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Umbaupläne von E.ON: Erhebliche Risiken für Steuerzahler befürchtet

Umbaupläne von E.ON  

Erhebliche Risiken für Steuerzahler befürchtet

01.12.2014, 13:52 Uhr | rtr, t-online.de, dpa-AFX

Umbaupläne von E.ON: Erhebliche Risiken für Steuerzahler befürchtet. Stillgelegtes Atomkraftwerk Biblis: Die Grünen warnen, dass E.ON die Kosten für die Abwicklung von Atommeilern auf die Allgemeinheit abwälzen könnte.  (Quelle: imago images/Chromorange)

Stillgelegtes Atomkraftwerk Biblis: Die Grünen warnen, dass E.ON die Kosten für die Abwicklung von Atommeilern auf die Allgemeinheit abwälzen könnte. (Quelle: Chromorange/imago images)

Nach der Ankündigung des Radikalumbaus beim hochverschuldeten Energieriesen E.ON warnen die Grünen vor erheblichen Risiken für die Steuerzahler. "Ich befürchte, dass E.ON eine Bad Bank für seine sieben Atomkraftwerke schafft, die von den Steuerzahlern gerettet werden muss", sagte die Energie-Expertin der Grünen-Bundestagsfraktion, Bärbel Höhn. E.ON-Konzernchef Johannes Teyssen hält dagegen und versucht die Gemüter zu beruhigen.

Der Begriff "Bad Bank" stammt aus der Finanzkrise. In der Finanzbranche haben Banken seinerzeit faule Kredite in Milliardenhöhe in Gesellschaften ausgelagert. E.ON will seine Geschäfte mit Atom, Kohle und Gas in eine neue Gesellschaft abspalten und später an die Börse bringen. Höhn glaubt, dass diese Gesellschaft nicht genug Gewinn machen würde, um den Rückbau und die Entsorgung der stillgelegten Atommeiler vollständig zu finanzieren.

Regierung teilt Befürchtungen nicht

Eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel verwies indessen darauf, dass der neue Eigentümer der Atomkraftwerke nach der Aufspaltung von E.ON sicherstellen müsse, dass ausreichend Rückstellungen für deren Abbau und Entsorgung vorhanden sind. Die Regierung gehe davon aus, dass dies der Fall sei. Derzeit seien dafür 36 Milliarden Euro vorhanden.

Zu dem Vorwurf der Grünen, E.ON bilde mit der geplanten Auslagerung eine Art Bad Bank, auf die große Risiken abgewälzt würden, wollte sich die Sprecherin nicht äußern. Die rechtlichen Vorgaben blieben für die neuen Eigentümer von E.ON-Firmenteilen verbindlich, betonte sie. Auch die Versorgungssicherheit sei gewährleistet.

Gabriel: Bund muss nicht einspringen

Gabriel geht nach seinen eigenen Worten nicht davon aus, dass der Bund im Zuge des E.ON-Umbaus einspringen muss. Auf die Frage, ob dies übergangsweise nötig werden könnte, wenn sich für Atom- und Kohlegeschäft keine Interessenten fänden, sagte er: "Nein." Die Aktionäre bekämen nun zwei Unternehmen. Daher brauche man keinen neuen Interessenten. Die Hoffnung sei eher, "dass der Teil, der Kraftwerke behält, bei der Konsolidierung anderer Unternehmen dort Beteiligungen erwirbt".

Gabriel zufolge handelt es sich bei dem geplanten Umbau von E.ON um eine freie unternehmerische Entscheidung. Der Vizekanzler und SPD-Chef betonte zugleich, er gehe davon aus, dass die Arbeitsplätze erhalten blieben. Zudem wolle E.ON seines Wissens nach dafür Sorge tragen, dass auch die Rückstellungen zur Entsorgung der alten Atomkraftwerke gesichert seien. Auf die Frage, ob andere Unternehmen dem Beispiel folgen könnten, antwortete Gabriel: "Das kann ich Ihnen nicht sagen."

Der hochverschuldete Energiekonzern E.ON hatte mitgeteilt, sein Geschäft mit konventioneller Energieerzeugung abgeben zu wollen. Künftig werde das Unternehmen nicht mehr auf Strom aus Atomkraft, Kohle und Gas setzen, sondern sich auf erneuerbare Energien, Energienetze und Kundenlösungen konzentrieren.

E.ON-Chef versucht zu beruhigen

Mit der Abspaltung reagiert E.ON laut Konzernchef Johannes Teyssen auf den Preissturz bei den Strom- Großhandelspreisen. Diese sind wegen der Überkapazitäten an Kraftwerken und dem Ausbau des Ökostroms allein seit Anfang 2013 um mehr als ein Viertel gefallen. "Das bisherige breite Geschäftsmodell von E.ON wird den neuen Herausforderungen nicht mehr gerecht", räumte Teyssen ein. Ein Stellenabbau sei mit der Neuaufstellung nicht verbunden, versicherte er. Mit dem Spin-Off folgt E.ON dem Beispiel von Bayer mit Lanxess oder Siemens mit der Lichttochter Osram.

Befürchtungen, dass die künftige E.ON-Gesellschaft für die Stromerzeugung mit Atomkraft, Kohle und Gas zu klamm sein könnte, um die Stilllegungskosten für Atommeiler zu stemmen, wies Teyssen zurück. Ihm zufolge habe die neue Gesellschaft gute Aussichten am Markt. "Es ist noch nicht gesagt, wer in fünf Jahren der erfolgreichere ist - E.ON oder die neue Gesellschaft", sagte er. Die neue Gesellschaft starte schuldenfrei und mit den kompletten Atomrückstellungen des Konzerns in Höhe von rund 14,5 Milliarden Euro. Derart hohe Rückstellungen für die Kernenergie gebe es weltweit nirgendwo. Wenn ein neues Marktdesign mit Beiträgen für die Versorgungssicherheit komme, werde die neue Gesellschaft davon profitieren.

Märkte honorieren Umbau-Pläne

Am Aktienmarkt sind die Pläne des Energiekonzerns am Montag gut angekommen. Die Aktien stiegen in der Spitze um über sechs Prozent waren damit so teuer wie seit knapp fünf Monaten nicht mehr. "Der Konzernumbau ist ein Befreiungsschlag für E.ON", sagte ein Händler. "Das ganze gleicht einem Großreinemachen." Dieser Schritt nehme Anlegern viel Unsicherheit und dürfte für die Aktien langfristig gut sein.

Ein anderer Börsianer erklärte, der Versorger werde mit dem Schritt seine politisch regulierten Bereiche los und könne sich nun auf die Wachstumsbranchen konzentrieren. Die Analysten von Bernstein Research sprachen angesichts der Umbaupläne von der Gründung einer Art "Bad Bank". Dieser Spin-Off sorge bezüglich der Strategie des Versorgers für mehr Klarheit unter den Aktionären, schrieben sie in einem Kommentar.

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