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Welche Zinsanlage wie funktioniert

Sichere Vermögensbildung  

Welche Zinsanlage wie funktioniert

03.11.2008, 09:08 Uhr | bv, dpa, dpa-tmn, t-online.de

Sparbuch - sicher, aber auch unattraktiv (Foto: imago)Sparbuch - sicher, aber auch unattraktiv (Foto: imago) In den Wirren der Finanzkrise trauen viele Anleger Aktien und Fonds nicht mehr über den Weg. Mancher Wertpapierbesitzer dürfte viel Geld verloren haben. Was noch übrig ist, wandert derzeit verstärkt in Spareinlagen, denn die sind sicher. Aber es gibt viele verschiedene Formen des Sparens: Für die einen sind Festgeld oder Bundesschatzbriefe das richtige, andere bleiben lieber flexibel und wählen ein Tagesgeldkonto.

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Spareinlagen

Was sie so sicher macht, ist die Tatsache, dass es kein Kursrisiko gibt. "Wer 10.000 Euro einzahlt, bekommt sie auch wieder zurück", sagt Thomas Schlüter vom Bundesverband deutscher Banken in Berlin. Das liegt daran, dass Einlagen bis 20.000 Euro in Deutschland gesetzlich gesichert sind, bei den großen Banken sogar noch höhere Summen. Dafür gibt es bei den privaten Banken den Einlagensicherungsfonds, bei den Sparkassen und den Volks- und Raiffeisenbanken garantieren sich die Institute unter anderem gegenseitig, den Ausfall von einzelnen Instituten aufzufangen. Dazu kam vor kurzem noch die umfassende Garantie der Bundesregierung.

Das Sparbuch

Gerade Ältere schätzen das Gefühl, für ihr Geld ein kleines Büchlein in der Hand zu haben - so lautet die Erfahrung von Karin Baur von der Stiftung Warentest in Berlin. "Das gibt ihnen das Gefühl, etwas Sicheres zu haben. Anders kann ich mir heute auch nicht mehr erklären, warum die Leute ein Sparbuch haben." Denn auf dem klassischen Sparbuch ist das Geld schlechter verzinst als auf einem Tagesgeldkonto, und Anleger könnten obendrein nicht so flexibel über ihr Geld verfügen. "Beim Sparbuch müssen sie - anders als beim Tagesgeld - eine Kündigungsfrist einhalten, damit der Zins in der Regel für die letzten drei Monate nicht gesenkt wird", sagt Baur. Laut Schlüter können Kunden innerhalb eines Kalendermonats 2000 Euro abheben. Wem das nicht reicht, der muss Vorschusszinsen zahlen, wenn er den höheren Abhebebetrag nicht rechtzeitig vorher anmeldet.

Tagesgeld

Zu diesen Sparformen rät zum Beispiel die Verbraucherzentrale Berlin derzeit. Denn ebenso wie Sparbücher sind sie durch die Einlagensicherung geschützt. Außerdem locken die Anbieter im Moment mit attraktiven Konditionen: Frisches Geld, auch von Privatkunden, können die Banken jetzt gut gebrauchen. Daher liegen die Zinsen aktuell besonders hoch. Nach Angaben der unabhängigen Finanzberatung FMH in Frankfurt wurden für 5000 Euro Tagesgeld in der zweiten Oktoberhälfte im Schnitt 3,55 Prozent Zins geboten, für ein sechsmonatiges Festgeld 4,38 Prozent. "Ein Tagesgeldkonto ist dem Girokonto ähnlich - das Geld ist täglich verfügbar, aber es gibt höhere Zinsen", erklärt Schlüter.

Festgeld

In der Regel sei der Zins beim Festgeld höher als beim Tagesgeld, weil der Kunde der Bank das Geld über einen längeren Zeitraum überlässt. Wichtig ist hier nach Aussage von Baur, auf die Einlagensicherung des Anbieters zu achten. Ausländische Anbieter gewähren nicht immer dieselbe Sicherheit wie die deutschen Institute.

Bundeswertpapiere

Sie sind "das Allersicherste", sagt Baur. "Dafür haben sie nicht die höchsten Renditen. Denn es gilt nach wie vor die Regel: Risiko bringt Rendite." Die Sicherheit der Bundeswertpapiere rührt daher, dass der Staat für die Rückzahlung der Spareinlagen bürgt - ein Pleitefall ist dabei so gut wie ausgeschlossen. Eine Übersicht der unterschiedlichen Bundeswertpapiere findet sich auf der Homepage der Bundesfinanzagentur unter www.deutsche-finanzagentur.de. Ein Beispiel sind Bundesschatzbriefe, die es in zwei Typen gibt. Der Typ A läuft sechs Jahre und zahlt die Zinsen am Ende jedes Jahres aus. Der Typ B läuft sieben Jahre. Hier gibt es die Zinsen erst ganz am Ende.

Tagesanleihe des Bundes

Bequem sei die im Juli erstmals aufgelegte Tagesanleihe des Bundes: "Da brauchen sich Anleger um nichts zu kümmern, und sie bekommen einen angemessenen Zins", erklärt Baur. Dieser werde täglich dem Schnitt im Markt angepasst, die Kontoführung ist kostenlos und eine Kündigung jederzeit möglich. Mitte Oktober belief sich der Zins laut der Bundesfinanzagentur in Frankfurt am Main auf 3,42 Prozent. "Um Top-Angebote für Tagesgeld dagegen müssen sich Anleger immer wieder selbst kümmern", sagt Baur. Denn gerade besonders gute Tagesgeldangebote gibt es nur für eine bestimmte Laufzeit oder bei Einhaltung anderer Sternchen-Bedingungen, zum Beispiel Mindest- oder auch Höchstgrenzen für die Einzahlung.

Banksparpläne

Sie sind für regelmäßige Einzahlungen gedacht. Sparer lassen also zum Beispiel vom Girokonto jeden Monat einen bestimmten Betrag abbuchen. "In der Regel fallen keine Gebühren an, und es gibt einen Bonus am Ende der Laufzeit", erläutert Schlüter - als Sparanreiz. Vor allem für das langfristige Sparen, zum Beispiel für Jugendliche, seien Sparpläne bei der Bank daher geeignet.

Pfandbriefe

Das sind von den Banken herausgegebene Anleihen, die nach einer festen Laufzeit von bis zu zehn Jahren von der Bank zurückgezahlt werden. Und sie sind besonders sicher. Laut Schlüter liegt das am strengen Pfandbriefgesetz, das Grundlage für die Ausgabe der festverzinslichen Wertpapiere ist. "Pfandbriefe sind unter anderem mit Hypotheken besichert. Geht die Bank also pleite, steht hinter dem Kredit an den Kunden eine Extra-Sicherheit", erklärt Baur. Der Zins von Pfandbriefen liegt laut Baur ein wenig höher als bei Bundeswertpapieren - "Pfandbriefe sind quasi die zweitsicherste Anlage". Ein vorzeitiger Ausstieg könne bei der festgelegten Laufzeit aber schwierig werden: "Wer Flexibilität will, wählt besser etwas anderes."

Anlegen in der Krise

Grundsätzlich ist es laut Baur aber kein Allheilmittel, sein Geld jetzt aus Wertpapieren abzuziehen und in Zinsprodukte zu stecken. "Es gibt verschiedene Arten von Krisen - und eben nicht nur die an den Börsen. Wer all sein Geld in Zinseinlagen deponiert hat, hat bei steigender Inflation zum Beispiel keine ordentlichen Gewinne." Daher gelte auch in der derzeitigen Börsenkrise: Anleger sollten in jedem Fall verschiedene Sparformen mischen.

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