltung der Kernkraftwerke ist vor allem der Süden Deutschlands betroffen. Hier wurden die meisten Meiler abgeschaltet. Gleichzeitig fehlen ausreichende Leitungskapazitäten, um beispielsweise Strom aus Wasserkraft aus Norwegen bis nach Süddeutschland zu transportieren.

Die Privatkunden machen rund 27 Prozent des deutschen Stromabsatzes aus, 46 Prozent gehen an die Industrie, 23 Prozent an Gewerbe und Handel, die restlichen vier Prozent an Verkehr und Landwirtschaft. Der gesamte Stromverbrauch war 2010 wegen der Wirtschaftsbelebung um 3,8 Prozent auf 530 Milliarden Kilowattstunden gestiegen. Nach Angaben des BDEW sind 46 Prozent des Strompreises Steuern und Abgaben.

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