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Deutschlands CO2-Budget für 2018 bereits aufgebraucht

Besorgniserregende Studie  

Deutschlands CO2-Budget für 2018 bereits aufgebraucht

28.03.2018, 10:39 Uhr | dpa-AFX, AFP

Deutschlands CO2-Budget für 2018 bereits aufgebraucht. CO2-Tag 2018: Am 28. März ist Deutschlands CO2-Budget erschöpft – in diesem Jahr eine Woche früher als 2017. (Quelle: Kai Bublitz/Zukunft ERDGAS e.V./obs)

CO2-Tag 2018: Am 28. März ist Deutschlands CO2-Budget erschöpft – in diesem Jahr eine Woche früher als 2017. (Quelle: Kai Bublitz/Zukunft ERDGAS e.V./obs)

Deutschland hat einer Studie zufolge bis Ende März schon so viel klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) ausgestoßen, wie nach dem Pariser Klimaabkommen für ganz 2018 erlaubt wäre.

"Deutschland dürfte in diesem Jahr insgesamt 217 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausstoßen, ohne das Weltklima zu gefährden. Doch diese Menge wurde bereits bis zum 28. März verbraucht", sagt Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft Erdgas, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das ist dem Bericht zufolge das Ergebnis einer Studie der Nymoen Strategieberatung, die von dem Verband in Auftrag gegeben wurde und auf Daten der Umweltstiftung WWF basiert.

Damit stoße Deutschland voraussichtlich auch in diesem Jahr wieder viermal so viele klimaschädliche Gase aus wie nach dem Pariser Klimaschutzabkommen erlaubt, sagt Kehler. "Das ist besorgniserregend – und sogar noch eine Woche früher als im Vorjahr."

Ziel des Pariser Klimaabkommens

Mit dem Pariser Klimaabkommen hatte sich die internationale Gemeinschaft vor gut zwei Jahren das Ziel gesetzt, die globale Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Um dies zu erreichen, dürfen weltweit bis 2050 nicht mehr als 890 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre abgegeben werden. Werde diese Höchstmenge nach einem Pro-Kopf-Schlüssel auf die Nationen heruntergerechnet, stehe Deutschland zwischen 2015 und 2050 der Studie zufolge eine Menge von 9,9 Milliarden Tonnen Kohlendioxid zur Verfügung, schreiben die Funke-Medien.

2017 habe Deutschland nach einer Prognose des Umweltbundesamtes (UBA) geschätzt 904,7 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt. Dies seien laut UBA zwar 4,7 Millionen Tonnen weniger als im Vorjahr gewesen, doch trotzdem viermal so viel, wie nach den Pariser Klimazielen rechnerisch erlaubt sei. Zu den großen Verursachern zählen dabei der Verkehr, die Strom- und Wärmeproduktion sowie die Industrie.

CO2-Abgabe gefordert

Die Umweltorganisation WWF hält das Erreichen der Pariser Klimaziele dennoch für technisch möglich. Vor allem müssten weitere Kohlekraftwerke abgeschaltet und ein regionaler Preis für Kohlendioxid in Europa eingeführt werden, sagt der Leiter für Klimaschutz im WWF Deutschland, Michael Schäfer.

Ohne zusätzliche Stilllegungen wären im Jahr 2020 noch Braunkohlekraftwerke mit einer Kapazität von 18 Gigawatt in Betrieb. "Wir fordern die Bundesregierung auf, sieben Gigawatt der ältesten Braunkohlekapazitäten zum Jahr 2020 stillzulegen", sagt Schäfer. Zudem solle in Europa ab 2020 eine CO2-Abgabe von mindestens 25 Euro je ausgestoßener Tonne von Industrie und Kraftwerksbetreibern erhoben werden, wie dies von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vorgeschlagen worden sei.

Mit diesen beiden Maßnahmen könne die Bundesregierung sogar doch noch das für 2020 gesteckte Ziel erreichen, den Kohlendioxidausstoß im Vergleich zum Jahr 1990 um 40 Prozent zu reduzieren, legt der WWF dar. Bislang wurde der Ausstoß laut UBA nur um 27,7 Prozent gesenkt.

Verwendete Quellen:
  • dpa-AFX
  • AFP

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