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Wirtschaft - Trotz Diesel-Krise und Energiewende: Gas-Autos bleiben in der Nische

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Trotz Diesel-Krise und Energiewende: Gas-Autos bleiben in der Nische

24.06.2018, 14:20 Uhr | dpa-AFX

HAMBURG (dpa-AFX) - In der Dieselkrise suchen viele Autofahrer nach Alternativen. Die Zulassungen von dieselbetriebenen Pkw sind in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um gut ein Fünftel zurückgegangen. Die meisten Kunden steigen auf Benziner um, auch die Zulassungen von Elektro- und Hybridautos gehen steil in die Höhe. Kaum profitieren können dagegen bislang gasbetriebene Fahrzeuge, obwohl die Autofahrer damit Kosten sparen könnten. Insgesamt werden nach den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes mehr als 95 Prozent der neu zugelassenen Pkw mit Benzin oder Diesel betankt. Die Energiewende im Verkehrssektor lässt auf sich warten.

Gasbetriebene Autos gibt es in zwei Varianten: Einmal mit Auto- oder Flüssiggas (LPG Liquefied Petroleum Gas), das bei der Ölförderung anfällt und unter geringem Druck flüssig wird. Das ist Propan- und Butangas, wie es auch in den handelsüblichen Gasflaschen enthalten ist. Flüssiggas wird auch in anderen Bereichen eingesetzt, etwa zum Heizen und in der Industrie. Die zweite Variante ist komprimiertes Erdgas in einem Drucktank (CNG Compressed Natural Gas). Beide haben Umweltvorteile bei den CO2-Emissionen und vor allem beim Ausstoß von Stickoxiden gegenüber Benzin- und Dieselaggregaten. Allerdings fallen bei der Umrüstung von Pkw auf Autogas zusätzliche Kosten an.

Autogas hat die größere Verbreitung und wird über ein Netz von rund 7100 Tankstellen in Deutschland abgegeben, das sind fast halb so viele wie für Benzin. Eine flächendeckende Versorgung ist also gewährleistet. Trotz Steuervorteilen und etwa halben Kraftstoffkosten fahren in Deutschland nur rund 420 000 Autofahrer mit Autogas, mit abnehmender Tendenz seit 2013. Das sind 0,9 Prozent von mehr als 46 Millionen Autos in Deutschland. Der Absatz an Autogas ging nach Angaben des Deutschen Verbandes Flüssiggas (DVFG) im vergangenen Jahr um 6,8 Prozent zurück. "Das führen wir darauf zurück, dass der Steuervorteil für Autogas im vergangenen Jahr erst kurz vor dem Ende der Legislaturperiode verlängert wurde", heißt es beim DVFG.

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Dennoch hält Autogas unter den alternativen Antrieben den größten Anteil im Bestand und die Anbieter sehen sich auf einem guten Weg. Bei den Neuzulassungen gab es im vergangenen Jahr ein kräftiges Plus und das hat sich in diesem Jahr bis Ende Mai mit knapp 13 Prozent fortgesetzt. Auf dem niedrigen Niveau sind hohe Steigerungsraten allerdings schnell erreicht. Hybrid- und Elektroautos legten deutlich stärker zu und haben Gas-Autos bei den Neuzulassungen überrundet.

Deutlich weniger verbreitet als Autogas sind Erdgas-Autos mit rund 75 000 Fahrzeugen im Bestand. Hier ist das Tankstellen-Netz mit rund 900 Stationen trotz jahrzehntelanger Bemühungen noch nicht wirklich flächendeckend ausgebaut und die Modellpalette der Hersteller überschaubar. Der VW -Konzern hat gemeinsam mit Industriepartnern eine Initiative gestartet, um bis 2025 auf eine Million zugelassene Erdgas-Fahrzeuge und 2000 Stationen zu kommen. Dazu hat VW neue Modelle im Angebot und lobt eine Prämie für diejenigen Käufer aus, die von einem alten Diesel auf Erdgas umsteigen.

Ob der Weg aus der Nische herausführt, wird sich zeigen. "Das Hauptproblem von Gas ist: Es ist wie Benzin ein fossiler Brennstoff", sagte Rainer Wiek vom Energie Informationsdienst EID in Hamburg. Die Politik setze jedoch auf Elektro-Mobilität um die Energiewende umzusetzen und ihre Klimaziele zu erreichen. Bis sich E-Autos auf breiter Front durchsetzen, dürfte es allerdings noch viele Jahre dauern. Die Mineralölwirtschaft kann noch auf Jahrzehnte gesicherten Absatz von Benzin und Diesel vorausblicken. Sie will ihren Beitrag zur Energiewende leisten, indem verstärkt synthetische Kraftstoffe aus Ökostrom gewonnen werden, sogenannte E-Fuels. Doch auch das steckt noch in den Kinderschuhen; der Zeitrahmen für die Umsetzung reicht vorläufig bis 2050.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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