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Strompreise sinken kaum: Auch Gabriel kann Energiekosten nicht bremsen

Ernüchternde Zahlen  

Superminister Gabriel kann den Strompreis nicht einfangen

09.01.2014, 15:43 Uhr | t-online.de, dpa

Strompreise sinken kaum: Auch Gabriel kann Energiekosten nicht bremsen. Die Stromkosten sind 2013 geradezu explodiert. Auch in diesem Jahr werden sie nicht sinken (Quelle: imago/Jochen Tack)

Die Stromkosten sind 2013 geradezu explodiert. Auch in diesem Jahr werden sie nicht sinken (Quelle: imago/Jochen Tack)

Sigmar Gabriel, der neue Super-Minister für Wirtschaft und Energie, hat kurz nach Amtsantritt eine Reform des EEG-Gesetzes versprochen. Das soll den Anstieg der Strompreise durch die Energiewende bremsen. Dass die Kosten sogar sinken, ist Berechnungen zufolge jedoch völlig utopisch, berichtete die Zeitung "Die Welt".

Rund 260 Euro kostet alleine die EEG-Umlage den Durchschnittshaushalt mit 4000 Kilowattstunden (kWh) Verbrauch in diesem Jahr. Schuld sind die staatlichen Fördermaßnahmen: garantierte Vergütung für Ökostrom-Produzenten und die Strompreis-Rabatte für die Industrie. Der vierteljährliche Energiewende-Index der Unternehmensberatung McKinsey, über den die "Welt" berichtete, hat nun durchgespielt, wie Korrekturen an einzelnen Stellschrauben Privatverbraucher entlasten würden. Fazit: Die Möglichkeiten sind stark beschränkt. McKinsey bestätigte diese Zahlen im Gespräch mit t-online.de.

Studie: Es muss Industrierabatte geben

Würden alle Industrierabatte gestrichen, könnte die EEG-Umlage 2015 spürbar sinken: um 1,8 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Derzeit liegt sie auf dem Rekordwert von 6,24 Cent/kWh. Mit der Rasenmäher-Kürzung würden allerdings stromintensive Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen, empfindlich getroffen. "Das kann volkswirtschaftlich nicht gewollt sein", sagte Thomas Vahlenkamp, einer der Studien-Autoren, der Zeitung.

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Ein sanfterer Schnitt wäre die Senkung der Rabatte auf das Niveau von 2011. Dann allerdings würde die EEG-Umlage auch nur um 0,3 Cent/kWh sinken, so der Bericht.

Strompreis in der 20-Jahres-Falle

Erst recht begrenzt sind die Mittel, an der garantierten Vergütung für Ökostrom-Produzenten etwas zu ändern. Der Pferdefuß ist hier, dass das EEG-Gesetz solche Garantien für einen Zeitraum von 20 Jahren abgibt. Eine rückwirkende Änderung würde mit dem "Bestandsschutz" kollidieren, der im Grundgesetz verankert ist.

Allenfalls könnte der Zuwachs neuer Öko-Kraftwerke gebremst werden. Selbst wenn 2014 keine einzige neue Anlage ans Netz ginge, würde die EEG-Umlage laut Studie im kommenden Jahr nur um 0,7 Prozent sinken.

Kleine Korrekturen für die Zukunft hätten kaum Wirkung

Ein solcher Ausbaustopp wiederum ist utopisch, schließlich soll der Öko-Anteil am deutschen Strommix ja weiter steigen. Möglich wäre es, die Einspeise-Vergütung für die Zukunft moderat zu senken. Davon aber spürten Privathaushalte wiederum fast nichts. Würde die Vergütung von Windstrom in diesem und im kommenden Jahr um 15 Prozent geschrumpft, wären lediglich 0,03 Cent/kWh weniger EEG-Umlage zu zahlen. Umgerechnet betrüge die Ersparnis einen Euro pro Jahr, heißt es im Bericht.

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Wenn es schon keine Entlastung beim Strompreis gibt, so ist 2014 immerhin nicht mit einer ähnlich starken Teuerung zu rechnen wie im vergangenen Jahr. 2013 erreichten die Ökostrom-Kosten fast 21,8 Milliarden Euro - davon 19,4 Milliarden Euro nur für die EEG-Umlage. 2014 erwarten die Netzbetreiber Ökostrom-Kosten von etwa 23,5 Milliarden Euro.

Damit die Preisspirale sich in Zukunft weniger schnell dreht, besteht laut McKinsey jetzt Handlungsbedarf. In den kommenden Jahren seien es vor allem der Netzausbau und die Schaffung von Reservekapazitäten, deren Kosten bei unbedachter Planung auf die Verbraucher zurückfallen.

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