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Anlegerschützer warnen Prokon-Sparer: Einlagen sind in Gefahr

Einlagen in Gefahr  

Anlegerschützer warnen Prokon-Sparer

10.12.2013, 16:08 Uhr | t-online.de - sia

Anlegerschützer warnen Prokon-Sparer: Einlagen sind in Gefahr. Das Windenergieunternehmen Prokon verspricht sichere Anlagen - aktuelle Zahlen hingegen schüren die Sorgen der Sparer (Quelle: dpa)

Das Windenergieunternehmen Prokon verspricht sichere Anlagen - aktuelle Zahlen hingegen schüren die Sorgen der Sparer (Quelle: dpa)

Der Windkraft-Konzern Prokon schwächelt offenbar: Die gesamte Unternehmensgruppe hat immense Verluste angehäuft, auch die Tochter Prokon Regenerative Energie (PRE) steckt tief im Minus. Jetzt schlagen Anlegerschützer Alarm: Das Prokon-Stammkapital sei aufgebraucht, das Geld von 74.000 Anlegern in Gefahr, warnt die Stiftung Warentest. Und dabei geht es immerhin um eine Summe von rund 1,3 Milliarden Euro.

Der Hintergrund: Die Genussrechtsbedingungen sehen laut der Stiftung vor, dass die Verluste zunächst aus den Rücklagen und dann aus dem Stammkapital des Konzerns getragen werden. Geht das Minus darüber hinaus, wird auch auf das Genussrechtskapital zurückgegriffen. Das heißt den Experten zufolge: Die Anleger werden zur Kasse gebeten, ihr Rückzahlungsanspruch sinkt. Die Stiftung Warentest hat PRE daher auf die "Warnliste Geldanlage" gestellt.

Fast 200 Millionen Euro Verlust

Auch die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) fürchtet, dass PRE-Investoren ihre Einlagen verlieren könnten. Kein Wunder: Nach eigenen Angaben musste die Unternehmensgruppe bis zum 31. August Verluste von 194,4 Millionen Euro verkraften, der Geschäftsbereich Windenergie (Deutschland, Polen und Finnland) weist demnach ein Minus von 112,8 Millionen Euro aus.

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"Sollten sich diese Zahlen bewahrheiten, müssen die Prokon-Anleger damit rechnen, deutlich weniger Geld zurückzubekommen, als sie eingezahlt haben", sagt DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler. Denn in dem Fall sei nicht nur die Zinszahlung gefährdet, sondern auch das Genussrechtskapital.

Frisches Geld fehlt

Der Konzern steckt tief in der Bredouille, das Interesse der Anleger sinkt offenbar rapide. Wie die "Welt am Sonntag" kürzlich berichtete, hatte Prokon bis zum August monatlich rund 40 Millionen Euro von Anlegern eingesammelt, insgesamt rund 322 Millionen Euro. Im September, Oktober und November seien es aber jeweils nur noch 3,7 Millionen Euro gewesen - ein Einbruch von 90 Prozent. Es fehlt also an frischem Kapital.

Das Unternehmen selbst sieht keinen Grund zur Sorge. Die Verzinsung und Rückzahlung des Genussrechtskapitals sei gesichert, heißt es in einer "Zukunftsprognose" auf der Prokon-Website. In einer Stellungnahme erklärt der Konzern, er sei auch ohne weiteres Wachstum in der Lage, "die Zinsen und die Rückzahlung des Genussrechtskapitals an die Anleger zu leisten".

Sorgen um kurze Restlaufzeit der Einlagen

Was Anleger dennoch erschrecken könnte: Der Präsentation der Unternehmenszahlen ist zu entnehmen, dass fast das gesamte Genussrechtskapital von 1,3 Milliarden Euro eine Restlaufzeit von weniger als fünf Jahren hat. Laut einer Grafik auf der Prokon-Website muss das Geld aber erst ab 2017 zurückgezahlt werden - und dann auch nur ein kleiner Teil davon, nach dem Schaubild etwa 100 Millionen pro Jahr.

Die Anlegerschützer der Stiftung Warentest sehen die Lage weniger optimistisch: Sie weisen darauf hin, dass selbst die Wirtschaftsprüfer des Konzerns nicht mehr hinter "bereits abgestimmten Berechnungen" stünden und eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hinzugezogen hätten. Zu den Risiken für Prokon zählten die Prüfer "ein deutlich geringeres Windangebot" sowie nicht am Markt verkäufliche Projekte.

Schutzvereinigung bietet Hilfe für Betroffene

Ebenso skeptisch äußerte sich die DSW in einer Pressemitteilung. Allein für die Grundverzinsung von sechs Prozent müsste Prokon bis zum Jahrsende mindestens ein Ergebnis nach Kosten und Steuern von 60 Millionen Euro erwirtschaften, heißt es darin. Bis August habe das operative Ergebnis bei gerade einmal 13 Millionen Euro gelegen.

Die Schutzvereinigung rät verunsicherten Anlegern sogar, sich frühzeitig zusammenzuschließen, um schlimmstenfalls "schnell aktiv gegensteuern zu können", sagte Marc Tüngler. Sie könnten sich bei der DSW registrieren lassen, es solle ein Informationsservice für Betroffene aufgebaut werden. Im Fall des Falles wolle die Vereinigung auch juristisch aktiv werden.

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