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Energieagentur warnt vor deutschem Alleingang beim Atomausstieg

Energieagentur warnt vor deutschem Alleingang beim Atomausstieg

30.05.2011, 12:20 Uhr | dpa-AFX, dpa-AFX

Energieagentur warnt vor deutschem Alleingang beim Atomausstieg. Deutschlands Alleingang beim Atomausstieg stößt international auf Kritik (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

Deutschlands Alleingang beim Atomausstieg stößt international auf Kritik (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

Die Bundesregierung drückt beim Atomausstieg aufs Tempo: Nach der CSU peilt auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) den Abschied von der Kernenergie um das Jahr 2022 herum an. Doch international stößt Deutschlands Alleingang in der Atompolitik auf Kritik. Dieser setzt nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA, Paris) Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit in ganz Europa aufs Spiel, sagte der Chef der Agentur, Nobuo Tanaka, der "Financial Times Deutschland". Im Interesse der Region sollte Deutschland eine gemeinschaftliche Entscheidung in der EU anstreben.

IEA-Chef: Deutschlands Versorgungssicherheit wird sinken

"Es geht nicht um ein deutsches, es geht um ein europäisches Problem." Deutschlands Versorgungssicherheit selbst werde laut IEA-Chef Tanaka sinken, weil das Land zunächst mehr Elektrizität und später mehr Gas oder Kohle als geplant importieren müsse. "Die Abhängigkeit von anderen Ressourcen wird zunehmen."

Strom wird vermutlich teurer

Nach der Katastrophe im japanischen Atomkraftwerke Fukushima rechnet die IEA mit einem sinkenden Anteil der Atomkraft an der weltweiten Stromversorgung. Tanaka sagte, man werde in die Projektionen seiner Organisation ein Szenario aufnehmen, in dem der Anteil der Kernkraft an der weltweiten Stromproduktion des Jahres 2035 statt 14 Prozent nur zehn Prozent betragen werde. 2008 lag der Anteil bei 13,5 Prozent. Dieses Szenario biete weniger weltweite Versorgungssicherheit und sei teurer für die Verbraucher, weil dann mehr Strom aus Gas und aus erneuerbaren Energien erzeugt werden müsse.

Der aus Japan stammende Exekutivdirektor sagte, nach dem Zwischenfall in Fukushima müssten die Sicherheitsstandards in der Atomindustrie erhöht werden: "Kernkraftwerke könnten teurer werden." Dennoch bleibe die Kernkraft weiterhin eine Option auf dem Weg zu einer möglichst kohlenstoffarmen Stromproduktion.

Nur vier deutsche Atomkraftwerke sind noch am Netz

Unterdessen ging hierzulande das Atomkraftwerk Emsland in Niedersachsen wegen planmäßiger Wartungsarbeiten vom Netz. Damit liefern für rund eine Woche nur noch vier der 17 deutschen Atommeiler Strom. Wegen des Atommoratoriums stehen bereits acht AKW still - in fünf weiteren gibt es Wartungsarbeiten. Am Netz sind noch Isar II und Gundremmingen C (Bayern), Brokdorf (Schleswig-Holstein) und Neckarwestheim II (Baden-Württemberg). Gundremmingen B soll um den kommenden Donnerstag herum wieder hochgefahren werden.

Strombetreiber warnen vor Ausfällen im Winter

Die vier großen Stromnetzbetreiber warnten unterdessen vor "großflächigen Versorgungsausfällen" durch den Ausstieg aus der Atomenergie. Während der Sommermonate werde die Situation wohl noch beherrschbar sein, im Winter sei aber vor allem in Süddeutschland eine stabile Stromversorgung nicht mehr gewährleistet. Das teilten die Gesellschaften EnBW Transportnetze AG (Karlsruhe), 50hertz (Berlin), Amprion (Dortmund) und Tennet (Bayreuth) am Sonntag mit.

Netzagentur: Lage kritisch, aber beherrschbar

Der Chef der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, hatte zuletzt hingegen Sorgen vor einem "Blackout" zurückgewiesen. "Die Lage ist kritisch, aber dennoch beherrschbar", sagte Kurth am Wochenende der "Passauer Neuen Presse".

Der stellvertretende Fraktionschef der SPD-Fraktion, Ulrich Kelber, sagte der dpa: "Wir haben keinen Kapazitätsengpass." Man müsse aber darauf achten, dass in den jeweiligen Netzen genügend Strom sei. Das sei Aufgabe der Netzbetreiber. "Sie sagen, es ist beherrschbar." Spekulationen über einen drohenden Blackout bezeichnete er als "hochgradig unseriös".

BDI-Chef: Verbraucher nicht über Gebühr belasten

Der frühere Siemens-Chef Klaus Kleinfeld warnte vor Risiken eines schnellen Atomausstiegs. "Eine radikal veränderte Energiepolitik kann zum Risiko für die industrielle Entwicklung in Deutschland werden", sagte der heutige Vorstandschef des Aluminiumkonzerns Alcoa der "Welt am Sonntag". Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, sagte dem Berliner "Tagesspiegel": "Wir tragen den Ausstieg aus der Kernkraft mit." Allerdings seien Alternativen nötig, die Klima, Verbraucher und Wirtschaft nicht über Gebühr belasteten.

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