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Fracking: Deutsche Erdgas-Vorkommen kaum nutzbar

Deutschlands verborgener Erdgas-Schatz

22.09.2011, 11:50 Uhr | dpa, dpa, t-online.de

Fracking: Deutsche Erdgas-Vorkommen kaum nutzbar. Fracking: Erdgas-Probebohrung in Lünne (Emsland) (Quelle: dpa)

Fracking: Erdgas-Probebohrung in Lünne (Emsland) (Quelle: dpa)

Deutschland sitzt auf einem Erdgas-Schatz - hat aber kaum etwas davon. Der Grund: Die beträchtlichen Gasvorräte liegen in schwer zugänglichen Gesteinsschichten und können nach Expertenmeinung auf absehbare Zeit nicht gefördert werden. Es müsste die Technik des "Fracking" zum Einsatz kommen, doch dies ist teuer und es gibt wenig Akzeptanz dafür. Umweltfreundlich ist das Verfahren auch nicht.

"Die Fracking-Technik lohnt sich bislang nicht und ist hierzulande auch schwer durchsetzbar", sagte Professor Thomas Kolb vom Karlsruher Zentrum für Technologie KIT. Damit werde Deutschland noch lange Zeit von Gasimporten und dem Preisdiktat etwa russischer Konzerne abhängig sein.

Künstliche Risse und Chemikalien in tiefen Gesteinsschichten

Bei sogenannten nicht-konventionellen Gasvorkommen handelt es sich um Gas, dass sich nicht an einer bestimmten Stelle wie in einer Blase sammelt, sondern in Gesteinsschichten wie etwa Schiefer verteilt. Beim Fracking werden daher mittels einer Bohrung in der Tiefe mit hohem Druck und mit Hilfe eines Wasser-Sand-Gemischs künstliche Risse erzeugt, um das Gestein aufzusprengen und an das Gas zu kommen. Die Methode ist umstritten: das Umweltbundesamt schließt eine Gefährdung des Grundwassers nicht aus, denn es kommen auch zugesetzte Chemikalien zum Einsatz.

Deutschland fördere über 15 Prozent seines jährlichen Erdgasbedarfs aus konventionellen Quellen, sagte Kolb. "Diese Zahl geht aber deutlich zurück, die Lagerstätten gehen zur Neige." Das Bundesumweltministerium habe deshalb im Juli eine Studie bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Auftrag gegeben. Diese solle klären, "wie und wieviel Gas aus nicht-konventionellen Quellen" in Deutschland zu fördern sei.

Vorerst keine Chance für Fracking

Im Land - vor allem in der norddeutschen Tiefebene sowie in Nord- und Ostsee - würden große Vorkommen vermutet. Wie ergiebig diese seien, darüber "gibt es keine seriösen Zahlen", sagte Kolb. In Baden-Württemberg werden etwa am Bodensee Erdölvorkommen vermutet. Die Chancen, dass dort Fracking-Bohrungen erlaubt werden, ist wegen Sicherheitsbedenken aber gering.

"Ab und zu Fracking anzuwenden, muss nicht unbedingt schädlich sein", sagte Kolb. Entscheidend sei, dass diese Technik "sachgemäß an der richtigen Stelle unter den richtigen Rahmenbedingungen" angewendet werde. "In den nächsten fünf Jahren sehe ich dafür aber keine Chance", sagte er.

Deutschlands Gaslieferanten

Deutschland verbraucht pro Jahr etwa 92 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Das meiste Erdgas bezieht Deutschland aus Russland (32 Prozent), knapp gefolgt von Norwegen (29 Prozent) und Holland (20 Prozent).

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