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Platzt die Fracking-Blase noch 2014? Experte warnt vor Boom-Ende

Experte warnt vor Boom-Ende  

Platzt die Fracking-Blase noch in diesem Jahr?

10.01.2014, 12:41 Uhr | t-online.de - sia mit Material von dpa-AFX

Platzt die Fracking-Blase noch 2014? Experte warnt vor Boom-Ende. Bohrturm einer Fracking-Ölförderplattform in Tunkhannock im US-Staat Pennsylvania (Quelle: dpa)

Bohrturm einer Fracking-Ölförderplattform in Tunkhannock im US-Staat Pennsylvania (Quelle: dpa)

Hohe Kosten, niedrige Preise, kleinere Schiefergasvorkommen als gedacht: Wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet, rechnet sich Fracking, die umstrittene Gasförderung aus tiefem Gestein, sowohl für Energieunternehmen als auch für Investoren bisher nicht. Ein Experte warnt sogar davor, dass die durch den Schiefergasboom in den USA entstandene Blase noch in diesem Jahr platzen könnte.

Geldgeber verlieren Lust an Fracking

Die Zeitung bezieht sich auf neue Zahlen des amerikanischen Beratungsunternehmens IHS Herold. Und die belegen, dass die bisherige Begeisterung für Fracking deutlich abgeflaut ist. Insgesamt hätten Geldgeber im vergangenen Jahr noch 3,4 Milliarden Dollar in Beteiligungen an Schiefergas- und Schiefervorkommen investiert, 2012 sei die Summe mehr als doppelt so hoch gewesen. Im Vergleich zu 2011 schrumpften die Investitionen 2013 demnach auf ein Zehntel.

Laut der IHS-Experten mussten die Firmen mehr Geld in Ausrüstung, Land und Förderung stecken, als ihnen der Verkauf von Schiefergas und -öl einbrachte. Dass immer mehr Unternehmen auf den Markt gedrängt seien, hätte die Preise 2012 auf einen Tiefstand gedrückt und Investoren verschreckt, heißt es in dem Bericht.

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Traum von billiger Energie könnte schnell platzen

Eine Entwicklung mit fatalen Folgen. "Wenn sich in der Branche nicht genügend Geld verdienen lässt, platzt die Blase und Energie wird rasch teurer", zitiert die "SZ" Werner Zittel, Physiker und Vorstand der unabhängigen Ludwig-Bölkow-Stiftung. Er wäre nicht erstaunt, wenn das noch 2014 geschehe. "Der Traum von der billigen Energie könnte schneller ausgeträumt sein, als viele glauben", sagte Zittel der Zeitung.

Das könnte der US-Industrie einen herben Rückschlag versetzen: Sie profitierte zuletzt von dem durch das preiswerte Fracking-Angebot gesunkenen Energiekosten. Energieriesen steuern bereits gegen: Wegen der niedrigen Gaspreise habe etwa Shell den Wert seiner Vorkommen im Juli 2013 um zwei Milliarden Dollar heruntergestuft, schreibt das "Manager Magazin". Aus dem selben Grund habe BHP Billiton seine Besitzstände schon 2012 um 2,8 Milliarden Dollar herabgesetzt.

EU-Kommission senkt Reserveschätzung

Noch gibt sich die amerikanische Energiebehörde EIA optimistisch. Sie geht laut "SZ" davon von einer bis 2040 steigenden Schiefergasproduktion aus. Die Prognose der EU-Kommission hingegen fällt vorsichtiger aus. Sie hat ihre Schätzung für das Förderpotenzial deutlich gesenkt.

Wurde 2011 in der EU noch mit einem Volumen von 15,8 Billionen Kubikmetern förderfähigem Schiefergas gerechnet, waren es 2013 nur noch 13,3 Billionen. Das geht aus einem internen Papier der EU-Kommission hervor. Dabei bezieht sich die Kommission auf Angaben einer US-Behörde.

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Höheres Förderpotenzial in Deutschland

Schiefergas ist eine in Europa noch weitgehend unerschlossene Energiequelle. Beim Abbau wird das Gas etwa mit Hilfe von Chemikalien aus tiefen Gesteinsschichten gelöst - eine Methode, die Umweltschützer aus Sorge um das Grundwasser kritisieren. Für Deutschland schätzt die EU-Kommission das Förderpotenzial nun höher ein: Statt 0,2 Billionen Kubikmeter, wie noch 2011 vermutet, sollen es 0,5 Billionen Kubikmeter sein.

Verglichen mit anderen EU-Staaten ist das wenig: In Polen könnten nach den Angaben schätzungsweise 4,2 Billionen Kubikmeter von dem Gas gefördert werden, in Frankreich 3,9 Billionen Kubikmeter. Die Autoren des Papiers betonen, dass die für die Förderung relevanten Informationen "eher ungenügend und ziemlich unsicher" seien. Es sei nicht zu erwarten, dass in Europa ähnliche Mengen zu vergleichbar niedrigen Kosten gefördert werden könnten wie in den USA.

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