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Öl-Pipeline in North Dakota: Indianer ziehen gegen Trump-Pläne vor Gericht

Umstrittene Öl-Pipeline  

Indianerstamm zieht gegen Trump-Pläne vor Gericht

08.02.2017, 16:34 Uhr | dpa

Öl-Pipeline in North Dakota: Indianer ziehen gegen Trump-Pläne vor Gericht. Öl-Pipeline in North Dakota: Sioux-Indianer und Umweltschützer protestieren seit Monaten gegen den Bau einer Ölpipeline, die Wasserreservoirs bedroht.  (Quelle: AP/dpa)

Sioux-Indianer und Umweltschützer protestieren seit Monaten gegen den Bau einer Ölpipeline, die Wasserreservoirs bedroht. (Quelle: AP/dpa)

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die umstrittene Öl-Pipeline im US-Bundesstaat North Dakota weiterbauen zu lassen. Jetzt will ein Indianerstamm dagegen vor Gericht ziehen. "Das Trinkwasser von Millionen Amerikanern ist jetzt gefährdet", sagte der Chef des Stammes der Standing Rock Sioux, Dave Archambault II, in einer Stellungnahme.

Die Menschen würden dafür kämpfen, ihr Wasser und ihre heiligen Stätten vor denjenigen zu schützen, die das Projekt zum Nutzen einiger weniger mit "Finanzverbindungen zur Trump-Regierung" durchdrücken wollten, so der Stammeschef weiter.

Das US Army Corps of Engineers hatte zuvor mitgeteilt, die Entscheidung, die Bauarbeiten unter Präsident fortzusetzen, stehe unmittelbar bevor.

Obama stoppte den Bau

Sein Vorgänger Barack Obama hatte das Vorhaben nach starken Protesten stoppen lassen. Die Route führt an einem Indianerreservat entlang. Umweltschützer und der Indianerstamm fürchten Wasserverunreinigungen und die Beeinträchtigung heiliger Stätten.

Die Projektgegner wollen die Wiederaufnahme des Baus auch juristisch angreifen. Die politische Kehrtwende der Trump-Regierung sei ein weiteres gebrochenes Versprechen an die Indianer-Stämme. "Sie werden vor Gericht zur Rechenschaft gezogen", sagte der Sioux-Anwalt Jan Hasselman.

Am 10. März soll zudem ein Protestmarsch in der US-Hauptstadt Washington stattfinden, wie die Gegner der Vorhabens in den sozialen Medien ankündigten. Gegen das Projekt hatte es monatelangen Widerstand gegeben, auch von zahlreichen Prominenten, bei dem die Polizei oft sehr hart durchgriff.

Trump hat als Unternehmer investiert

Der neue Präsident hatte im Januar die Wiederaufnahme zweier Pipeline-Projekte per Dekret angekündigt. Die Pipeline soll Öl von den Tausenden Frackingbohrstellen North Dakotas in den Staat Illinois transportieren. Als Unternehmer hatte Trump kräftig in die Pipeline-Betreiberfirma ETP.N und eine Holding (Phillips 66) investiert.

Das fragliche Stück ist der letzte Abschnitt der rund 1900 Kilometer langen Pipeline. Das Projekt kostet rund 2,7 Milliarden US-Dollar.

Keine Prüfung auf Umweltverträglichkeit

Unter Obama sollte eine Alternativroute geprüft werden, die nicht unter dem Lake Oahe entlangführt, einem Stück des Missouri. Er ist für die Indianer nicht nur ein Wasserreservoir, sie sehen auch alte Gebietsverträge verletzt.

Aus Unterlagen des US Army Corps of Engineers, tätig im Bereich Bauingenieurswesen, ging am Dienstag hervor, dass für das fragliche Stück Pipeline nicht einmal mehr zugesagte Umweltverträglichkeitsprüfungen vorgenommen werden sollen.

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