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Gegengutachten: Mappus machte glänzendes Geschäft beim EnBW-Deal

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Gegengutachten  

Mappus machte glänzendes Geschäft beim EnBW-Deal

02.01.2014, 20:42 Uhr | rtr, dpa-AFX, t-online.de

Gegengutachten: Mappus machte glänzendes Geschäft beim EnBW-Deal. Baden-Württembergs Ex-Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) wird durch ein neues Papier entlastet (Quelle: dpa)

Baden-Württembergs Ex-Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) wird durch ein neues Papier entlastet (Quelle: dpa)

War es Untreue an der Staatskasse oder doch ein optimales Geschäft für Baden-Württemberg? Der Rückkauf von Anteilen des Energieversorgers EnBW führt wohl zu einem Gutachterstreit. Denn ein neues Papier lässt den Ex-Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) glänzend dastehen.

Es geht um die Frage, ob das Land Baden-Württemberg für den Karlsruher Energieversorger 2010 zu viel bezahlt hat. Der Münchener Wirtschaftsprüfungs-Experte Wolfgang Ballwieser hatte festgestellt, dass das Land einen um 780 Millionen Euro zu hohen Betrag gezahlt habe. Ein anderes Gutachten sprach sogar von 840 Millionen Euro unnötigen Kosten. Insgesamt waren für den Aktienrückkauf 4,7 Milliarden Euro geflossen.

"Simpler Rechenfehler"

Der Betriebswirtschafts-Professor Henner Schierenbeck übt nun Kritik an seinem von der Staatsanwaltschaft Stuttgart beauftragten Kollegen Ballwieser. Das geht aus einem Schreiben des Verteidigers des mitbeschuldigten Investmentbankers Dirk Notheis hervor. Wegen eines "simplen Rechenfehlers" habe Ballwieser den Firmenwert um etwa eine Milliarde Euro zu niedrig angesetzt. Ballwieser hält an seinen Berechnungen fest.

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Der damalige Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) hatte den Rückkauf der Energie Baden-Württemberg (EnBW) fast im Alleingang über die Bühne gebracht, ohne den Landtag einzubinden. Seine schwarz-gelbe Regierung wurde im Frühjahr 2011 abgewählt. Die Staatsanwaltschaft wirft Mappus Untreue vor. Gegen Notheis, der Mappus beraten hatte, wird wegen Beihilfe zur Untreue ermittelt. Notheis gab seinen Posten bei Morgan Stanley auf, nachdem E-Mails bekannt geworden waren, aus denen hervorging, wie stark er seinen CDU-Parteifreund Mappus gelenkt hatte.

EnBW-Aktien laut Gegengutachten deutlich wertvoller

Ohne die Fehler des Gutachters hätte der Wert der EnBW zwischen 46,42 und 51,83 Euro je Aktie gelegen und damit deutlich über dem Preis von netto 40 Euro, den das Land an den Großaktionär Electricite de France (EdF) gezahlt hatte, rechnet Schierenbeck in dem Gegengutachten vor. Das war Wasser auf die Mühlen der Staatsanwaltschaft, die Mappus Untreue vorwirft.

Notheis' Anwalt Wolf Schiller fordert nun, das Ballwieser-Gutachten wegen der darin enthaltenen Fehler nicht als Grundlage für die Ermittlungen heranzuziehen. Der Gutachter habe dabei auch gegen den Grundsatz verstoßen, den Sachverhalt im Zweifel zugunsten der Beschuldigten auszulegen.

Erster Gutachter ging von Strompreis nach Fukushima aus

Allein ohne den Rechenfehler hätte der Wert der EnBW statt bei 34,58 Euro je Aktie bei 38,48 Euro gelegen, schrieb Schierenbeck, Autor eines Standardwerks zur Betriebswirtschaft, nach Überprüfung des Gutachtens. Zudem sei Ballwieser von einem Strompreis ausgegangen, wie er sich erst nach der Katastrophe im japanischen Fukushima im März 2011 und dem daraufhin beschlossenen Atomausstieg ergeben habe. Die EnBW ist wie kein anderer deutscher Stromkonzern von der Atomkraft abhängig. Den beim Kauf größerer Aktienpakete üblichen Paketzuschlag habe Ballwieser ganz außer Acht gelassen, moniert der Experte.

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"Ich bin davon überzeugt, dass die Vorwürfe unzutreffend sind", sagte Ballwieser der "Stuttgarter Zeitung" laut einer Vorabmeldung aus der Freitagausgabe. Zu Einzelheiten wolle er sich aber nur gegenüber der Staatsanwaltschaft äußern. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stuttgart bestätigte den Eingang von Schillers Schreiben. Die inhaltliche Prüfung der Vorwürfe könne allerdings noch Wochen dauern.

Grün-Rote Landesregierung will Kaufpreis teilweise zurück

Am 20. Januar ist ein Schiedsgerichtsprozess angesetzt, bei dem die grün-rote Landesregierung einen Teil des Kaufpreises von der EdF zurückholen will. Ein Gutachten im Auftrag der Regierung war zu dem Schluss gekommen, dass der Kaufpreis um 840 Millionen Euro zu hoch war.

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