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Vattenfall will weiteren Windpark vor Sylt bauen

Vattenfall will weiteren Windpark vor Sylt bauen

25.11.2011, 13:27 Uhr | dpa-AFX, Hamburger Abendblatt, AFP, AFP , dpa-AFX , t-online.de

Vattenfall will weiteren Windpark vor Sylt bauen. Den Windpark von Vattenfall wird man von Sylt aus nicht sehen können (Quelle: imago images)

Den Windpark von Vattenfall wird man von Sylt aus nicht sehen können (Quelle: imago images)

Der Hamburger Energieversorger Vattenfall will vor der Küste von Sylt einen weiteren Windpark errichten. Das berichtet das "Hamburger Abendblatt". Nachdem sich das Unternehmen bereits gemeinsam mit den Stadtwerken München die Rechte zum Bau des Offshore-Windparks "DanTysk" 70 Kilometer vor der Nordseeinsel gesichert hat, konnte Vattenfall jetzt auch das in der Nähe liegende Projekt "Sandbank 24" erwerben.

Projekt mit großer Leistungskraft

Deutsche Windparks auf hoher See (Quelle: dpa)Deutsche Windparks auf hoher See (Quelle: dpa) Dort sollen künftig 96 Turbinen Strom erzeugen, während bei "DanTysk" 80 Anlagen geplant sind. Baubeginn sei voraussichtlich 2015, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. Der Energiebetreiber könne jährlich Strom für bis zu 500.000 Haushalte liefern.

Weitere Investitionen geplant

Verkäufer ist der oldenburgische Projektentwickler Sandbank GmbH, der die Fläche auf ihre Umweltverträglichkeit und die Möglichkeit einer Bebauung geprüft hat. Zum Kaufpreis wollte der Geschäftsführer des Bereichs Vattenfall Europe Windkraft, Georg Friedrichs, keine Angaben machen. Das Investitionsvolumen für den Park bezifferte er hingegen auf insgesamt 1,5 bis zwei Milliarden Euro. Zudem verhandelt das Unternehmen über eine Erweiterungsfläche im Umfeld von Sandbank 24, das Platz für weitere 40 Turbinen bietet, sagte Friedrichs der Zeitung. Alle drei Parks in der Region könnten dann mehr als eine Million Haushalte mit Strom versorgen.

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Große Konkurrenz auf hoher See

Der schwedische Staatskonzern sei laut Friedrichs nach der dänischen Dong Energy weltweit die Nummer zwei im Bereich Offshore-Windparks. Doch mit E.ON, RWE oder EnBW investieren auch die größten deutschen Branchenvertreter derzeit in Flächen und Anlagen auf hoher See. Bis zum Jahr 2020 rechnet Jörg Kuhbier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Offshore-Windenergie, mit dem Bau von rund 25.000 Windrädern mit einer Gesamtleistung von 10.000 Megawatt. Das bedeute ein Investitionsvolumen von 30 bis 35 Milliarden Euro.

Klimaziele als Herausforderung

Für zusätzliche Kosten sorgt das Installationsschiff, das Vattenfall derzeit von einer dänischen Werft in Südkorea bauen lässt. Mit ihm sollen die mehrere Tonnen schweren Anlagen zum Park transportiert und dort errichtet werden. "Wir haben nie gesagt, dass die Errichtung und der Betrieb von Offshore-Windparks ein Kinderspiel sein wird, aber wir brauchen den Strom aus der Windenergie, um unsere Klimaziele zu erreichen", wie Friedrichs der Zeitung erklärt. Bis zum Jahr 2050 strebe Vattenfall eine klimaneutrale Stromversorgung an.

Deutschland ein wichtiger Markt der Zukunft

Davon sollen insbesondere Deutschland und Großbritannien, vor dessen Küste Vattenfall im September 2010 den bislang weltgrößten Offshore-Windpark einweihte, profitieren. Laut Friedrichs zählen diese Länder derzeit zu den wichtigsten Märkten für die Branche. Allerdings wurden bisher noch relativ wenige Parks tatsächlich realisiert. In der Bundesrepublik konnten bislang nur Kapazitäten von 140 Megawatt auf hoher See installiert werden. Der größte ist der Park "Alpha Ventus", an dem auch Vattenfall beteiligt ist, mit 60 Megawatt Leistung.

Hamburg ist Zentrum der Offshore-Windenergie

Seit dem Jahr 2009 organisiert Vattenfall seine Windaktivitäten von der Hansestadt aus - "Hamburg gehört zu den zwei bis drei Kernstandorten für die Firmen in Europa", begründet Friedrichs im "Hamburger Abendblatt" die Wahl des schwedischen Konzerns. Rund 50 von europaweit knapp 400 Mitarbeitern planen in der Firmenzentrale in der City Nord Windparks auf hoher See und auf dem Land, suchen Partner für die Finanzierung und schreiben Aufträge für die Turbinenbauer aus. Offshore-Experte Kuhbier erwartet, dass die Branche bis 2030 zwischen 20.000 und 30.000 Arbeitsplätze vor allem in Küstennähe schaffen wird. Unter anderem würden in den kommenden Jahren Mitarbeiter für die Wartung der Anlagen auf hoher See gebraucht.

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Spätestens im Jahr 2014, wenn "DanTysk" ans Netz gehen soll, wird auch Vattenfall weiteres Personal für die Sicherstellung des Betriebs der Anlagen anheuern.

Branche gibt sich trotz Hemmungen optimistisch

Die Bundesregierung unterstützt zwar im Rahmen der Energiewende die Errichtung von Windparks, doch die Kosten für den Bau werden im Gegensatz zur Windenergie an Land vor allem von großen Energiekonzernen angegangen. Zudem sind auch neue Stromnetze notwendig, die den vor den Küsten erzeugten Strom in den Süden Deutschlands transportieren können. Der Netzausbau laufe allerdings laut Bundesnetzagentur viel langsamer als nötig.

"Offshore-Windparks kann man nicht von der Stange kaufen", begründet Friedrichs das nur langsame Wachstum der Branche. Eine weitere Hemmschwelle liege immer noch in der zögerlichen Anbindung der Parks durch die Netzbetreiber. Doch die Branche gibt sich optimistisch. Auch Friedrichs will die Planung von "Sandbank 24" zügig angehen. Als Erstes müsse die Finanzierung gesichert sein. Trotz der Finanzkrise erwarte er aber keine Probleme.

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