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Energiewende: Gravierende Folgen für Kunden befürchtet

Gravierende Folgen durch Energiewende befürchtet

05.06.2012, 12:23 Uhr | t-online.de, dpa-AFX, dapd

Energiewende: Gravierende Folgen für Kunden befürchtet. Energiewende kann für Verbraucher teuer werden (Quelle: imago images)

Energiewende kann für Verbraucher teuer werden (Quelle: imago images)

Der Ausstieg aus der Atomenergie kann offenbar richtig teuer werden. Die deutsche Monopolkommission sieht durch die Energiewende einen "Kosten-Tsunami" auf die Stromkunden zurollen. Aber auch Wissenschaftler wie der Kölner Professor Marc Oliver Bettzüge erwarten steigende Stromkosten. Zudem erwartet Bettzüge einen Rückgang der Versorgungsqualität - und damit erhebliche Folgen für den Standort Deutschland und die hiesigen Arbeitsplätze.

Der Vorsitzende der Monopolkommission, Justus Haucap, bezweifelt, dass es der Bundesregierung gelingen wird, die Umlage für den Ökostrom auf 3,5 Cent je Kilowattstunde zu begrenzen. "Ein Anstieg auf etwas über 5 Cent scheint mir nicht unrealistisch zu sein", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Das Gremium, das die Bundesregierung in Wettbewerbsfragen berät, fordert einen radikalen Umbau der Ökostromförderung.

Bundesnetzagentur muss über Einspeisevergütung entscheiden

"In einem ersten Schritt müsste man das ganze Thema entpolitisieren und die Festsetzung der Einspeisevergütung der Bundesnetzagentur überlassen", sagte Haucap. Längerfristig könne die Einspeisevergütung durch ein Quotensystem für erneuerbare Energien ersetzt werden, so dass die wirtschaftlich günstigste Technologie zum Zuge komme. Als Alternative brachte Haucap Ausschreibungen ins Gespräch, um Ökostrom ohne Umweg über den Strompreis zu beschaffen.

Kritisch beurteilte der Chef der Monopolkommission den vor einigen Tagen vorgelegten Netzentwicklungsplan mit seiner Ausrichtung auf Nord-Süd-Verbindungen. "Man könnte die erneuerbaren Energien auch verbrauchernäher aufbauen, um Netzkosten zu sparen", sagte er. Auch vermisst er eine engere Anbindung des deutschen Stromnetzes an den europäischen Binnenmarkt: "So ließen sich Schwankungen im Aufkommen von erneuerbarem Strom leichter auffangen."

Experte befürchtet Rückgang im Niveau der Versorgungsqualität

Der Kölner Wissenschaftler Marc Oliver Bettzüge warnt derweil vor gravierenden Folgen der Energiewende in Deutschland. "Die steigenden Stromkosten sind nur ein Aspekt, der mögliche Rückgang im Niveau der Versorgungsqualität - zum Beispiel mit Blick auf Ausfälle oder Frequenzstabilität - auch noch ein weiterer", sagte der Direktor des energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität Köln im dapd-Interview.

Bei der derzeitigen Politik würden die Stromkosten hierzulande steigen, während Strompreise in anderen Ländern stabil oder sogar rückläufig seien, wie zum Beispiel derzeit in den USA. "Über längere Sicht werden sich solche Preisdifferenzen naturgemäß auf die Standortpolitik von Unternehmen und die industrielle Produktion in einzelnen Ländern auswirken", prognostizierte Bettzüge. Arbeitsplätze und Industriestruktur hierzulande sieht er dadurch gefährdet.

Gesamtkonzept notwendig

Insgesamt stehe Deutschland bei der Energiewende vor großen Herausforderungen. "Kernkraftwerke konnte man mit einem parlamentarischen Federstrich abschalten; jedoch ein weitgehend auf erneuerbaren Energien basierendes System aufzubauen, ist demgegenüber eine große Herausforderung", sagte Bettzüge. Erforderlich sei ein ordnungspolitisches Gesamtkonzept für die Energiewende, das einer klaren Systematik entspringt, langfristig angelegt und in die europäische Marktordnung eingebettet sei. "Von einem solchen Konzept sind wir derzeit noch recht weit entfernt."

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Ein umfassendes Klimaschutzabkommen mit bindenden globalen Grenzwerten ist dem Energieexperten zufolge "langfristig zwar erforderlich, auf absehbare Zeit aber ziemlich unwahrscheinlich". Eine Alternative wäre aus seiner Sicht eine gezielte Weiterentwicklung des EU-Emissionshandels.

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