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Wasserkraftwerk Rheinfelden geht ans Netz

Erneuerbare Energien  

Wasserkraftwerk Rheinfelden geht ans Netz

17.09.2011, 09:28 Uhr | dapd, dpa-AFX, dapd

Wasserkraftwerk Rheinfelden geht ans Netz. Wasserkraftwerk Rheinfelden geht ans Netz (Quelle: dpa)

Wasserkraftwerk Rheinfelden geht ans Netz (Quelle: dpa)

Eines der modernsten Wasserkraftwerke Europas ist jetzt offiziell in Betrieb: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und die Schweizer Energieministerin Doris Leuthard weihten das rund 380 Millionen Euro teure Projekt in Rheinfelden ein.

Vier Turbinen erzeugen Ökostrom für 170.000 Haushalte

"Wir müssen zeigen, dass wir die Ziele, die wir uns beim Umstieg auf regenerative Energien gesetzt haben, auch erfüllen können", sagte der Regierungschef. Die grün-rote Landesregierung hatte beim Antritt im Frühjahr angekündigt, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2020 von derzeit 15 auf 40 Prozent zu erhöhen.

Das Kraftwerk in der Grenzstadt vor den Toren Basels verfügt über vier Turbinen, die die Kraft des Rheins zur Stromerzeugung nutzen. Die Anlage von Energiedienst AG, EnBW und Axpo AG soll etwa drei Mal so viel Ökostrom erzeugen wie das Vorgängermodell. Es soll künftig rund 170.000 Haushalte mit Ökostrom versorgen.

"Energiewende klug und wirtschaftlich angehen"

"Es ist ein guter Tag für die erneuerbaren Energien", sagte der EnBW-Vorstandsvorsitzende Hans-Peter Villis. Wasserkraft verkörpere Tradition und Zukunft zugleich. Er kündigte an, dass EnBW weiterhin in erneuerbare Energien investieren wolle. Zugleich warnte Villis: "Eine Energiewende braucht Zeit und muss zudem klug, nachhaltig und wirtschaftlich angegangen werden."

Die Energiewende sei keine nationale Angelegenheit, sondern ermögliche die Zusammenarbeit mit den Nachbarländern, sagte Kretschmann. Mit dem Bau des modernsten europäischen Laufwasserkraftwerks werde ein Signal für die Zukunft gesetzt. Man stehe an der "Schwelle zu einer tiefgreifenden Energiewende". Wasser sei nicht nur die älteste Art der Energiegewinnung, die auch noch Umwelt und Klima schone, sondern sie trage auch zur Sicherheit der Stromgewinnung bei.

"Meisterstück der Ingenieurskunst"

Leuthard nannte das neue Wasserkraftwerk ein "Meisterstück der Ingenieurskunst", das beispielhaft für Nachhaltigkeit stehe. Ökologische und ökonomische Interessen seien bei dem länderübergreifenden Projekt in Einklang gebracht worden. Mit solchen Werken könne man zur "Batterie Europas" werden.

Zwölf Millionen Euro für Umweltschutzmaßnahmen

Rund zwölf Millionen Euro wurden nach Betreiberangaben in Renaturierungsmaßnahmen investiert, die Einschnitte in die Natur wieder ausgleichen sollen. So wurden Uferverbauungen entfernt und Fischaufstiegsgewässer errichtet. Die Arbeiten sollen 2012 abgeschlossen werden.

Das neue Wasserkraftwerk ging nach knapp acht Jahren Bauzeit bereits im Dezember 2010 ans Netz. Aufgrund des niedrigen Wasserstands des Rheins erreichte es laut Betreiberangaben jedoch erst kürzlich die volle Leistung von 100 Megawatt.


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