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Siemens stellt Atomkraft in Frage

Siemens stellt offenbar Atomkraft in Frage

06.04.2011, 12:03 Uhr | Spiegel Online, Spiegel Online

Nach der Nuklearkatastrophe in Japan scheint bei Siemens selbst das Undenkbare möglich: Laut "Süddeutscher Zeitung" (SZ) gibt es in dem Atomkonzern Zweifel an der Zukunft der Kernkraft. Selbst einen Komplettausstieg halten Insider für möglich.

Peter Löscher hat ein dickes Problem: Obwohl der Siemens-Chef zunehmend auf erneuerbare Energien setzt, kann er nicht von der Atomkraft lassen. Bisher. Denn die Nuklearkatastrophe in Japan ändert alles. Und so wird laut "Süddeutscher Zeitung" jetzt auch im Siemens-Vorstand angeblich über alle Optionen nachgedacht - selbst über den Komplettausstieg.

Offiziell noch kein Kommentar

Offiziell gibt der Konzern keinen Kommentar. Insider lassen sich jedoch mit Sätzen wie diesen zitieren: "Schon vor Japan war nicht klar, ob die Prognosen aufgehen werden und alle zwei Wochen irgendwo auf der Welt ein Atomkraftwerk gebaut wird", heißt es im Konzern. "Nach Japan kann man mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass es nicht so kommen wird. Sämtliche Prognosen zur Zukunft der Atomkraft waren unrealistisch."

In Arbeitnehmerkreisen würde ein Ausstieg nach Angaben der Zeitung begrüßt. "Wir sind uns darüber im Klaren, dass mit dem Geschäftsfeld erneuerbare Energien langfristig weitaus mehr Arbeitsplätze zu schaffen sind als mit dem Bau von Atomkraftwerken", heißt es dort. Hinzu kommt, dass man bei der IG Metall die Nukleartechnik ablehnt. "Atomenergie hat keine Zukunft", erklärt ein Grundsatzpapier, das der Zeitung vorliegt.

Energiepolitik der Regierung als Rahmen

Die Haltung der Arbeitnehmer wird für Löscher wohl nicht ausschlaggebend sein. In den vergangenen Jahren aber war der Chef meist bemüht, die Beschäftigten für die strategischen Entscheidungen zu begeistern. Von einer Entscheidung beim Thema Nuklearstrategie ist Siemens jedoch noch weit entfernt. Sehr aktiv treibt man das Thema aber nicht voran. Die Energiepolitik der Regierung gebe "den Rahmen vor", heißt es im Umfeld Löschers. Je nachdem wie stark die Atomwirtschaft gebremst werde, könnten sich die Pläne ändern.

Aber auch andere Faktoren spielen für den Vorstandschef eine Rolle. Vor zwei Jahren hatte Löscher eine Partnerschaft mit der staatlichen russischen Atomfirma Rosatom ausgelobt. Sie sollte die Münchner beim Bau von Atomkraftwerken weit nach vorne bringen. Jetzt fürchtet man, den russischen Partner mit Ausstiegsszenarien zu vergraulen. Schließlich winken in Russland milliardenschwere Aufträge für den Aufbau einer modernen Infrastruktur.

Ärger mit französischer Atom-Beteiligung

Und dann ist da noch der Fall Areva, der derzeit vor einem Schiedsgericht verhandelt wird. Siemens hatte sich 2001 mit dem französischen Atomkonzern liiert. Die Münchner beteiligten sich mit 34 Prozent an einer Gemeinschaftsfirma, ein Anteil, dessen Wert jüngst auf 1,62 Milliarden Euro taxiert wurde. Löschers Konzern war es aber leid, immer nur Juniorpartner zu sein. Man stritt über Projekte, etwa beim Bau des finnischen AKW Olkiluoto. Entnervt bändelte Manager Löscher mit den Russen an.

Am 21. April nun sollen die Richter entscheiden, ob Siemens dabei gegen das Wettbewerbsverbot verstoßen hat. Der Konzern müsse den Ausgang nun erst einmal abwarten, heißt es laut "SZ" im Konzern.

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