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USA verhängen Strafzölle gegen Chinas Solarimporte

USA verhängen Strafzölle gegen Chinas Solarimporte

18.05.2012, 14:51 Uhr | dapd, dpa-AFX, t-online.de

USA verhängen Strafzölle gegen Chinas Solarimporte. Die USA schützt die heimische Solarbranche vor der chinesischen Konkurrenz (Quelle: imago images)

Die USA schützt die heimische Solarbranche vor der chinesischen Konkurrenz (Quelle: imago images)

Im Kampf gegen Billigprodukte aus China haben Solarhersteller aus den USA und der dort produzierende deutsche Konzern Solarworld einen Etappensieg errungen. Das US-Handelsministerium hat chinesische Solarimporte wegen Preisdumpings mit hohen Strafzöllen belegt. Zwischen 31 und 250 Prozent liegen die Zölle, wie das Ministerium auf Basis einer vorläufigen Entscheidung mitteilte. Der Grund dafür sei, dass chinesische Unternehmen dank Subventionierung durch den Staat ihre Produkte unter den Herstellungskosten anböten. Kritik an der Entscheidung und Warnungen vor den Folgen kommen nicht nur aus China.

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Solarworld begrüßt Entscheidung

Solarword hatte über seine US-Tochter zusammen mit sechs amerikanischen Firmen gegen die Chinesen geklagt. Die endgültige Entscheidung wird Anfang Oktober fallen. Die chinesischen Firmen können bis dahin Einspruch einlegen. Ein Sprecher des Handelsministeriums in Peking nannte die Entscheidung ungerecht. China sei äußerst unzufrieden mit dem Schritt.

Der deutsche Konzern hingegen begrüßte das Ergebnis. Die Entscheidung des US-Handelsministeriums mache Mut, dass man zu einem fairen Wettbewerb zurückkehren könne, sagte Unternehmenschef Frank Asbeck. "Illegale chinesische Handelspraktiken zerstören den Solarmarkt und gefährden zahlreiche Arbeitsplätze", erklärte er. Solarworld betreibt eine große Produktion in Hillsboro (Oregon). Das Urteil aus den USA sei ein "Signal an Europa, wo vergleichbare Maßnahmen greifen müssen." Asbeck hofft, dass auch Brüssel bald aktiv wird.

Chinesische Unternehmen protestieren gegen Dumpingvorwürfe

Chinesische Hersteller von Solartechnik haben die Dumping-Vorwürfe bereits zurückgewiesen. Vertreter mehrerer chinesischer Solarfirmen warnten, die angedrohten Zölle könnten Bemühungen gefährden, saubere Energie zu fördern. Das größte chinesische Solarunternehmen Suntech wird mit Zöllen von 31,2 Prozent belegt.

Suntech-Vertriebschef Andrew Beebe kritisierte die Entscheidung. Sie spiegele nicht die Realität des hohen Wettbewerbs in der Industrie wider, sagte er. Suntech erziele positive Margen, weil die Umsätze höher seien als die Produktionskosten. Beebe kündigte an, eng mit dem US-Handelsministerium zusammenarbeiten zu wollen, um der Behörde zu beweisen, dass die Zölle nicht gerechtfertigt seien.

Die Entscheidung des Handelsministeriums ist auch in der US-Solarwirtschaft umstritten. Der Branchenverband Case (Coalition for Affordable Solar Energy) warf Solarworld vor, mit der Klage Arbeitsplätze in den USA zu gefährden und den Preis für Solarstrom hoch zu treiben. Zudem war aus seinem Umfeld in der Vergangenheit die Warnung zu hören, Gegenmaßnahmen der chinesischen Regierung könnten weitere zehntausende Jobs kosten. Der Verband tritt für einen freien Wettbewerb ein.

Strafzölle wirken für manche Firmen wie Einfuhrverbot

Die Zölle gelten ab sofort und für Zellen, die vor bis zu drei Monaten hergestellt wurden. Laut Handelsministerium exportierte China im vergangenen Jahr Solarzellen im Volumen von 3,1 Milliarden Dollar, doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Dem Vernehmen nach kommen Unternehmen, die mit dem Ministerium kooperierten, noch vergleichsweise glimpflich davon.

Ähnlich wie Suntech muss der chinesische Hersteller Trina Solar 31,1 Prozent zahlen. Yingli ist mit 31,2 Prozent dabei. Für andere Unternehmen gleicht ein Zoll von 250 Prozent einem Einfuhrverbot.

Deutscher Experte warnt vor Folgen

Auch Wolfgang Hummel vom Zentrum für Solarmarktforschung in Berlin hat seine Zweifel an der Tauglichkeit der Strafzölle. Sie seien kurzsichtig und beschwörten die Gefahr von Gegenmaßnahmen herauf, sagte er. Die Nachfrage in den USA sei nicht zuletzt aufgrund des bisherigen Preisverfalls so hoch gewesen.

Anti-Dumping-Zölle würden jedoch zwangsläufig auf die Konsumenten abgewälzt. Für die deutschen Solarunternehmen sieht Hummel keine positiven Effekte, selbst wenn die Entscheidung aus den USA hierzulande Schule mache. Abgesehen von Solarworld und Bosch Solar gebe es kaum noch Zellen- und Modulhersteller in Deutschland. "Die große Mehrheit verbaut chinesische oder taiwanesische Zellen oder lässt im Auftrag fertigen", betonte Hummel.

An der Frankfurter Börse zahlte sich die Entscheidung aus den USA für Solarworld zunächst aus. Der Aktienkurs des im TecDAX notierten Konzerns schoss nach der Verhängung der Strafzölle in die Höhe, zwischenzeitlich um mehr als zehn Prozent.

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