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Energiewende: Industrie warnt Seehofer vor Alleingang in Bayern

Streit um Energiewende  

Industrie warnt Seehofer vor Alleingang in Bayern

01.01.2015, 13:27 Uhr | dpa

Energiewende: Industrie warnt Seehofer vor Alleingang in Bayern. Bayerns Ministerpräsident hat dem Ausbau der Stromtrassen zwar zugestimmt, rudert inzwischen aber zurück. (Quelle: dpa)

Bayerns Ministerpräsident hat dem Ausbau der Stromtrassen zwar zugestimmt, rudert inzwischen aber zurück. (Quelle: dpa)

Die Industrie warnt Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer davor, im Streit um den Ausbau der Stromnetze den Bogen zu überspannen. Nationale Alleingänge und Egoismen der Bundesländer gefährdeten den Erfolg der Energiewende, so der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo.

CSU-Chef Seehofer stellte bereits im Februar vergangenen Jahres die Pläne zum Stromtrassenausbau von Nord nach Süd in Frage. Derzeit läuft in Bayern ein Dialog mit den Bürgern zu dem Thema, nachdem diese heftig gegen den Ausbau protestiert hatten. Im Frühjahr will Seehofer dann entscheiden. Experten halten es für möglich, dass die Strompreise im Süden Deutschlands steigen könnten, wenn der Netzausbau blockiert wird.

Grillo forderte von Seehofer mehr Realismus: "Bayern kann nicht autark sein." Energie mache nicht an Landesgrenzen halt. "Wir brauchen nicht 17 Energiewenden in Deutschland. Wir brauchen dringend eine gesamteuropäische Energiewende", macht der Unternehmer aus Duisburg deutlich. Ein vollständig integrierter Energiemarkt würde Europa jährlich Effizienzgewinne von rund 50 Milliarden Euro bringen.

UMFRAGE
Soll der beschlossene Trassenausbau trotz der Bürgerproteste umgesetzt werden?

Ungleiche Belastung von Stadt und Land

Experten weisen schon jetzt auf Schieflagen bei der Finanzierung der Stromnetze hin. Während in ländlichen Regionen durch neue Ökostrom-Anlagen die Netzentgelte steigen und die Stromrechnung der dortigen Verbraucher belasten, stagnieren die Entgelte in städtischen Regionen. Während in Berlin eine Familie mit einem Stromverbrauch von 3500 Kilowattstunden im kommenden Jahr 236 Euro für die Stromnetze zahlen werde, seien es in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns 411 Euro. Das zeigt eine Studie im Auftrag der Berliner Denkfabrik Agora Energiewende, die sich auch auf Daten der Netzbetreiber bezieht.

"Schon heute belaufen sich die Netzentgelte bundesweit auf mehr als 17 Milliarden Euro. Das ist fast so viel wie die Ökostrom-Förderung", sagte Agora-Chef Patrick Graichen. Durch den benötigten Netzausbau werde die Schere bei den Netzentgeltkosten weiter auseinandergehen. Agora schlägt daher vor, die Kosten für die Stromnetze bundesweit zu vereinheitlichen.

Zankapfel Ost-Süd-Trasse

In den nächsten zehn Jahren sollen insgesamt 2800 Kilometer an neuen Höchstspannungsleitungen gebaut und 2900 Kilometer im bestehenden Netz optimiert werden. Dafür werden mindestens 22 Milliarden Euro veranschlagt - ohne Erdkabel. Trotz der Proteste in Bayern soll es bei drei großen Trassen in den Süden bleiben. Mit dem Ausbau soll vor allem mehr Windstrom aus dem Norden und Osten in den Süden kommen. Seehofer hatte 2013 im Bundesrat den drei Dutzend Projekten zugestimmt, macht aber seit längerem besonders gegen die geplante Ost-Süd-Trasse von Magdeburg nach Schwaben Front.

Die deutsche Regierung hatte sich 2011 nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima für einen völligen Umbau der Energieversorgung entschieden. Das letzte Kernkraftwerk soll bis 2022 vom Netz gehen. Der Anteil von Ökostrom aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse an der Stromerzeugung soll von heute 25 Prozent bis 2035 auf 55 bis 60 Prozent steigen.

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