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KfW: Wärmedämmung rechnet sich doch

KfW: Wärmedämmung rechnet sich doch

04.04.2013, 09:53 Uhr | t-online.de - sky, mit dpa-AFX

KfW: Wärmedämmung rechnet sich doch. Der Streit um die Wärmedämmung geht weiter (Quelle: imago/Jochen Tack)

Der Streit um die Wärmedämmung geht weiter (Quelle: imago/Jochen Tack)

Nächste Runde im Streit um die Wärmedämmung: Die Staatliche Förderbank KfW und Umweltverbände haben Berichte zurückgewiesen, wonach sich Wärmedämmung bei der Sanierung von Häusern nicht rentiere. "Die Energiekostenersparnis finanziert die energieeffizienzbedingten Mehrausgaben einer Sanierung", teilte die Bankengruppe mit und verwies auf eine in ihrem Auftrag angefertigte Studie des Schweizer Prognos-Instituts.

KfW zieht Kosten für Neubauten ab

Das Gesamtinvestitionsvolumen für Sanierung und Neubauten beläuft sich laut KfW bis 2050 auf 838 Milliarden Euro. Dann trennt das Kreditinstitut die einzelnen Posten auf.

Die prognostizierten Investitionen für energieeffiziente Neubauten von 331 Milliarden Euro fielen bei dieser Berechnung nicht ins Gewicht, da bei ihnen die vorgegebenen Energiesparstandards ohnehin einzuhalten seien.

Auch "sowieso fällige Sanierung" wird rausgerechnet

Die Bank rechnet weiter vor, dass für die energieeffiziente Sanierung bis 2050 rund 507 Milliarden Euro veranschlagt werden. Nun unterteilt das staatliche Kreditinstitut die Summe in Kosten, die für die herkömmliche Instandhaltung anfielen und in solche, die rein für die energetische Sanierung zu bezahlen seien.

Somit fielen allgemeine Sanierungskosten von 270 Milliarden Euro an, die "ohnehin" fällig würden.

Damit müssten nur noch 237 Milliarden Euro für die eigentliche Steigerung der Energieeffizienz ausgegeben werden. Dem wurde nun die erzielte Heiz- und Wärmekostenersparnis gegengerechnet: Diese belaufe sich auf 361 Milliarden Euro, so dass sich ein Plus für energieeffiziente Sanierer von 124 Milliarden Euro ergebe.

Die KfW argumentierte weiter, mit Fördermitteln der Bankengruppe amortisiere sich die Sanierung in der Regel deutlich früher als ohne, "meist in weniger als 20 Jahren".

Schwierige Gesamtbetrachtung

Fraglich ist nach Einschätzung von t-online.de jedoch, ob diese Sonderbetrachtung der rein auf die energetische Sanierung entfallenden Kosten den Hausbesitzern hilft. Diese müssen schließlich die Gesamtkosten tragen, die beispielsweise bei der Sanierung des Dachstuhles anfallen - also neue Ziegel, Querlattung, Arbeitszeit und Gerüst, nicht aber nur die Kosten für die Wärmedämm-Platten. Andererseits will die KfW natürlich vermeiden, dass sich Immobilienbesitzer eine Komplett-Sanierung günstig finanzieren lassen.

Auch wegen technischer Fragen reißt die Kritik an der Fassaden-Dämmung nicht ab - diese könne Feuchtigkeit sammeln durch den Effekt eines nassen Pullovers sogar zu mehr Heizkosten führen.

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Presse: Großes Verlustgeschäft

Die Zeitung "Die Welt" hatte am Wochenende unter Berufung auf die Prognos-Studie eine Gesamtrechnung aufgestellt. Das Blatt berichtete, um den Heizenergieverbrauch in deutschen Wohngebäuden wie von der Regierung geplant bis 2050 um 80 Prozent zu senken, seien bis dahin Investitionen in Höhe von 838 Milliarden Euro nötig.

Im Gegenzug könnten jedoch nur Energiekosten in Höhe von 370 Milliarden Euro eingespart werden. Für den Verlust müssten sowohl Eigentümer als auch Mieter und Steuerzahler aufkommen, die direkt, indirekt oder über Förderinstrumente den energetischen Umbau mit bezahlen.

Konjunktur-Programm für das Handwerk

Die KfW zog nun jedoch eine positive Bilanz für die Programme. Energiesparendes Bauen und Sanieren "sind zentraler Bestandteil des energiepolitischen Konzepts der Bundesregierung".

Ziel der Studie sei es im Übrigen gewesen, die volkswirtschaftlichen Wirkungen der KfW-Programme zum energieeffizienten Bauen und Sanieren zu berechnen: Die Maßnahmen unterstützten das jährliche Wirtschaftswachstum mit 0,4 Prozentpunkten und sicherten 200.000 bis 300.000 Arbeitsplätze im Jahr vor allem im regionalen Handwerk.

Verbände unterstützen KfW

Der Umweltverband BUND errechnete nach der Prognos-Studie über den Quadratmeterpreis den Anteil des Mehraufwands für energetisches Bauen auf 40 Prozent. Daraus entstehe ein Mehraufwand von 335 Milliarden Euro. Und dies stehe Ersparnissen von 370 Milliarden gegenüber.

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) betonte ebenfalls, dass sich die energetische Sanierung von Gebäuden wirtschaftlich rechne. "Das zeigen hunderte Praxisbeispiele", erklärte der Vorsitzende der dena-Geschäftsführung, Stephan Kohler.

In der Bilanz dürften nur die für Energieeffizienz relevanten Mehrkosten den Energieeinsparungen gegenübergestellt werden. "Gebäudeeigentümer sollten sich nicht durch irreführende Zahlenvergleiche beunruhigen lassen", sagte er.

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