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Milliardeninvestition in neue Kraftwerke

Deutsche Unternehmen investieren Milliarden in neue Kraftwerke

23.04.2012, 16:57 Uhr | dpa-AFX

Milliardeninvestition in neue Kraftwerke. Im Rahmen der Energiewende setzen die deutschen Energieunternehmen auch auf Windparks (Quelle: dapd)

Die FDP will wohl eine Begrenzung des Ökostromausbaus (Quelle: dapd)

Die deutschen Energieunternehmen wollen rund 60 Milliarden Euro in neue Windparks, Gas- und Kohlekraftwerke investieren, um so den Atomausstieg abzufedern. Die Branche gehe die Energiewende "mit erheblichem Investitionsoptimismus" an, sagte Hildegard Müller, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Nach der vom BDEW erstellten neuen Kraftwerksliste gebe es 84 große Kraftwerksprojekte mit einer Leistung von 42.000 Megawatt.

Rechtsunsicherheiten bremsen Engagement

Das Engagement bei Wind-Anlagen auf See, Pumpspeicherwerken sowie bei Kohle- und Gaskraftwerken, werde derzeit aber teilweise gebremst durch Rechtsunsicherheiten, fehlende politische Rahmenbedingungen und durch Zweifel, ob sich Projekte rechnen, erklärte Müller.

"Wenn wir das Verhältnis von 20 Prozent erneuerbaren und 80 Prozent konventionellen Energien bis 2050 umkehren wollen, haben wir noch einen weiten Weg vor uns", betonte Müller. FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle sagte, dass womöglich gerade bei Planungsverfahren nachgesteuert werden müsste. "Fristen für den Neubau von Gaskraftwerken von zehn Jahren, das ist zu lang."

Kein klares Bild vom Energiemarkt der Zukunft

Die Branche hadert eigenen Angaben zufolge zudem damit, dass noch ein klares Marktdesign fehlt, wie der künftige Energiemarkt aussehen soll. Da es einen Einspeise-Vorrang für Wind- und Solarstrom gibt, ist bei immer mehr Ökoenergie unklar, ob sich eine Milliardeninvestition in ein Gaskraftwerk rechnet.

Denn bisher ist nicht klar und unabsehbar, wie viele Stunden das Kraftwerk pro Jahr Strom produzieren kann. Dieses zunehmend größere Problem war in der vergangenen Woche auch Thema eines Kraftwerksforums im Bundeswirtschaftsministerium.

Deutschland ist 2011 Stromexporteur geblieben

Müller warnte insgesamt davor, Realitäten schönzureden oder auszublenden. Der BDEW verwies zwar erneut auf bereits Anfang des Jahres vorgestellte Zahlen, wonach Deutschland trotz des Aus für acht Kernkraftwerke im Jahr 2011 netto sechs Milliarden Kilowattstunden Strom exportiert hat. Allerdings waren es im Jahr davor noch 18 Milliarden Kilowattstunden. Und im vergangenen Jahr wurde hierzulande unter anderem aufgrund einer milden Witterung insgesamt verhältnismäßig wenig Strom verbraucht.

Haftungsfragen nicht geklärt

Zu den wichtigsten Problemen gehören laut Müller neben fehlenden Stromtrassen vor allem Haftungsfragen. Bei der Risikoabsicherung von Schäden oder Verzögerungen sollte eine Versicherungslösung gefunden werden, die es bislang aber noch nicht gebe, so Müller. Die Politik müsse zudem für verlässliche Rahmenbedingungen sorgen, auch beim Erneuerbare-Energien-Gesetz gebe es noch viele offene Fragen.

"Die Kraftwerksliste zeigt, dass genügend Projekte in der Pipeline sind, um die abgehende Kernenergie zu ersetzen und als Backup für Erneuerbare Energien zu fungieren", betonte Müller. Jetzt sei die Politik gefragt. Sie müsse sich dringend mit der Frage des künftigen "Marktdesigns" auseinandersetzen, um die Bedingungen für den Bau neuer Kraftwerkskapazitäten zu klären.

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