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Heizölpreise: Wer mit Öl heizt, muss nachzahlen

Wer mit Öl heizt, muss nachzahlen

21.05.2012, 13:14 Uhr | dpa

Heizölpreise: Wer mit Öl heizt, muss nachzahlen . Verbraucher müssen nachzahlen (Quelle: dpa)

Verbraucher müssen nachzahlen (Quelle: dpa)

Die hohen Benzinpreise seit Februar haben viele Autofahrer empört. Jetzt folgt der Nackenschlag für Mieter und Eigentümer mit Ölheizung. Heizöl hat sich stärker verteuert als Benzin.

Gewinner und Verlierer

Am Ende der Heizperiode gibt es eine gute Nachricht für alle Mieter und Eigenheimbewohner: Die Winterzeit war, abgesehen von einigen Wochen hartem Frost im Februar, reichlich mild. Die Durchschnittstemperatur von Anfang Oktober bis Ende April lag nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bei 4,6 Grad Celsius, das sind 1,1 Grad mehr als im langjährigen Mittel und 0,7 Grad mehr als im Jahr zuvor. Weniger Kälte heißt: Weniger Heizung, weniger Verbrauch von Öl, Gas und Fernwärme, und normalerweise weniger Kosten. Doch diese guten Nachrichten gelten nicht für alle Verbraucher auf dem Wärmemarkt.

Verlierer sind jene 28 Prozent der Haushalte, die ihre Wohnung mit Öl heizen. Natürlich profitieren auch sie von der milden Witterung, aber ihr Brennstoff Heizöl hat sich so stark verteuert, dass sie trotzdem nachzahlen müssen. Der Energie-Dienstleister Techem errechnet dabei ein Prozent mehr Kosten, während Verivox sogar auf eine Erhöhung von neun Prozent kommt.

Rekordjahr bei Preisen

Besonders gegenüber der Gasheizung sei die Ölheizung bei den Brennstoffkosten schwer ins Hintertreffen geraten. Nach der Fachzeitschrift "Brennstoffspiegel" waren im April für 3000 Liter Heizöl 2780 Euro zu bezahlen. Die gleiche Energiemenge kostete als Gas nur 2266 Euro, also 514 Euro weniger. Fernwärme liegt mit 2463 Euro dazwischen.

Heizöl hat sich in den vergangenen Jahren noch stärker verteuert als Benzin und Diesel. Das liegt auch daran, dass die Steuern auf Heizöl geringer sind und die Preisveränderungen deshalb sichtbarer. Kostete ein Liter Heizöl im Durchschnitt des Jahres 2010 noch 68 Cent (bei Abnahme von 3000 Litern), so waren es im vergangenen Jahr 85 Cent, eine Steigerung von rund 25 Prozent. Auch in diesem Jahr liegt der Heizölpreis durchweg deutlich über dem Vorjahr. Aktuell sind es 88 Cent, oft aber auch über 90, in der Spitze fast 95 Cent. Nach dem bisherigen Verlauf des Jahres müssen die Heizölkunden also abermals mit einem Rekordjahr bei den Preisen rechnen. Wenn dann noch ein kalter Winter folgt, kann es richtig teuer werden.

Rückerstattung bei anderen Energieträgern

Die meisten Wohnungen in Deutschland werden mit Gas (49 Prozent) oder Fernwärme (13 Prozent) beheizt. Ihre Mieter und Eigentümer können mit Rückerstattungen und niedrigeren Abschlagzahlungen rechnen, wenn das nächste Mal die Abrechnung der Heizkosten im Briefkasten liegt. Techem hat für das Kalenderjahr 2011 ausgerechnet, dass der Verbrauch an Heizenergie ungefähr um 18 Prozent zurückgegangen ist. Damit könnten die Nutzer von Gasheizungen rund 13,5 Prozent Kosten einsparen, die Kunden der Fernwärme mehr als acht Prozent gegenüber 2010. Dabei hat Techem nur die Daten bis Dezember erhoben, also die halbe Heizperiode.

Auf etwas andere Größenordnungen kommt das Internet-Portal Verivox, das bis Ende März gerechnet hat und für Gasheizungen auf eine Kostenersparnis von rund vier Prozent kommt. Da ist der kalte Februar schon mit drin. Die Jahresrechnung für eine drei- bis vierköpfige Familie in einem frei stehenden Einfamilienhaus würde nach diesen Angaben rund 1045 Euro betragen, das sind 42 Euro weniger als im Jahr zuvor. Tatsächlich aber lassen sich die Kosten nur sehr schwer und modellhaft berechnen. Zu viele Faktoren spielen eine Rolle, von der geografischen Lage und dem Regionalwetter bis zum baulichen Zustand und der Größe des Gebäudes, der Isolierung und dem Tarif des Lieferanten. Deshalb lassen sich nur Trendaussagen treffen.

So können Sie kosten sparen

Auch wenn die meisten Verbraucher am Ende dieser Heizperiode aufgrund des milden Winters einige Kosten sparen konnten, könnten sich die Preise auch für diese Brennstoffe in den nächsten Jahren erhöhen. Deshalb rät Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund: "Mieter und auch Käufer sollten dem Thema Energieeffizienz mehr Aufmerksamkeit widmen, unabhängig vom Energieträger". Dabei könne der Energieausweis helfen, den Vermieter seit einiger Zeit vorlegen müssen. Zudem müssten für die rund 900.000 Bezieher von Wohngeld die Heizkosten wieder in die Berechnung ihres Zuschusses einbezogen werden.

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