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Experten halten weltweiten Atomausstieg für möglich

Experten halten weltweiten Atomausstieg für möglich

11.04.2011, 15:42 Uhr | dpa, AFP, dpa, AFP

Experten halten weltweiten Atomausstieg für möglich. Französisches Kernkraftwerk in Cattenom (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Französisches Kernkraftwerk in Cattenom (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Der Ausstieg aus der Atomenergie ist einer Reihe neuer Studien zufolge ohne Abstriche bei Klimaschutz und Lebensqualität machbar. Der von der Regierung berufene Wissenschaftliche Beirat für Globale Umweltveränderungen (WBGU) kam in einem Gutachten zu dem Schluss, dass die Welt ihren Energiebedarf ohne Atomkraft, aber auch ohne fossile Brennstoffe decken könne.

Massive Investitionen nötig

Als Ziel bis zum Jahr 2050 fordern die Experten die weltweite Umstellung auf eine Versorgung ohne nukleare und fossile Energieträger. Nötig für die "große Transformation" seien allerdings massive Investitionen, Änderungen im Konsumverhalten und globale CO2-Abgaben, heißt es in dem Gutachten des Beirats.

Der Beiratsvorsitzende Hans Joachim Schellnhuber sprach von einem "Umbau der Industriegesellschaft auf demokratische Weise". Das Wohlstandsniveau werde dadurch nicht gefährdet, weil den Mehrkosten auch Einsparungen gegenüberstünden. Auch der Klimaschutz sei "ohne Kernenergie möglich".

Experten fordern neuen "Gesellschaftsvertrag"

Die Folgen eines Atomunfalls seien nicht zu versichern, zudem seien die langfristigen Umweltschäden durch fossile Energieträger wie Öl und Kohle viel teurer als ein Umstieg auf Öko-Energien: "Wir sind der Meinung, dass es darum geht, für das 21. Jahrhundert einen neuen Gesellschaftsvertrag auszuhandeln", sagte Schellnhuber.

Ökonomen warnen vor höheren Energiekosten

Widerspruch kam von Ökonomen. "Man muss sich ganz klar sein, dass kurzfristig damit Produktionspotenzial wegfällt. Das heißt, der Wohlstand, den wir haben, wird teurer", sagte Kai Carstensen vom Münchner Ifo-Institut bei der Vorstellung des Frühjahrsgutachtens in Berlin. Wenn billiger Atomstrom wegfalle, erhöhe das die Energiekosten für die Industrie. Der Preisanstieg könne durch Stromimporte oder mehr erneuerbare Energien etwas gedämpft werden. Grundsätzlich müsse man sich aber fragen, ob stromintensive Branchen künftig in Deutschland noch wettbewerbsfähig seien.

Die Umwelt-Regierungsberater betonten hingegen die ökonomischen Chancen einer Öko-Energiewende. Schon heute arbeiten rund 370.000 Menschen in diesem Bereich. Mit Blick auf einen Atomausstieg warnte Schellnhuber vor Schwarzmalerei. "Dann werden die Lichter nicht ausgehen."

Greenpeace für raschen Ausstieg bis 2015

Nach Berechnungen der Umweltorganisation Greenpeace ist in Deutschland sogar ein vollständiger Atomausstieg bis 2015 ohne negative Folgen für Stromversorgung, Klimaschutz oder die Kosten für die Energieversorgung möglich. Begründet wird dies mit bestehenden Überkapazitäten sowie bereits geplanten neuen Gaskraftwerken und Windparks.

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