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Tennet erleidet Schlappe bei Bundesnetzagentur

Tennet erleidet Schlappe bei Bundesnetzagentur

09.11.2012, 17:26 Uhr | dpa-AFX , dapd

Tennet erleidet Schlappe bei Bundesnetzagentur. Der Netzbetreiber Tennet leidet unter Finanzierungsproblemen (Quelle: AFP)

Der Netzbetreiber Tennet leidet unter Finanzierungsproblemen (Quelle: AFP)

Die Bundesnetzagentur hat dem Netzbetreiber Tennet einen peinlichen Imageschaden zugefügt. Die Behörde verweigerte dem Unternehmen die gesetzlich vorgeschriebene Zertifizierung für die Anbindung von Offshore-Windparks in der Nordsee an das Stromnetz auf dem Land. Tennet habe die Nachweise über die erforderlichen Finanzmittel nicht vorgewiesen, teilte die Behörde mit. Dies bedeute zwar kein Betriebsverbot. Wenn Tennet aber weiterarbeite, stelle dies eine Ordnungswidrigkeit dar. Dem Unternehmen drohe ein Bußgeld von bis zu einer Million Euro, sagte eine Sprecherin der Netzagentur.

Mit ihrer Entscheidung setzte sich die Bundesnetzagentur über die EU-Kommission hinweg, die empfohlen hatte, die Zertifizierung trotz mangelnder Finanzkraft zu erteilen. Tennet bedauere die Entscheidung, werde aber den Betrieb nicht einstellen, betonte das Unternehmen. "Die Lichter gehen nicht aus", sagte eine Tennet-Sprecherin. Mit 50 Hertz und Amprion haben zwei andere große Netzbetreiber die Zertifizierung bekommen, die im Energiewirtschaftsgesetz vorgeschrieben ist.

Netzanschluss kostet Milliarden

Hintergrund ist der Streit um die milliardenschwere Anbindung der Nordsee-Windparks ans Stromnetz, die erheblich ins Stocken geraten ist. Tennet trägt nach eigenen Angaben den Anschluss und den nötigen Ausbau für zehn Offshore-Projekte mit einer Gesamtkapazität von 5,5 Gigawatt und Kosten von rund sechs Milliarden Euro. Mitte November 2011 hatte das Unternehmen von sich aus erklärt, dass das Ausbautempo wegen Geldmangels nicht zu halten sei. Das Unternehmen forderte bessere Rahmenbedingungen.

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Nach einem Gesetzentwurf, der aktuell im parlamentarischen Verfahren ist, sollen die Verbraucher Zusatzkosten für Anschlussprobleme über den Strompreis mitbezahlen. Eine neue Haftungsumlage sieht dabei auf maximal 0,25 Cent je Kilowattstunde gedeckelte Belastungen vor. Der Gesetzentwurf enthält zugleich einen Anteil der Industrie zur Offshore-Haftung bei fahrlässigem Verhalten von bis zu 100 Millionen Euro jährlich. Tennet lehnt diese Pläne ab und argumentiert, sie würden Investoren vergraulen.

Ausbau von Windparks auf See lahmt

In Deutschland sind mit Tennet insgesamt vier Unternehmen für die Übertragung von Strom in Höchstspannung zu den Verbrauchszentren verantwortlich. Die Bundesregierung hatte die Pläne für die Schadenersatzzahlungen als Basis für mehr Investitionssicherheit bezeichnet. Bisher sind erst rund 200 Megawatt Windkraftleistung in Nord- und Ostsee installiert, bis 2020 sollten es 10.000 Megawatt werden. Verschiedene Leitungen werden mangels Geld, wegen Lieferproblemen und fehlender Haftungsregeln nicht verlegt. Der Schwarze Peter wird seit Monaten hin- und hergeschoben

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