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Bergwerksstollen als Speicher für Wasserkraftwerke

Bergwerksstollen als Speicher für Wasserkraftwerke

08.12.2012, 12:54 Uhr | dpa, AFP

Künftig könnten leer stehende Bergwerksstollen als Wasserspeicher genutzt werden und damit helfen, die Energiewende zu schaffen. Forscher suchen bereits im Ruhrgebiet Standorte für Pumpspeicherkraftwerke - nicht in der Höhe, sondern in der Tiefe.

Mehr Speicherkapazitäten benötigt

Als Wasserspeicher für solche Kraftwerke, die für die Energiewende gebraucht werden, könnten die Stollen ehemaliger Bergwerke dienen. Am Freitag fiel an der Universität Duisburg-Essen der Startschuss für eine Machbarkeitsstudie. "Für den schnellstmöglichen Umstieg auf Erneuerbare Energien brauchen wir vor allem mehr Speicherkapazität", sagte Staatssekretär Udo Paschedag vom NRW-Umweltministerium bei der Übergabe von 1,3 Millionen Euro Förderung für die Studie.

Vorteil von Zechen

Die Idee: Auf einer ehemaligen Zeche wird oberirdisch ein Teich angelegt. Bei Bedarf stürzt das Wasser in die tiefen Stollen und treibt so Turbinen an. Strom aus Windkraft könnte, wenn er gerade nicht gebraucht wird, das Wasser wieder nach oben pumpen - die Energie wäre im Teich gespeichert und könnte jederzeit abgerufen werden. Die Technik ist einfach und erprobt: Ist der Strom günstig, pumpen die Kraftwerke Wasser in ein Oberbecken.

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Pumpspeicherkraftwerke sind bewährt, allerdings liegen die Teiche meist auf Hügeln, und von dort führen Rohre zu den Turbinengebäuden im Tal. Dieser Landschaftsverbrauch fiele auf ehemaligen Zechen weg. Zugleich wäre eine hohe Turbinenleistung denkbar: "Wir haben mehr Fallhöhe als in den Alpen", sagte Paschedag. Außerdem könnte die Wärme genutzt werden, die das in der Tiefe aufgeheizte Wasser mit nach oben bringt.

Wirtschaftlicher Nutzen erst in der Zukunft

Bei den geplanten Kraftwerken über Tage sehen die Unternehmen einen wirtschaftlichen Nutzen erst in mehreren Jahren. Seit dem Ausbau der grünen Energien fehlen die festen Spitzenlastzeiten, in denen die Pumpspeicherwerke schnell einspringen und Strom zu hohen Preisen verkaufen konnten. In einigen Jahren versprechen sich die Anbieter aber bessere Verdienstmöglichkeiten.

Der Ausbau von Windkraft, Sonnenkraft und Co. werde die fluktuierende Strom-Einspeisung weiter nach oben treiben, sagt Trianel-Chef Sven Becker in Aachen. Dadurch würden auch die Strompreise schwanken. Nicht das bisherige Tag-Nacht-Schema sei zukunftsweisend. Vielmehr würde in der einen Stunde gespeichert, in der nächsten Strom erzeugt.

Ein Beispiel: In Süddeutschland scheint gerade viel Sonne, weshalb der Börsenpreis für Strom auf zehn Euro fällt. Dann ist es sinnvoll hochzupumpen. In der nächsten Stunde aber ist in Norddeutschland Flaute, weshalb der Börsenpreis auf 13 Euro steigt. Dann ist es wirtschaftlich, jetzt aus der Wasserkraft wieder Strom zu machen.

So könnte das Kraftwerk aussehen: Die Technik an sich existiert bereits seit mehr als hundert Jahren. (Quelle: Hersteller)So könnte das Kraftwerk aussehen: Die Technik an sich existiert bereits seit mehr als hundert Jahren.

Beteiligt an dem Projekt sind die Universitäten Duisburg-Essen und Bochum, die RAG, die für den Steinkohlebergbau zuständig ist, der Technologiedienstleister DMT und das Rhein-Ruhr-Institut Sozialforschung und Politikberatung. Ob all das funktionieren kann, sollen die Forscher in den nächsten 18 Monaten untersuchen. Sicher ist das nicht - die Förderung sei ein Stück Risikokapital, sagte Paschedag.

Infrastruktur der Kohleförderung nutzen

Dennoch: Die Kohleförderung läuft 2018 aus. Für zwei noch aktive Zechen in Bottrop und in Marl wird geprüft, ob sie danach mit ihren Flächen, Gebäuden und Stollen als Standorte für Pumpspeicherkraftwerke infrage kommen. "Mit unserem Projekt wollen wir möglichst viele Komponenten dieser Infrastruktur dauerhaft sichern", erläuterte Projektkoordinator Professor André Niemann.

Alleine in Nordrhein-Westfalen sind vier Pumpspeicherkraftwerke mit einer Leistung von mindestens 1500 Megawatt in Planung. Dahinter stehen das Stadtwerkekonsortium Trianel, der Hagener Versorger Enervie mit den Stadtwerken Düsseldorf und RWE.

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