Sie sind hier: Home > Finanzen > Immobilien > Energie >

Ökostrom-Umlage steigt auf 6,3 Cent: Fairer Strompreis gesucht

EEG-Umlage steigt auf 6,3 Cent  

Fairer Strompreis gesucht

10.10.2013, 17:34 Uhr | t-online.de - Özkan Canel Altintop - mit dpa, AFP

Ökostrom-Umlage steigt auf 6,3 Cent: Fairer Strompreis gesucht. Die Folgen der Energiewende: Die EEG-Umlage steigt und macht Strom noch teurer (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Folgen der Energiewende: Die EEG-Umlage steigt und macht Strom noch teurer (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Energiewende in Deutschland schreitet voran. Ob Windenergie, Solarpanels oder Biogas - ein Viertel unseres Stroms kommt inzwischen aus erneuerbaren Energiequellen. Eigentlich eine gute Nachricht. Wären da nicht die Kosten. Denn der Staat fördert den Ausbau von alternativen Energien, die hohen Subventionen müssen die Steuerzahler tragen. Kostentreiber ist zudem der niedrige Börsenstrompreis.

Es zeichnet sich seit längerem ab: Experten erwarten, dass die Ökostrom-Zulage (EEG) 2014 von derzeit 5,3 Cent pro Kilowattstunde im nächsten Jahr auf einen Betrag von 6,3 Cent erhöht wird. Auch die Netzumlage soll steigen. Nach "Spiegel"-Informationen um 0,2 bis 0,4 Cent pro Kilowattstunde.

Umlage vervierfacht

Damit ist unter der "Schwarz-Gelben" Regierung die EEG-Umlage drastisch angestiegen. Das Versprechen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dass die Umlage nicht über 3,5 Cent je Kilowattstunde steigen werde, hat sie gebrochen. Im Jahr 2009 betrug die Umlage noch 1,13 Cent pro Kilowattstunde.

Anzeige
Strompreise vergleichen
der Stromrechner

Finden Sie den günstigsten Stromanbieter aus Ihrer Region. Daten eingeben und vergleichen.

Strom-Rechner

Der Verivox-Verbraucherpreisindex zeigt, dass Strom derzeit einen durchschnittlichen Preis von 27,75 Cent pro Kilowattstunde hat. Bei einem einem Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4000 kWh pro Jahr entspricht dies Kosten von 1110 Euro. Ab 2014 wird der durchschnittliche kWh-Preis voraussichtlich auf 29,73 Cent steigen, was bei gleicher Abnahmemenge jährliche Gesamtkosten von 1189 Euro bedeutet.

Parodoxer Effekt

In diesem Jahr ist aber nicht vorrangig der Bau neuer Wind- oder Solaranlagen für den erneuten Anstieg verantwortlich, sondern ein paradoxer Effekt. Denn die Bundesregierung garantiert den Ökostromanbietern einen bestimmten Abnahmepreis, der nicht immer am Markt zu erzielen ist. Die Differenz zwischen dem für den Strom erzielten Preis und dem auf 20 Jahre garantierten Vergütungssatz zahlen die Verbraucher per Umlage.

Und es gibt noch einen weiteren Grund für den Anstieg der Kosten: Während Millionen von Privathaushalte unter steigenden Strompreisen leiden, sind viele Unternehmen von diesen Zulagen befreit. Mittlerweile sind es mehr als 3000. Um energieintensivere Betriebe zu entlasten, hat die Bundesregierung für 2013 die Grenze sogar stark gesenkt, ab der Unternehmen von der Umlage befreit werden dürfen. Die Schwelle wurde von einem Stromverbrauch von bisher zehn auf eine Gigawattstunde verringert.

Haushalte müssen Subventionen mittragen

Vonseiten der Politik wird diese Vorgehensweise damit erklärt, dass diese Betriebe im internationalen Wettbewerb stehen würden und bei zu hohen Strompreisen nicht mehr wettbewerbsfähig sind. Es werden jedoch auch Mastbetriebe, Golfplatzbetreiber und ähnliche Unternehmen von der EEG-Umlage befreit, schreibt das Vergleichsportal Verivox.

Anzeige
Gaspreise vergleichen
der Gasrechner

Mit dem Gaspreisvergleich finden Sie unkompliziert den günstigsten Gas-Versoger.

Gas-Rechner

Entsprechend höher fällt die Stromrechnung für Privatkunden und kleinere Unternehmen aus, die die sogenannte EEG-Umlage der befreiten Unternehmen quasi übernehmen müssen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel versprach eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) unmittelbar nach der Bundestagswahl. Konkret wurde sie dabei nicht. Die SPD will Strom durch Steuerkürzungen und erzwungene Preissenkungen der Versorger billiger machen. Die Grünen wollen am liebsten die Industrie stärker zur Kasse bitten. Ein klares Konzept zu Preisen und Kraftwerken ist bei den Parteien allerdings bislang kaum zu erkennen.

Staat kassiert Milliarden über die Mehrwertsteuer

Denn den Staat freut's, verdient er doch bei jeder Erhöhung mit. Auf die Umlage müssen die Verbraucher nämlich auch noch Mehrwertsteuer zahlen.

Doch wie könnten die Energiekosten möglichst breit verteilt werden? Eine Möglichkeit wäre, die Privilegien der Industrie auf ein Minimum zu begrenzen. Denn sie profitieren auch von der Energiewende, beteiligen sich aber nicht an den Kosten.

Eine weitere Möglichkeit wäre eine Senkung gar eine Abschaffung der Stromsteuer. Denn der Staat kassiert bereits Milliarden über die Mehrwertsteuer, die auch auf die steigende Ökostrom-Umlage erhoben wird.

EEG-Umlage komplett abschaffen?

Ein weiterer Vorschlag kommt von der Monopolkommission der Bundesregierung. Sie plädiert dafür, die EEG-Umlage komplett abzuschaffen, da die Finanzierung darüber langfristig zu teuer und unbezahlbar wird. Die Kommission ist für ein Quotenmodell nach schwedischem Vorbild. Demnach gäbe es nicht wie bisher unbegrenzt auf 20 Jahre garantierte Vergütungen für jede Kilowattstunde.

Versorger müssen dann schrittweise bis 2020 rund 35 Prozent des Stromeinkaufs mit erneuerbaren Energien abdecken und mit Stromhändlern die Abnahme ihres Stroms selbst aushandeln. Die Kosten für den Bürger könnten so sinken, weil es mehr Wettbewerb gäbe. Der jeweils günstigste Anbieter bekäme den Zuschlag, das wären wohl vor allem Windparks an Land. Investitionen in Biogasanlagen, Solarparks und besonders in Windparks in Nord- und Ostsee könnten auf ein Minimum reduziert werden.

Die Grünen kritisierten den Vorschlag der Monopolkommission scharf, ein Quotenmodell für die Erneuerbaren Energien einzuführen. Auch mit der SPD wäre dieser Vorschlag nicht durchsetzbar. Eine Abschaffung der EEG-Umlage scheint durch eine neue Bundesregierung also unrealistisch.

Nun schaltet sich sogar die EU-Kommission ein

Ähnliches forderte aktuell auch die EU-Kommission. Wenn eine bestimmte Strommenge aus einem Energieträger erreicht ist, soll dessen Förderung abgebremst werden. Dieser Mechanismus fehlt bisher in Deutschland. Grundsätzlich pocht die Behörde auf mehr Wettbewerb am Energiemarkt.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
UMFRAGE
Wie bewerten Sie den gegenwärtigen Stand der Energiewende?
Gas-Rechner
AnzeigeGaspreisvergleich
Gaspreise vergleichen

Jetzt Gaspreise vergleichen und Geld sparen


Jobsuche

Anzeige
 

Gas-Rechner
AnzeigeGaspreisvergleich
Gaspreise vergleichen

Jetzt Gaspreise vergleichen und Geld sparen


Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Finanzen > Immobilien > Energie

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2019