Sie sind hier: Home > Finanzen > Immobilien > Energie >

Netzentgelte: Wie sie entstehen und was die Stromkosten senkt

Preistreiber Netzentgelte: Wie sie entstehen und was die Kosten senkt

19.05.2013, 13:54 Uhr | jbü, t-online.de

Netzentgelte: Wie sie entstehen und was die Stromkosten senkt. Das deutsche Stromnetz ist teuer. Durch die Energiewende muss es ausgebaut werden - das belastet Privatverbraucher (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das deutsche Stromnetz ist teuer. Durch die Energiewende muss es ausgebaut werden - das belastet Privatverbraucher (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Netzentgelte machen ein Viertel des Strompreises aus - im Durchschnitt. Tatsächlich gibt es aber ganz beachtliche Unterschiede je nach Region, wie das Vergleichsportal Verivox meldet. Noch dazu steigt die Gebühr in manchen Gegenden stark, in anderen kaum. Im Hintergrund erklärt t-online.de, wie es dazu kommt und was die Stromkosten senkt.

Strom-Rechner
Strompreisvergleich

Finden Sie günstige Stromanbieter!

Anzahl Personen im Haushalt

Anzeige

Strom ist so teuer wie nie. 28,5 Cent kostet eine Kilowattstunde (kWh) im Durchschnitt. Was Kunden am Ende bezahlen, hängt vom Energieversorger ab - aber auch, wie wohl nur wenige wissen, vom Wohnort. Denn der beeinflusst die Höhe der Netzentgelte. Diese Gebühr wiederum könne der Versorger nicht beeinflussen, erklärt Jürgen Scheurer vom Vergleichsportal Verivox.

Rund 900 Netzbetreiber bundesweit

Bestimmt werden die Preise von den Verteilnetzbetreibern, davon gibt es rund 900 in Deutschland. Sie werden von der Bundesnetzagentur reguliert, bei kleineren Betreibern sind es Landesbehörden. Bundesweit kommen die Netzbetreiber offenbar auf ganz unterschiedliche Kosten.

Ein Beispiel aus dem Norden: In Mecklenburg-Vorpommern zahlt ein Durchschnittshaushalt (4000 kWh/Jahr) 324 Euro jährlich, in Schleswig-Holstein dagegen nur 263 Euro, in Bremen gerade noch 201 Euro. Das gilt auch dann, wenn alle drei Haushalte beim selben Versorger denselben Tarif gebucht haben.

200 Euro Preisunterschied je nach Wohnort

Das Geld verlangen die Netzbetreiber für das Durchleiten der Energie zum Endkunden. Bei 4000 kWh Strom können sich laut Verivox Preisunterschiede bei den Entgelten von über 200 Euro pro Jahr ergeben. Im Gasbereich liege die Spannbreite sogar bei bis zu 500 Euro, je nachdem wo der Verbraucher wohnt.

Nicht jedes Netz kostet gleich viel

Es gebe mehrere Kostenfaktoren, erklärt Scheurer: Da ist die Einwohnerdichte – "in dünner besiedelten Gebieten verteilt sich der Kuchen auf weniger Köpfe." Denn die Grundausstattung des Stromnetzes muss überall gegeben sein. Unter anderem deshalb zahlen Bremer Verbraucher so wenig.

Zweitens kostet nicht jedes Netz gleich viel. Erdkabel haben zwar höhere Investitions-, aber wenig Wartungskosten, weil unter Tage weniger kaputtgeht. In Ballungsgebieten und Städten gibt es viele Erdkabel, auf dünn besiedeltem Gebiet dagegen störanfällige Freileitungen über große Distanzen.

Drittens hätten die alten Bundesländer einen Vorteil, selbst wenn die Netze baugleich mit denen in den neuen Ländern wären. "Die Netze im Westen sind teilweise über 50 Jahre alt, die sind längst abgeschrieben", sagt Scheurer. Für die Infrastruktur, die nach der Wende im Osten hochgezogen wurde, gilt das nicht. Auch deshalb zahlen Verbraucher in Schleswig-Holstein so viel weniger als im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern.

Nachbarländer im Norden: Satter Anstieg hier, fast unverändert dort

Dass die Entgelte steigen, liegt laut Verivox zum Teil am Zubau von Kraftwerken und Anlagen mit erneuerbarer Energie. Denn die müssen ja angeschlossen werden und brauchen weitere Infrastruktur wie Umspannstationen, neue Kabel oder Leitungen. Beim Zubau im vergangenen Jahr liegen Mecklenburg-Vorpommern (344 Megawatt) und Schleswig-Holstein (241 Megawatt) nicht so weit auseinander. Trotzdem stiegen die Entgelte in Mecklenburg-Vorpommern um 14,5 Prozent, bei den Nachbarn nur um 0,2 Prozent und im Bundesschnitt um acht Prozent.

"Das ist zumindest erklärungsbedürftig", sagt Scheurer. Geht leider nicht, heißt es von der Bundesnetzagentur auf Anfrage von t-online.de. Eine Sprecherin verweist grundsätzlich auf die oben genannten Faktoren. Speziell den Unterschied zwischen den zwei Nordländern zu erklären, ginge nur durch einen Vergleich aller dortigen Verteilnetzbetreiber.

Anreizregulierung konnte Gebühren nur kurzfristig senken

Übrigens sind die Netzentgelte von 2006 bis 2008 gesunken. Der Grund war die "Anreizregulierung", die den Netzbetreibern Erlösobergrenzen vorgibt. "Da wurden die Margen um bis zu 25 Prozent gesenkt", sagt Scheurer. Jetzt betragen sie laut Bundesnetzagentur maximal 9,29 Prozent bei Neu- und Erweiterungsinvestitionen, bei Altanlagen 7,56 Prozent.

Nach drei relativ stabilen Jahren von 2009 bis 2011 steigt die Gebühr aber wieder. 2012 waren es im Schnitt noch 237 Euro, in diesem Jahr zahlt der Beispielhaushalt 255 Euro.

Einzige Maßnahme: Versorger wechseln

Wer diese Teuerung auffangen will, muss nicht in ein anderes Bundesland ziehen – Scheurer empfiehlt den Versorgerwechsel nach vorherigem Tarifvergleich. So können die Kosten laut Verivox um mehrere hundert Euro pro Jahr sinken.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Gas-Rechner
AnzeigeGaspreisvergleich
Gaspreise vergleichen

Jetzt Gaspreise vergleichen und Geld sparen


Jobsuche

Anzeige
 

Gas-Rechner
AnzeigeGaspreisvergleich
Gaspreise vergleichen

Jetzt Gaspreise vergleichen und Geld sparen


Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Finanzen > Immobilien > Energie

shopping-portal