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Wirtschaft  

Widerstand gegen Stromtrasse: Ramelow will mit Merkel reden

13.03.2018, 17:01 Uhr | dpa-AFX

ERFURT (dpa-AFX) - Thüringen geht auf Konfrontation zur Bundesnetzagentur. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kündigte am Dienstag in Erfurt weiteren Widerstand gegen Pläne an, die Suedlink-Stromtrasse durch Teile Thüringens zu legen. Es stoße bei der rot-rot-grünen Landesregierung auf Unverständnis, dass Thüringens Alternativvorschlag einer - wie im Gesetz vorgesehenen - geradlinigen Trassenführung von Nord nach Süd von der Bundesnetzagentur verworfen worden sei. "Das ist eine Zumutung. Ich bin nicht gewillt, das zu akzeptieren", sagte Ramelow.

Die Landesregierung, aber auch Kommunalpolitiker und Initiativen wollen verhindern, dass mit Suedlink eine dritte neue Stromtrasse zum Transport von Windstrom durch das Land gebaut wird. "Die Lasten der Energiewende müssen fair verteilt werden", sagte Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne).

Ramelow will über die Trassenplanung sowie ungenutzte Kapazitäten der in Thüringen vorhandenen Pumpspeicherwerke mit der neuen Bundesregierung reden. "Ich werde bei Bundeskanzlerin Merkel um ein Gespräch nachsuchen." Dabei solle es um die nicht vollständige Auslastung der neu gebauten 380-Kilovolt-Trasse durch Thüringen nach Bayern gehen sowie um den Zukauf von Strom aus Österreich und Norwegen, statt die Pumpspeicher in Thüringen zu nutzen.

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Die gut 700 Kilometer lange SuedLink-Trasse soll im Zuge der Energiewende Windstrom nach Süddeutschland leiten. Die Pläne der Netzbetreiber Tennet und TransnetBW sehen vor, Nord- und Westthüringen in die Route einzubeziehen. Notfalls werde das Land gegen den Planfeststellungsbeschluss, der 2020/21 erwartet wird, klagen. "Ich bin da zäh", sagte Ramelow.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft in Berlin kritisierte die Landesregierung und warf ihr vor, das Projekt zu blockieren. "Es ist absolut kontraproduktiv, dass Landespolitiker Wind machen gegen die zentrale Infrastruktur der Energiewende", erklärte Verbandsgeschäftsführer Stefan Kapferer.

Die Bundesnetzagentur hatte den Thüringer Vorschlag, der durch Osthessen geht, als fundiert bezeichnet. Er wurde jedoch von ihr nicht akzeptiert, weil er einen deutlich höhere Anzahl an Konfliktstellen aufweise als der Trassenkorridor-Vorschlag der beiden Netzbetreiber Tennet und TransnetBW. Entsprechend äußerte sich der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, im Januar.

Ramelow und Siegesmund kündigten an, die Landesregierung werde den Widerstand in den betroffenen Regionen unterstützen. Das gelte auch für eine Protestaktion, die in der Osterzeit in der Gemeinde Fambach im Landkreis Schmalkalden-Meiningen geplant sei.

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